Spironolacton

Spironolacton ist ein Aldosteronantagonist, der als Diuretikum wirkt. Es blockiert die Rezeptoren für Mineralokortikoide, damit speziell auch die Wirkung von Aldosteron. Ein weiterer Aldosteronantagonist ist Eplerenon.

Die Bioverfügbarkeit von Spironolacton ist hoch (>90%); der volle Wirkungseintritt wird erst nach 2-3 Tagen erreicht.

Das Wichtigste

Kurzgefasst
Spironolacton ist ein Medikament zur Behandlung von Wassereinlagerungen in den Körper insbesondere bei einer Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) und bei einer Leberzirrhose. Es hilft, Ödeme und Aszites auszuschwemmen. Unter den Nebenwirkungen von Spironolacton ist vor allem eine Kaliumanreicherung im Körper zu beachten. Der Kaliumspiegel sollte während der Medikation unter Kontrolle bleiben. Bei einer Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz) ist die Indikation streng zu stellen. Im Laufe der Jahre kann sich beim Mann eine Brustvergrößerung (Gynäkomastie) entwickeln.

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Wirkungen

  • Spironolacton hemmt die Aldosteron-Rezeptoren im spätdistalen Tubulus und oberen Sammelrohr und führt damit zu einer vermehrten Natrium-Ausscheidung. Im Gegenzug wird allerdings Kalium vermehrt retiniert, so dass unter Spironolacton eine Tendenz zur Hyperkaliämie besteht.
  • Spironolacton hat einen geringen positiv inotropen Effekt. 1)Hypertension. 2002 Aug;40(2):130-5
  • Es besteht ein antiandrogener (verweiblichender) Effekt; beim Mann kann dadurch eine Gynäkomastie entstehen.
  • Spironolacton wird im Körper zu Canrenon metabolisiert.
  • NSAR vermindern die renale Ausscheidung von Natrium (Natriurese) unter Spironolacton erheblich und sollten nicht oder nur unter strenger Indikation und Beobachtung zusammen mediziert werden.
  • Es besteht eine Interferenz mit Cumarin-Präparaten!! (Senkung des Quickwerts)
  • Spironolacton vermindert die Wirksamkeit von Digitoxin, einem Digitalis-Präparat. Es beschleunigt seine Ausscheidung über die Galle, wie auch im Tierversuch bewiesen wurde. 2)Drug Metab Dispos. 1979 Sep-Oct;7(5):280-4 Dies gilt nicht in gleicher Weise für Digoxin. Der Digoxin-Spiegel lag unter gleichzeitiger Spironolacton-Medikation nur tendenziell niedriger. 3)Eur J Clin Pharmacol. 1992;42(5):481-5

Eine Metaanalyse von Studien ergab, dass Spironolacton im Vergleich mit Placebo als Zusatz zu einer Basistherapie bei resistenter Hypertonie den systolischen und den diastolischen Blutdruck um 15,73 mm Hg und 6,21 mm Hg senkte. 4) 2017;39(3):257-263. doi: 10.1080/10641963.2016.1246564.

Bei milder bis mäßiger chronischer Nierenkrankheit, die unter einer Behandlung mit ACE-Hemmern oder Angiotensinrezeptorblockern standen, reduzierte Aldosteron die Proteinurie und den Blutdruck, aber erhöhte das Risiko einer Hyperkaliämie und einer Gynäkomastie. 5) 2014 Apr 29;(4):CD007004. doi: 10.1002/14651858.CD007004.pub3.

Bei Dialysepatienten führte der Zusatz von Aldosteronantagonisten zu einer Reduktion der Mortalität und einer Verbesserung der Herzfuktion. 6) 2019 Mar 3;2019:1925243. doi: 10.1155/2019/1925243.

Indikationen

Spironolacton wirkt bei Krankheiten mit primärem oder sekundärem Hyperaldosteronismus. Es wird hauptsächlich verwendet bei der Herzinsuffizienz mit Ödemen, der Leberzirrhose mit Aszites und beim Conn-Syndrom.

Unerwünschte Wirkung

Die wesentlichsten Nebenwirkungen betreffen:

Verweise


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).



Literatur   [ + ]

1. Hypertension. 2002 Aug;40(2):130-5
2. Drug Metab Dispos. 1979 Sep-Oct;7(5):280-4
3. Eur J Clin Pharmacol. 1992;42(5):481-5
4. 2017;39(3):257-263. doi: 10.1080/10641963.2016.1246564.
5. 2014 Apr 29;(4):CD007004. doi: 10.1002/14651858.CD007004.pub3.
6. 2019 Mar 3;2019:1925243. doi: 10.1155/2019/1925243.