Laborwerte bei Leberkrankheiten

Laborwerte bei Leberkrankheiten werden zur Ursachendiagnostik, Prognoseabschätzung und Verlaufskontrolle verwendet. Ihre Interpretation ist abhängig von individuellen Gegebenheiten wie der Krankheitsphase, Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten, einer eventuellen allergischen Reaktionsbereitschaft, den Stoffwechseleigenschaften des Körpers und Komorbiditäten etc. Im individuellen Fall ist der behandelnde Arzt zu befragen.


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Gamma-Glutamyltransferase, gamma-GT

Die gamma-GT (auch als GGT abgekürzt) ist eine Peptidase, die Glutathion (gamma-Glutamyl-Cysteinyl-Glycin) in Cysteinylglycin und einen gamma-Glutamyl-Rest spaltet. Diese Funktion ist Teil des Glutamatzyklus. Das Enzym gehört zusammen mit der alkalischen Phosphatase, der 5´-Nukleotidase und der Leucin-Aminopeptidase zu den Cholestaseenzymen.

Halbwertszeit im Blut (frei und gebunden an Lipoproteine, besonders an HDL): 10-20 h

Induktion der Neusynthese in der Leber: bei Cholestase, Alkohol, Medikamente, toxischen Substanzen u. a.

Normalbereich: 6 – 28 U/l

Differentialdiagnostische Überlegungen

Aktivitäten finden sich in der Niere (höchste Aktivität in proximalem Tubulusepithel), Leber, Pankreas, Dünndarm, Plexus choreoideus (nicht im Knochen). In der Regel entstammt die im Serum messbare GGT der Leber (sie ist ein “Leberwert”).

Eine Erhöhung der gamma-GT-Aktivität im Serum findet sich bei

Leichte Erhöhung der GGT-Aktivität (bis 4fach)

Mäßige Erhöhung der GGT-Aktivität (4-8fach)

Starke Erhöhung der GGT-Aktivität (> 8fach)

Isolierte Erhöhung der GGT (individuell unterschiedlich)

Mehr zur Gamma-GT siehe hier.

Alkalische Phosphatase, aP

Die Enzymaktivität einer alkalischen Phosphatase im Serum entstammt Enzymen aus verschiedenen Organen und Geweben. Aktivitäten stammen aus Leber, Knochen, Niere, Darm, Plazenta. Die Isoenzyme aus Leber, Knochen und Niere unterscheiden sich nur im Kohlenhydrat- und Sialinsäureanteil. Die im Serum messbare aP gehört mit der gamma-GT, der 5´-Nukleotidase und der Leucin-Aminopeptidase (LAP) zu den Cholestaseenzymen (siehe auch unter Cholestase und Cholestaseparameter).

Normalbereich: 55 – 175 U/l (30-120 U/l bei 37 Grad C (0.5-2.0 mikrokat/l))

Differentialdiagnostische Überlegungen

Zur Differentialdiagnose muss die Aktivität anderer Cholestaseenzyme bestimmt werden, die nicht zusätzlich osteogener Herkunft sein können (beispielsweise gamma-GT, LAP, 5´-Nukleotidase).

Eine Erhöhung der aP-Aktivität im Serum findet sich meist bei

Leichte bis mäßige Erhöhung (bis 2fache Erhöhung)

Mäßige Erhöhung (2-4fach)

  • z.B. bei cholestatischem Verlauf einer Hepatitis
  • bei chronischen nicht-eitrigen Cholangitiden (PBC, PSC)
  • hohe Werte >800 U/l weisen auf Knochenprozesse hin (z. B. M. Paget)

Starke Erhöhung (4-8fach)

Sehr starke Erhöhung (> 8fach)

– bis 57fache Erhöhung bei isolierter Hyperphosphatasie (transitorische Form)

Mehr zur alkalischen Phosphatase siehe hier.


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