Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Von Fachärzten verständlich geschrieben und wissenschaftlich überprüft

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Krankheiten) sind Erkrankungen vorwiegend des Alters und die häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt (1)Clin Cornerstone. 2007;8(3):11-28.. In Deutschland machen sie laut RKI (Robert-Koch-Institut) etwa 40% aller Todesfälle aus (2)Statistik des Robert-Koch-Instituts zu Herzkreislaufkrankheiten .


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Der Blutkreislauf

Das Blutgefäßsystem dient der Versorgung der Körperorgane und -gewebe mit lebensnotwendigen Stoffen (inkl. Sauerstoff, Energie, Hormonen) und dem Abtransport von Schlackenstoffen (inkl. CO2). Es ist geschlossen, so dass das Blut zirkuliert. Über die Venen (im Bild blau) kommt „verbrauchtes“ Blut aus der Körperperipherie zum Herzen zurück (rechter Herzteil mit rechtem Vorhof und rechter Kammer), wird über die Lungenarterie durch die Lungen gepumpt, wo es „regeneriert“ (CO2 abgibt und O2 aufnimmt), und gelangt (im Bild nun rot) über den linken Herzteil (mit linkem Vorhof und linker Kammer) in die große Körperschlagader (Aorta) von wo es über sich aufzweigende, kleiner werdende Arterien zu Organen und Geweben fließt. (Siehe auch hier.)

Der arterielle (rote) Teil des Blutkreislaufs ist durch hohen Blutdruck und dicke und muskelreiche Wände der Blutgefäße gekennzeichnet; er ist ein Hochdrucksystem; der venöse (blaue) Teil dagegen ist ein Niederdrucksystem; die Gefäße (Venen) sind dünnerwandig.

Herzkreislaufkrankheiten des Hochdrucksystems sind meist durch eine Arteriosklerose bedingt, sehr viel seltener durch Krankheiten des Bindegewebes oder der Gefäßmuskulatur; solche des Niederdrucksystems durch Thrombosen und Embolien.

Erkrankungen

Die häufigsten Erkrankungen des arteriellen Herzkreislaufsystems sind

Zu ihnen werden gelegentlich zusätzlich gezählt:

Vielfach werden auch die Hypertonie und Erkrankungen des Venensystems, wie Thrombosen inkl. der Pfortaderthrombose, sowie Krampfadern zu den Herz-Kreislaufkrankheiten gezählt. Auch können das Marfansyndrom, eine Medianekrose der Aorta mit Aortendissektion, entzündliche Erkrankungen der Arterienwand (Beipiele Morbus Horton, Panarteriitis nodosa), eine leukozytoklastische Vaskulitis und und andere Erkrankungen der Blutgefäße, wie eine fibromuskuläre Hyperplasie am Abgang der Nierenarterien, im weiteren Sinne hinzugerechnet werden.

Übliche Bedeutung

Am häufigsten wird die Bezeichnung für die durch eine Arteriosklerose entstandenen oder mit ihr zusammenhängenden Herzkreislaufkrankheiten verwendet, also für Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit, Angina pectoris, Gefäßsklerose (Arteriosklerose) und Schlaganfall.

Im Wesentlichen handelt es sich um solche Krankheiten des Herzkreislaufsystems, die durch Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Fettsucht (Adipositas), Bluthochdruck (Hypertonie) und/oder Rauchen gefördert werden.

Risikofaktoren

Die meisten Risikofaktoren sind solche, die eine Arteriosklerose fördern. Die Hauptfaktoren sind im tödlichen Quartett zusammengefasst.

Viele der Risikofaktoren können durch eine Veränderung des Lebensstils günstig beeinflusst werden. Zu ihnen gehören überkalorische und kohlenhydratreiche Kost, Rauchen und Bewegungsarmut. Starkes Übergewicht und einige Stoffwechselstörungen verstärken das Risiko erheblich.

Andere Prädispositionen sind genetisch bedingt, wie solche, die den Fettstoffwechsel oder Homocystein betreffen, und durch Maßnahmen zur Veränderung der Lebensgewohnheiten alleine nicht zu beherrschen. Sie bedürfen ggf. einer medikamentösen Therapie (siehe jeweils dort).

→ Dazu siehe auch hier.

Verweise

 

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).