Aszites-Therapie

Eine wirksame Aszites-Therapie setzt die Kenntnis der Ursache voraus. Aszites (Bauchwassersucht) ist die schwerwiegende Folge einer in der Regel ernsten Krankheit. Ursachen sind die Leberzirrhose (häufigste Ursache), eine Bauchfellentzündung, eine Tumorausbreitung im Bauchraum (Bauchfellkrebs, Peritonealkarzinose) und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die Behandlung erfolgt je nach Ursache. In jedem Fall sollte das Bauchwasser soweit ausgeschwemmt werden, dass es entweder nicht mehr nachweisbar ist oder keine Beschwerden mehr macht.


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Therapie

Die Therapie muss individuell angepasst werden. Unabhängig von der Ursache sind folgende Möglichkeiten zu erwägen:

Basistherapie

  • Bettruhe
  • Kochsalz-Restriktion
    Zur Kontrolle wird die Natrium-Ausscheidung im 24-Std.-Urin bestimmt, sie muss größer sein als die Natrium-Zufuhr. Flüssigkeitsrestriktion (auf ca. 1.000 ml/d).
  • Nur bei Hyponatriämie
    Ziel: Gewichtsverlust von 300-700 g/d, bei zusätzlich bestehenden Ödemen bis 1.000 g/d. Wenn kein Erfolg der Kochsalz- und Flüssigkeitsrestriktion, dann zusätzlich Diuretikatherapie (allerdings müssen nicht immer kleine Aszitesmengen ausgeschwemmt werden).

Diuretikatherapie

Indikationen: Schmerzen oder Beschwerden durch den Aszites, Beeinträchtigung der Atmung, drohende Oesophagusvarizenblutung, Nabel- und Leistenhernien, Herzinsuffizienz.

Cave.: Kreatininerhöhung (>2-fach), akute gastrointestinale Blutung, schwere bakterielle Infekte (spontane bakterielle Peritonitis).

Ziel: Verbesserung der Lebensqualität, nicht Beseitigung des Aszites um jeden Preis.

Abschätzung der Erfolgsaussichten: Bestimmung der fraktionellen Natrium-Ausscheidung im Urin: bei Werten >0,2-0,5% ist ein Ansprechen der diuretischen Therapie wahrscheinlich; bei Werten <0,2-0,5% besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Diuretikaresistenz; es sollten dann von vornherein nicht-medikamentöse Maßnahmen angewendet werden (Paracentese oder peritoneovenöser Shunt (PVS)).

Kontrollen: Zur Kontrolle der Aszitesmenge dient die abdominelle Ultraschalluntersuchung. Zur Vermeidung von Komplikationen der Diuretikatherapie werden folgende Parameter geprüft:

  • Elektrolyte,
  • Nierenfunktion,
  • zerebrale Funktion (z. B. Rechnen oder psychometrische Tests).

Mehr zu Diuretika siehe hier.

Ursachen bei fehlendem Therapieerfolg

Wenn der Aszites mit Medikamenten nicht mobilisierbar ist, was in ca 5-10% der Fall ist, spricht man von therapierefraktärem Aszites (Definition des International Ascites Club 1996). Es sind mögliche andere Ursachen des Aszites zu überprüfen, z. B.

Optionen bei therapierefraktärem Aszites

Zu den Therapieoptionen des medikamentös nicht mobilisierbaren Aszites gehören[1]:

Bei Aszites, der nicht erwartungsgemäß auf eine Behandlung anspricht, mus immer auch an eine maligne Ursache gedacht werden. Der Nachweis von Tumorzellen im punktierten Bauchwasser bestätigt ggf. den Verdacht. In solchen fällen muss der auslösende Tumor behandelt werden. Ist dies unzureichend, kann bei positivem Nachweis einer speziellen Oberflächenantigens auf den Krebszellen (EpCAM) eine intraperitoneale Behaldlung mit Catumaxomab zu einer rasschen und deutlichen Abnahme der Nachproduktion von Aszites führen (siehe hier).

→ Zur Behandlung von chylösem Aszites siehe hier.
→ Zum Aszites siehe auch hier.


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Verweise

Literatur

  1. ? Curr Treat Options Gastroenterol. 2006; 9: 530-7
  2. ? Eur J Gastroenterol Hepatol. 2006; 18: 1143-50