Lebervergrößerung

Eine Lebervergrößerung (med.: Hepatomegalie) ist meistens ein Zeichen für eine Leberkrankheit und Anlass für eine weitergehende Diagnostik. Zur Abklärung sind eine genaue Anamnese und technische Untersuchungen erforderlich. Häufige Ursachen sind eine vermehrte Fetteinlagerung (Fettleber), eine akute oder chronische Leberentzündung (Hepatitis), eine Stauungsleber (z. B. bei Herzinsuffizienz) und Infiltrationen mit Fremdgewebe (Leberkrebs, Metastasen, lymphatische Zellen etc.). Seltenere Ursachen sind Speicherkrankheiten, z. B. Einlagerungen von Glykogen (Glykogenosen) oder von speziellen Fettstoffen (z. B. Morbus Fabry). Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Fachinfos dazu siehe unter Hepatomegalie.


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Welche Beschwerden vorliegen können

Eine sich langsam entwickelnde und nur geringe Lebervergrößerung wird in aller Regel subjektiv nicht bemerkt.

Eine sehr große Leber, die bis über die Bauchnabelhöhe nach unten reichen kann, verursacht ein Druckgefühl im Bauchraum, vor allem beim Sitzen und Bücken. Die zugrunde liegende Leberkrankheit kann weitere Symptome hervorrufen (siehe hier).

Eine sich rasch entwickelnde Lebervergrößerung führt zu einem Schmerz unter dem rechten Rippenbogen oder im gesamten rechten Oberbauch durch Spannung des Leberkapsel (Leberkapselspannungsschmerz). Dagegen führt eine sich langsam entwickelnde Vergrößerung nicht zu Schmerzen.

Welche Ursachen in Frage kommen

Ultraschallbild: Vergrößerung der Leber durch erhebliche Fetteinlagerung. Sie überragt die Niere deutlich.

Eine Lebervergrößerung kann durch verschiedene Ursachen entstehen:

  • vermehrte Blutfülle der Leber (Stauungsleber) z. B. bei einer Leistungsschwäche der rechten Herzkammer Rechtsherzinsuffizienz und Rückstau des Bluts in die Leber.
  • Lungenembolie: hierbei kommt es akut zu einem Blutstau durch Verstopfung von Blutgefäßen der Lunge durch ein Gerinnsel. Folge ist eine Blutstauung zurück ins rechte Herz und darüber hinaus in die Leber,
  • Entzündung der Leber (Hepatitis): sie führt zu einer entzündlichen Schwellung des Lebergewebes,
    • Nach einer Leberentzündung im Rahmen eines Pfeifferschen Drüsenfiebers (EBV-Hepatitis) kann die Lebervergrößerung wie Milzvergrößerung trotz normalisierter Labrwerte noch über Monate bis Jahre persistieren.
  • Gallestauung (Cholestase): die Gallestauung in der Leber führt zu einer Lebervergrößerung.
  • Leberverfettung / Fettleber (Steatosis hepatis): je nach Menge der Fetteinlagerung ins Lebergewebe kann die Lebervergrößerung mehr oder weniger ausgeprägt sein. Zur Leberverfettung kommt es bei starkem Übergewicht und manchmal auch durch Einwirkungen von toxischen Substanzen und Medikamenten.
  • Speicherkrankheit: die seltenen angeborenen Stoffwechselstörungen mit übermäßiger Einlagerung von z. B. Glykogen (z. B. Von-Gierke-Glykogenose) oder anderen Verbindungen führen immer auch zu einer Lebervergrößerung, die bereits im Kindesalter erkennbar ist.
  • Infiltration mit Fremdgewebe z. B. durch Krebsgewebe (siehe unter Lebertumor) oder bei einer Knochenmarkskrankheit, bei der die Blutbildung in die Leber ausgelagert ist (extramedulläre Blutbildung z. B. bei der Osteomyelofibrose oder einer Leukämie).
  • Narbenleber (Leberzirrhose): sie kann aus einer vergrößerten Leber hervorgehen, z. B. aus einer entzündeten Fettleber (Fettleberhepatitis); sie führt jedoch im Laufe der Weiterentwicklung zu einer Schrumpfung; die Leber kann dann kleiner als normal werden.

Wie eine Lebervergrößerung erkannt wird

Bei einer klinischen Untersuchung kann der Arzt die Lebervergrößerung im rechten Oberbauch ertasten. Bei dicken Bauchdecken ist dies allerdings unzuverlässig.

Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist eine sehr aussagekräftige Methode zur Untersuchung der Lebergröße. Andere bildgebenden Verfahren geben ebenfalls guten Aufschluss über die Größe der Leber.

Wie eine Lebervergrößerung behandelt wird

Die Lebervergrößerung selbst ist nicht Ziel der Therapie, sondern die ihr zugrunde liegende Leberkrankheit (s. o.).

Verweise

Patienteninfos

Fachinfos

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).