Computertomographie der Leber

Die Computertomographie der Leber ist eine radiologische Methode zur Darstellung von Auffälligkeiten in der Leber. Indikationen sind beispielsweise die Abklärung von Raumforderungen, einer Leberzirrhose, einer Pfortadererweiterung oder eines Pfortaderverschlusses. Durch Anwendung von Kontrastmitteln lassen sich zum Teil sehr differenzierte Aussagen treffen.


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Durchführung

Nativ-CT ohne Kontrastmittel (KM), anschließend Kontrastmittel-CT als Angio-CT ohne oder mit Tischvorschub

Aussagekraft

Beurteilung von Form- und Lageanomalien, Größenveränderungen, allgemeine und lokalisierte Strukturveränderungen (z. B. Leberverfettung, Tumore, Zysten), Veränderungen der Durchblutung

Normale Leber

Homogene Struktur, Dichte 60-70 Hounsfield-Einheiten (HE)

Leberverfettung

Geringere Dichte, je weniger HE desto mehr Fettgehalt (linearer Zusammenhang).

→ Mehr zur Fettleber.

Leberzirrhose

Knotige Organstruktur, inhomogenes Muster (wegen Regeneratknoten), prominenter Lobus caudatus, Erweiterung der Pfortader und ihrer Zuflüsse, Kollateralgefäße, ggf. zusätzlich Aszites, Splenomegalie.

→ Mehr zur Leberzirrhose.

Portale Hypertension

Erweiterung des Gefäßes und seiner Zuflüsse, Splenomegalie, Kollateralgefäße.

→ Mehr zur portalen Hypertension.

Pfortaderthrombose

Fehlender Dichteanstieg nach KM-Injektion, Fehlinterpretationsmöglichkeit bei sehr langsamem oder hepatofugalem Fluss

Kavernöse Transformation der Pfortader

Multiple variköse Gefäße an der Stelle der zu erwartenden Pfortader

Hämosiderose, Hämochromatose

Erhöhte Dichte, je höher die HE, desto mehr Eisen in der Leber, geeignet zur Kontrolle einer Aderlasstherapie.

→ Mehr zur Hämochromatose.

Morbus Wilson

Erhöhte Dichte.

→ Mehr zum Morbus Wilson.

Amyloidose

Bei der Amyloidose der Leber ist die Dichte nicht erhöht, obwohl Zeichen einer portalen Hypertension vorliegen können.

Fokale Leberveränderungen

Die Diagnostik fokaler Leberherde ist die eigentliche Stärke der Computertomographie.

Hämangiom

Irisblendenphänomen: KM-Enhancement von peripher nach zentral; Hämangiosarkom ebenfalls rasches Enhancement nach KM

→ Mehr unter Leberhämangiom.

Leberadenom

Eher Hypodensität wegen vermehrtem Fettgehalt, aber auch nach KM-Gabe wegen schlechter Durchblutung, manchmal inhomogene Struktur mit zystischen Anteilen, Einschmelzungen oder Einblutungen.

→ Mehr zum Leberadenom.

Fokale noduläre Hyperplasie (FNH)

Iso- bis hypodens, aber nach KM-Gabe Anstieg der HE wegen guter Durchblutung.

→ Mehr zur FNH.

Hepatozelluläres Karzinom (HCC)

Nativ hypodens, nach KM hyperdens wegen guter Durchblutung; beim seltenen fibrolamellären HCC “rim sign”.

→ Mehr zum HCC

Metastasen

Nativ oft hypo- bis isodens, nach KM meist HE-Anstieg und oft geringe periphere Hyperperfusion

→ Mehr zum Lebermetastasen

Bedeutung für interventionelle Techniken

Funktionen und Drainagen (Galle, Abszesse)

Verweise