Hyperaldosteronismus

Als Hyperaldosteronismus wird eine dauerhaft vermehrte Produktion des Hormons Aldosteron bezeichnet. Sie führt zu einer übermäßigen Kaliumausscheidung über die Nieren verbunden mit einer Retention von Natrium und demzufolge zu einer Hypokaliämie und manchmal mit einer Hypernatriämie. Der Kaliummangel hat wieder ausgeprägte Folgen bezüglich Kraftlosigkeit und Müdigkeit. Es kann eine metabolische Alkalose (Anhebung des Blut-pH-Werts) entstehen.

Das Hormon Aldosteron wird in den Nebennieren gebildet (dort in der Zona glomerulosa der  Nebennierenrinde) und dient dazu, Natrium (und damit Kochsalz) im Körper zurückzuhalten, wenn dies zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks erforderlich ist. Die Bildung des Aldosterons ist daher normalerweise in einen Regelkreis eingebunden (siehe unter Renin-Aldosteron-Angiotensin-System, RAAS). Im Fall des Conn-Syndroms (primärer Hyperaldosteronismus) findet sich eine dem Regelkreis entkoppelte, dauerhaft erhöhte Aldosteronbildung.


→ Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!
→ Verstehen und verwalten Sie Ihre Laborwerte mit der Labor-App Blutwerte PRO!


Formen

Eine dauerhaft vermehrte Produktion von Aldosteron findet sich bei zwei unterschiedlichen Formen:

Primärer Hyperaldosteronismus

Diese Form wird oft als Conn-Syndrom bezeichnet. Sie ist verursacht durch ein meist einseitiges Adenom, seltener Karzinom der Nebenniere. Neubildungen (Neoplasien) dieser Art produzieren unabhängig von Regelkreisen (autonom) dauerhaft vermehrt Aldosteron. Die primäre Form eines Hyperaldosteronismus ist durch die Kombination von Hypokaliämie, Hypertonie und nicht erhöhtem Renin im Blut gekennzeichnet. Ist klinisch eine solche Kombination zu finden, so ist nach einer autonomen Neoplasie der Nebennieren zu suchen.
Dazu siehe hier.

Sekundärer Hyperaldosteronismus

Er ist verursacht durch eine übermäßige Anregung des körpereigenen Regelkreises, in den die Aldosteronproduktion eingebunden ist. Eine solche übermäßige Anregung ist Folge einer krankhaften Schwäche des linken Herzens (Linksherzinsuffizienz), welches zu schwach geworden ist, einen normalen Blutdruck aufrecht zu erhalten. Die reaktiv vermehrte Produktion von Renin führt zu einer Ankurbelung der Produktion von Aldosteron, was auf Dauer daher eine beidseitige Vergrößerung (Hyperplasie) der Nebennierenrinde zur Folge hat. Diese sekundäre Form des Hyperaldosteronismus ist gekennzeichnet durch einen erniedrigten Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie), eine fehlende Hypertonie und einen erhöhten Reninspiegel im Blut.
Zum Regelkreis des Aldosterons, dem Renin-Aldosteron-Angiotensin-System (RAAS) siehe hier.

Verweise