Hepatozelluläres Karzinom

Hepatozelluläres Karzinom (engl.: hepatocellular carcinoma, HCC) bedeutet ein von Leberzellen (Hepatozyten) ausgehender bösartiger (maligner) Tumor. Es gehört zu den häufigsten Tumoren weltweit. Besonders häufig entwickelt es sich in einer Narbenleber (Leberzirrhose) oder einer Virus-bedingten Leberentzündung (Virushepatitis: Hepatitis B und C). Nicht jeder in der Leber nachweisbare Tumor ist Leberkrebs. Bösartige Raumforderungen in der Leber sind hierzulande meist Tochtergeschwülste anderer Tumore, die sich in der Leber angesiedelt haben; sie werden nicht unter dem Begriff Leberkrebs subsummiert, sondern als Lebermetastasen bezeichnet.


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Epidemiologie

In der westlichen Welt kommt das HCC bei ca. 1-3 pro 100 000 Einwohner, in Südafrika und Ostasien bei ca. 50-150 Einwohnern pro Jahr  vor. Der Anstieg der Inzidenz in westlichen Ländern beruht auf der Zunahme des Übergewichts und der mit ihr assoziierten nichtalkoholischen Fettleberhepatitis, die eine wichtige Ursache einer Leberzirrhose darstellt, die wiederum das Hauptrisiko für Leberkrebs bedeutet. 1)World J Gastroenterol. 2015 Nov 14;21(42):12003-21. doi: 10.3748/wjg.v21.i42.12003. PMID: 26576088; … Continue reading

Entstehung

Ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) entwickelt sich in aller Regel auf dem Boden einer Leberzirrhose aus entarteten Hepatozyten bzw. deren Vorstufen. Dies gilt vor allem in den Fällen, in denen die Leberzirrhose hervorgerufen wird durch

Eine unerkannt gebliebene Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBsAg negativ und HBV-DNA im Serum in PCR nachweisbar) scheint das HCC-Risiko bei HCV-Infektion zu erhöhen. Auch in einer nicht zirrhotischen Leber erhöht eine HBV-HCV-Koinfektion das HCC-Risiko 2)Kubo, S. et al. Cancer 1999; 86: 793-798.

Eine Leberzirrhose auf dem Boden einer primär biliären Cholangitis (PBC) oder eines Morbus Wilson hat dagegen kein, oder ein nur gering erhöhtes Risiko eines HCC.

Pathologische Anatomie

Das hepatozelluläre Karzinom bildet zunächst meist lokale Satelitenmetastasen in der Leber.

Typischerweise sind HCCs  arteriell besonders gut durchblutet (hypervaskularisiert und entsprechend hyperperfundiert). Pfortaderäste dagegen tragen zur Durchblutung kaum bei. Das hat eine Bedeutung für die Kontrastmittelanschwemmung bei der Diagnostik durch die Kontrastmittelsonographie.

Ein hepatozelluläres Karzinom produziert im Gegensatz zu dem umgebenden normalen Lebergewebe keine Galle. Dies lässt sich zur Erkennung (Diagnostik) durch gallegängige Kontrastmittel ausnutzen, so auch für die Leberszinitigraphie.

Die Tumorzellen können gut, mittelgradig oder auch niedrig differenziert sein. Es wird eine Stadieneinteilung nach der TNM-Klassifikation vorgenommen.

Sonderform

Fibrolamelläres Karzinom (FL-HCC)

Das fibrolammelläre Karzinom ist eine Sonderform eines HCC, das sich meist in einer nicht zirrhotischen Leber bei Patienten im jüngeren und mittleren Lebensalter entwickelt. Der sonst HCC-typische Tumormarker AFP ist in der Regel negativ. Oft findet sich ein hoher Vitamin-B12-Spiegel im Blut. Es werden 2 Typen unterschieden, das reine FL-HCC und die gemischte Form, die Anteile eines normalen HCC enthält und etwa 25% aller FL-HCC-Fälle ausmacht. Eine genetische Analyse kann zur Diagnostik verwendet werden (DNAJB1:PRKACA-Fusion) 3) 2018 Oct;68(4):1441-1447. doi: 10.1002/hep.29719..

Das fibrolammelläre Karzinom ist, wenn früh diagnostiziert, meist gut operativ resezierbar. Nicht resezierbare Tumore sind schwer behandelbar. Immuncheckpoint-Inhibitoren (PD-1-Hemmer) sind offenbar wirkungslos, wie Einzelbeobachtungen nahelegen. 4)Visc Med. 2019 Mar;35(1):39-42. doi: 10.1159/000497464. Epub 2019 Feb 12. PMID: 31312648; PMCID: … Continue reading 5)J Med Case Rep. 2021 Mar 16;15(1):132. doi: 10.1186/s13256-021-02695-8. PMID: 33722275; PMCID: … Continue reading


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Literatur

Literatur
1 World J Gastroenterol. 2015 Nov 14;21(42):12003-21. doi: 10.3748/wjg.v21.i42.12003. PMID: 26576088; PMCID: PMC4641121.
2 Kubo, S. et al. Cancer 1999; 86: 793-798
3 2018 Oct;68(4):1441-1447. doi: 10.1002/hep.29719.
4 Visc Med. 2019 Mar;35(1):39-42. doi: 10.1159/000497464. Epub 2019 Feb 12. PMID: 31312648; PMCID: PMC6597907.
5 J Med Case Rep. 2021 Mar 16;15(1):132. doi: 10.1186/s13256-021-02695-8. PMID: 33722275; PMCID: PMC7962306.