Diagnostik der Leberzirrhose – einfach erklärt

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Die Diagnostik einer Leberzirrhose beinhaltet eine genaue Vorgeschichte (Anamnese), die körperliche Untersuchung und eine Reihe technischer Untersuchungen. Bereits Anamnese und Untersuchungsbefund können in Einzelfällen relativ sicher auf diese Leberkrankheit schließen lassen. Meist sind jedoch Zusatzuntersuchungen zur Bestätigung erforderlich. Eine definitive Sicherung kann manchmal erst durch eine mikroskopische Beurteilung einer Gewebeprobe erfolgen. „Diagnostik der Leberzirrhose – einfach erklärt“ macht die Untersuchungen, die zur Sicherung einer Leberzirrhose und ihrer Komplikationen erforderlich sind, verständlich.

Wichtige Untersuchungsmethoden

  • Die klinische Untersuchung: Vielfach lässt sich der Verdacht auf eine Leberzirrhose bereits durch eine klinische Untersuchung erheben. Der Arzt tastet nach der Leber, sucht Leberhautzeichen, Umwegskreisläufen des Bluts auf der Bauchhaut und Zeichen für Bauchwasser (Aszites).
  • Sonographie der Leber: Genauere Hinweise ermöglicht eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Leber nach ihrer Form, Struktur und nach Umwegskreisläufen (Stau des Bluts im Pfortaderkreislauf und Erweiterung von Blutgefäßen, die um die verhärtete Leber herumführen) untersucht wird. Sie kann gleichzeitig aufzeigen, ob eine Herdbildung in der Leber erkennbar ist, denn man weiß, dass die Leberzirrhose ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs birgt. Gelegentlich sind weitere bildgebende Verfahren erforderlich, wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie  MRT).
  • Die Laborwerte der Leber: Leberwerte sagen etwas über die Intaktheit und Leistungsfähigkeit der Leber aus, ihre verschiedenen Funktionen zu erfüllen und darüber, ob sich Krebs in ihr entwickelt:
  • Gewebeprobe durch Leberpunktion: Sie ist nicht immer erforderlich, wird aber dann empfohlen, wenn eine andere Krankheit mit ähnlicher Symptomatik schwierig abzugrenzen ist, wie es bei einer akuten Fettleberhepatitis (dem Zieve-Syndrom) beispielsweise der Fall sein kann. Und sie wird manchmal wichtig, um eine Diagnose ursächlich zu klären oder ein Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen, wenn andere Methoden nicht oder nicht genau genug zu erzielen ist. Siehe auch unter Leberhistologie.
  • Direkte Leberbesichtigung durch Laparoskopie bzw. Minilaparoskopie: Sie ist immer dann von Vorteil, wenn die Veränderungen der Leber unregelmäßig und nicht homogen verteilt sind. Die Methoden werden relativ im Gegensatz zu früheren Jahren nur noch selten durchgeführt, sind aber immer noch von hoher Aussagekraft, und sie ermöglicht eine gezielte Probenentnahme (Leberpunktion), wenn eine Stelle auf der Oberfläche der Leber auffällig ist. Denn bei einer Leberzirrhose ist der Untersucher immer auch auf der Suche nach einem möglichen Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom).

Schweregrad der Leberzirrhose

Die Leberzirrhose entwickelt sich kontinuierlich aus einer Leberfibrose und stellt eine narbig durchsetzte Leber dar, die sich selbst weiter entwickeln und verschlechtern kann. Das „Staging“ informiert über den Grad der erreichten Funktionseinschränkungen, das „Grading“ über die Geschwindigkeit der ablaufenden Vernarbungsprozesse.

Stadium der Zirrhose

Die Child-Pugh-Klassifikation teilt die Leberzirrhose nach ihrem Schweregrad ein (siehe hier). Sie berücksichtigt Informationen zur Blutgerinnung, die Albuminkonzentration im Blut, eine Aszitesbildung und die Hirnleistung.

Aktivität der Zirrhose

Um die Zirrhose genau zu charakterisieren, sind Informationen zur Geschwindigkeit des narbigen Umbaus erforderlich. Die Umbaugeschwindigkeit lässt sich aus der Aktivität der Grunderkrankung ablesen und beinhaltet TransaminasenEntzündungsparameter und meist auch das histologische Bild mit den dort erkennbaren Entzündungszeichen. Um die Aktivität der Erkrankung festzustellen, ist meist eine Leberbiopsie erforderlich.


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Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).