Peritoneovenöser Shunt

Von Fachärzten verständlich geschrieben und wissenschaftlich überprüft

Peritoneovenöser Shunt bedeutet Schlauchverbindung zwischen der Bauchhöhle und oberer Hohlvene, durch die Bauchwasser (Aszites) ins Blutgefäßsystem abgeleitet wird. Diese Therapiemethode kommt in Betracht, wenn konservative Maßnahmen nicht zu einer ausreichenden Senkung der Bauchwassermenge führen.

Zum Aszites siehe hier.


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Methode

Die Anlage eines peritoneovenösen Shunts ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem in örtlicher Betäubung oder unter Analgosedierung ein Katheter in die Leibeshöhle gelegt wird. Er wird unter der Haut bis zu einer Vene gezogen, die in die große Vene unter dem Schlüsselbein (Vena subclavia) mündet. Von dort wird das Ende des Katheters bis in die obere Hohlvene (Vena cava superior) vorgeschoben. Nun kann Aszites aus dem Bauchraum ins Blut abfließen. Ein kleines Pümpchen im Schlauchverlauf wird so auf einer Rippe positioniert, dass man durch Druck von außen einen Fluss im Schlauch erreichen kann, so dass man auch bei fehlendem Überdruck im Bauchraum eine Abnahme des Aszites bewirken kann.

Komplikationen

Bei der Anlage des Shunts kann es zu lokalen Blutungen kommen, insbesondere dann, wenn durch eine Syntheseleistungsstörung der Leber eine Blutungsneigung besteht.

Zwei Hauptkomplikationen sind zu gewärtigen, eine durch gerinnungsfördernde Substanzen im Aszites im Blut ausgelöste Blutgerinnung, ein Shuntverschluss, eine Venenthrombose, Infektionen und ein Aszites-Leck an der Punktionsstelle.

Gerinnungsstörung (Hyperfibrinolyse)

Sie läßt sich präoperativ abschätzen durch die Bestimmung der Plasminogenaktivität im Aszites.

Bei Werten für CTA <0,7 U/ml und einer alpha2-Antiplasminaktivität <0,1 U/ml besteht die Gefahr einer Gerinnungsstörung. Man gibt dann präoperativ Dexamethason intraperitoneal (Hemmung der Synthese der Plasminogenaktivatoren in den Peritonalmakrophagen).

Läßt sich präoperativ ein Erfolg dieser Maßnahmen nicht verifizieren, kann man postoperativ prophylaktisch Fibrinolysehemmer geben (z.B. 500.000 I.E. Aprotinin (Trasylol) als Bolus, dann 100.000 I.E./h über Perfusor).

Shuntverschluß (häufigste Komplikation)

Nachweis: Duplexsonographie, Shuntographie
Maßnahmen: lokale Lyse mit Urokinase oder rtPA

Infektionen

Zur Vermeidung von Infektionen Antibiotikaprophylaxe: 2 g Cefotaxim präoperativ und für 2 Tage postoperativ.

Bei 60% der Patienten tritt nach der Shunt-OP Fieber auf, das nicht infektionsbedingt ist.

Leck an der Punktionsstelle

Diese Komplikation tritt gelegentlich vor allem bei sehr ausgeprägtem Aszites und praller Bauchhaut auf.

Herzdekompensation

Sie kann durch rasche Auffüllung des Gefäßbetts mit viel Aszitesflüssigkeit eintreten, vor allem, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist. Daher ist vor Anlage des PVS ggf. Paracentese durchzuführen.


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Verweise