ACE-Hemmer

ACE-Hemmer sind Hemmstoffe des Angiotensin Converting Enzyms (ACE). Beispiele: Captopril, Enalapril, Ramipril, Lisinopril

Wirkungen

RAAS-Hemmung: Das Angiotensin Converting Enzym (ACE) wandelt Angiotensin I in Angiotensin II um, das die Produktion von Aldosteron in den Nebennieren und von Vasopressin (Adiuretin) in der Hypophyse anregt, und selbst vasokonstriktorisch wirkt. (Andere potente Vasokonstriktoren sind Noradrenalin, Vasopressin und Endothelin.)

Eine Hemmung des Enzyms führt zu einer verminderten Bildung von Angiotensin II, Aldosteron und Vasopressin. Auch wird Bradykinin vermindert abgebaut, was eine Reihe von Nebenwirkungen der ACE-Hemmer begründet (so auch den trockenen Husten durch Bronchokonstriktion).

Hemmer der Angiotensin-II-Wirkung (AT1-Blocker, Sartane) wirken in der RAAS-Kaskade einen Schritt hinter dem primären Wirkort der ACE-Hemmer und damit ähnlich wie sie, haben jedoch in der Regel weniger Nebenwirkungen (z. B. kein Hustenreiz).

ACE-Hemmer und AT1-Blocker können in besonderen Fällen zur Wirkungssteigerung kombiniert werden.

Antientzündliche und antifibrotische Wirkung: ACE-Hemmer entfalten zudem antifibrotische und antiinflammatorische Wirkungen 1)J Gastroenterol Hepatol. 2007 Jun;22 Suppl 1:S93-5 2)PLoS One. 2014 Dec 4;9(12):e111952. doi: 10.1371/journal.pone.0111952. eCollection 2014..

Therapeutische Indikationen

ACE-Hemmer sind potente Medikamente, die in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) eingreifen.

Der durch eine ACE-Hemmer-Therapie eintretende Vasopressinmangel kann bei Patienten, die in einen Schock geraten sind, zu einem erhöhten Katecholamin-Bedarf führen (was in der Intensivmedizin gewärtig sein muss).

Unerwünschte Wirkungen

Zu den Nebenwirkungen der ACE-Hemmer gehören

  • Hypotonie (daher bei Ersteinstellung Testdosis eines kurz wirksamen ACE-Hemmers empfehlenswert),
  • Hyperkaliämie (besonders in Kombination mit Kalium-sparenden Diuretika),
  • Hustenreiz.
  • Allergisch-hypererge Reaktionen (selten).
  • ACE-Inhibitor-induziertes Angioödem: Eine seltene, aber wichtige Komplikation von ACE-Hemmern ist das Angioödem. Es reagiert auf Glukokortikoide plus Antihistaminika; Icatibant, ein selektiver Bradykinin-B2-Receptorantagonist, jedoch führt zu einer deutlich rascheren Besserung 3)N Engl J Med. 2015 Jan 29;372(5):418-25.

Pharmakokinetik

Die einzelnen ACE-Hemmer werden unterschiedlich resorbiert (z. B. Ramipril nur etwa 20%). Die meisten Medikamente dieser Gruppe sind Prodrugs und werden erst im Körper aktiviert (Ausnahmen: Captopril und Lisinopril). Auch die Wirkungsdauer ist sehr unterschiedlich; am kürzesten ist sie bei Captopril (Plasmahalbwertszeit ca. 2 Stunden). Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren.

Verweise


Literatur   [ + ]

1. J Gastroenterol Hepatol. 2007 Jun;22 Suppl 1:S93-5
2. PLoS One. 2014 Dec 4;9(12):e111952. doi: 10.1371/journal.pone.0111952. eCollection 2014.
3. N Engl J Med. 2015 Jan 29;372(5):418-25