Leberzirrhose

Leberzirrhose bedeutet Narbenleber. Sie ist das Endstadium einer sich langsam entwickelnden, chronisch verlaufenden, vernarbenden (fibrosierenden) Lebererkrankung. Es gibt vielfältige Ursachen, die wegen ihrer unterschiedlichen Therapie und Prognose streng unterschieden werden müssen. 1) 2014 May 17;383(9930):1749-61. doi: 10.1016/S0140-6736(14)60121-5. Die häufigsten Ursachen sind der toxische Einfluss von Alkohol und eine chronische Leberentzündung.

Patienteninfos zur Leberzirrhose siehe hier.


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Was wichtig ist

Kurzgefasst
Die Leberzirrhose ist die Endphase einer chronischen Leberkrankheit, die durch eine Vernarbung und Verhärtung des Organs gekennzeichnet ist. Der Vernarbungsprozess wird in der Regel durch eine schleichende Entzündung hervorgerufen.Ursachen können eine Virusinfektion der Leber (Virushepatitis), eine chronische Entzündung der Gallenwege (chronische Cholangitis, wozu auch die PBC und die PSC gehören), oder auch eine chronische Entzündung in einer Fettleber sein. Zu den häufigsten Ursachen gehört jedoch ein jahrelanger Alkoholabusus (siehe hier).

Die Symptome sind sehr variabel und hängen vom Stadium der Leberzirrhose sowie von ihrer Ursache ab; sie reichen von Symptomfreiheit bis zu Wassereinlagerungen (Aszites und Ödeme) und geistiger Eintrübung (siehe hier).

Die Diagnostik stützt sich im Wesentlichen auf die Ultraschalluntersuchung der Leber verbunden mit geeigneten Laboruntersuchungen; eine mikroskopische Untersuchung (Leberhistologie) ist nicht immer erforderlich. (siehe hier).

Die Komplikationen einer Leberzirrhose können schwerwiegend und sogar lebensbedrohlich sein; zu den gefährlichsten gehören die akute Blutung aus der Speiseröhre und das Leber-bedingte Nierenversagen (siehe hier).

Die Behandlung berücksichtigt die Ursachen und die Komplikationen und muss daher individuell ausgerichtet werden. Sie beruht wesentlich auf medikamentösen Maßnahmen und einer angepassten Diät (siehe hier).

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Neue Erkenntnisse zur Leberzirrhose
Leberzirrhose-Kompendium.

Ursachen der Leberzirrhose

Leberzirrhose im sonographischen Bild; Aszites als Komplikation. Die Ursache lässt sich dem Bild alleine nicht entnehmen. Siehe dazu Leberzirrhose in Bildern

Als Ursache einer Leberzirrhose findet sich in Europa und den USA am häufigsten eine schleichend verlaufende alkoholische Fettleberhepatitis (ASH, alkoholische Steatohepatitis).

Danach kommen chronische Verlaufsformen der Hepatitis B und Hepatitis C. Seltenere Formen sind die Primär biliäre Zirrhose die aus der primär biliären Cholangitis hervorgeht (PBC), und die primär sklerosierende Cholangitis (PSC).

Eine häufig unterschätzte Ursache ist die nicht alkoholisch bedingte Fettleber (NASH, nicht alkoholische Steatohepatitis), in der ebenfalls schleichende Entzündungsvorgänge ablaufen.

Ist keine Ursache zu eruieren, spricht man von einer kryptogenen Leberzirrhose. Eine genauere Diagnostik dieser Form allerdings findet heute dennoch häufig eine Leberkrankheit, die zur vorliegenden Zirrhose geführt haben kann; oft ist es eine NASH. Mehr dazu hier.

Zur Liste der Ursachen einer Leberzirrhose.

Entstehung

Die Entstehung einer Leberzirrhose verläuft über eine Bildung von kollagenen Fasern im Lebergewebe. Dies sind Fasern, die einem Gewebe Festigkeit verleihen, und die vermehrt in Narben gebildet werden. Auslöser sind entzündliche Prozesse, die durch eine chronische Infektion (z. B. chronische Hepatitis, chronische Cholangitis) oder toxische Stoffe (z. B. chronischer Alkoholabusus, Medikamente) bedingt sein können. An der Kollagenbildung sind vor allem die Ito-Zellen (hepatic stellate cells) beteiligt. Durch Zunahme der Kollagenfasern bildet sich zunächst eine diffuse Leberfibrose (leichte bis mäßige Vernarbung) mit einer Abnahme der weichen Verformbarkeit und schließlich eine Leberzirrhose (ausgeprägte Vernarbung), die durch eine deutliche Derbheit bis Härte gekennzeichnet ist. Nehmen die Narbenzüge in der Leber überhand, so beginnt das Organ narbig zu schrumpfen. Durch die narbige Verhärtung und schließlich Schrumpfung des Organs kommt es

  • einerseits zur Verminderung der Leistungsfähigkeit der Leber bezüglich aller ihrer Funktionen (siehe hier) mit den Folgen vermehrter Wassereinlagerungen als Ödeme und Aszites und Blutgerinnungsstörungen und
  • andererseits zum Blutrückstau im Pfortadersystem, der
    • im Magendarmtrakt eine Verschlechterung der Resorption (auch von Medikamenten),
    • eine Milzvergrößerung (Splenomegalie) und
    • die Ausbildung von Umwegskreisläufen verursacht, so z. B. zur linken Niere und zu den Ösophagusvenen. Es entstehen Ösophagusvarizen mit der Gefahr einer Blutung.

Die Kenntnis über die Entstehung einer Fibrosierung führt zu Überlegungen bezüglich neuer Therapiemöglichkeiten. Dazu siehe hier.

 Epidemiologie

Die Leberzirrhose kommt weltweit vor mit unterschiedlicher Häufigkeit.  Die genaue Inzidenz ist unsicher, da viele Zirrhosen symptomlos verlaufen; in Europa rechnet man mit etwa 250 – 350 / 100 000 Personen (Studie 1981 / 1985); davon sind ca. 190 alkoholbedingt. 2) 1991 Apr;13(4):650-5.

Die Prävalenz beträgt etwa 9,7 % 3) 1989 Dec;10(6):998-1002..

Symptomatik

Die Symptomatik einer Leberzirrhose hängt vom Grad der Einschränkung der Stoffwechselleistung und den Komplikationen des Pfortaderhochdrucks (der portalen Hypertension) ab. Bei fortgeschrittener Leberzirrhose dominieren


Mehr zur Symptomatik der Leberzirrhose.


Zur Einteilung der Zirrhose bitte weiterblättern.


Literatur   [ + ]

1. 2014 May 17;383(9930):1749-61. doi: 10.1016/S0140-6736(14)60121-5.
2. 1991 Apr;13(4):650-5.
3. 1989 Dec;10(6):998-1002.