Lungenkrebs – einfach erklärt

Lungenkrebs ist eine bösartiger Wucherung von Lungengewebe. der Lungen. Die Seite „Lungenkrebs – einfach erklärt“ soll das Wichtigste zur Erkrankung verständlich machen.

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Es gibt zwei Haupttypen,

  • den kleinzelligen Lungenkrebs (15% der bösartigen Lungentumore) und
  • den nicht kleinzelligen Lungenkrebs; er liegt meist vor, wenn von Lungenkrebs geredet wird. Er wird ganz überwiegend durch Rauchen verursacht.

Die beiden Typen werden oft als Kleinzeller und Nichtkleinzeller bezeichnet und mit SCLC (smal cell lung carcinoma) und NSCLC (non smal cell lung carcinoma) abgekürzt.

→ Zu Fachinfos siehe hier.


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Ursachen

Bei weitem häufigste Ursache von nicht kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC):

Deutlich seltener sind:

  • genetische Veranlagungen: sie herrschen besonders beim Kleinzeller (SCLC) vor, lassen sich aber auch beim Adenokarzinom der Lunge, einem NSCLC, finden.
  • Asbest (Dämmmaterial alter Häuser),
  • Radon-Gas; Orte besonderer Radon-Belastung siehe Radonkarte von Deutschland des Bundesamts für Strahlenschutz, Radon aus alten Hauswänden,
  • andere Strahlenquellen
  • sonstige chemische Auslöser (z. B. Chrom (IV): DNA-Schädigung; früher in Farbstoffen, z. B. von Lederarmbändern, Kinderspielzeug und auch in Zement enthalten, seit 2015 strenge Grenzwerte oder Verbote), Arsen, Teerstoffe,
  • infektiöse Auslöser chronischer Entzündungen (Narbenkarzinom, z. B. durch eine Tuberkulose),
  • Luftverschmutzung (Feinstaub).

Bei etwa 85% der NSCLC findet sich eine besonders starke Ausprägung eine Zellrezeptors, der das Wachstum anregt. Es handelt sich um den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR), der bei einer bestimmten Mutation (del19 EGFR) besonders stark exprimiert (gebildet) wird. Wenn diese Mutation nachweisbar ist, können EGFR-Tyrosinkinasehemmer eine gute Behandlungsoption sein (s. u.).

Symptomatik

Die vorherrschenden Symptome und Beschwerden sind folgende:

Die Symptome können je nach Lokalisation und Stadium der Erkrankung unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Paraneoplasien

Gelegentlich kommen zusätzliche Symptome hinzu, die einer Paraneoplasie zuzuordnen sind. Das sind Fernwirkungen des Tumors durch Botenstoffe. Dazu gehören

Diagnostik

Querschnittsbild der Lungen im Computertomogramm. In der rechten Lunge findet sich ein großer Tumor mit Verbindung zum Lungenfell (Pleurainfiltration). Er ist Ursache eines malignen (bösartigen) Pleuraergusses, der die Atemfläche stark einengt.

Zur Voraussetzung einer typen- und stadiengerechten Behandlung ist eine genaue Diagnostik erforderlich. Sie umfasst

  • eine ausführliche Anamnese mit Erfassung möglicher familiärer Krebsbelastung und Krebs auslösender Faktoren, wie Rauchen. und Feinstaub-Exposition und einer chronischen Tuberkulose,
  • die körperliche Untersuchung mit spezieller Suche nach vergrößerten und tumorverdächtigen Lymphknoten (besonders oberhalb der Schlüsselbeine) sowie
  • technische Untersuchungen, wie Laborwerte und bildgebende Verfahren.

Technische Untersuchungen

Computertomographisches Querschnittsbild des Brustraums mit Nachweis eines Tumors, der Anschluss an das Lungenfell (Pleura) gewonnen und einen großen Erguss hervorgerufen hat.

Die Diagnose stützt sich meist auf

  • ein bildgebendes Verfahren, wie ein Röntgenbild der Lungen und eine Computertomographie, sowie auf
  • die Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) mit Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) für eine Untersuchung unter dem Mikroskop (Histologie, histologische Untersuchung).

Laborwerte

Der Umfang der anfänglichen Laborwerte umfasst eine „große Routine“ wie bei einer Tumorsuche (siehe hier). Dazu gehören Blutbild, Gerinnungswerte, Elektrophorese, Leberwerte, Nierenwerte, Bauchspeicheldrüsenwerte und Entzündungsparameter. Das Blutbild soll über eine evtl. bereits eingetretene Anämie informieren. Die übrigen Parameter geben Auskunft über eine mögliche Organmitbeteiligung, eine Paraneoplasie und für mögliche Begrenzungen einer in Frage kommenden Therapie.

Als Tumormarker des Lungenkarzinoms dienen Cyfra 21-1 und NSE. Sie dienen zur Verlaufskontrolle.

Bildgebende Diagnostik

  • Röntgenuntersuchungen des Brustbereichs (Thoraxaufnahme in 2 Ebenen) zur Erkennung gröberer tumorverdächtiger Auffälligkeiten (gehört zur allgemeinen Tumorsuche), gefolgt von einer
  • Computertomographie der Lungen: zur Erkennung von Größe, Anzahl und Lokalisation von Raumforderungen,
  • Sonographie des Abdomens: zur Erkennung von Leberherden und Lymphknotenvergrößerungen, die verdächtig auf Tochtergeschwülste (Metastasen) sind.
  • Weitere bildgebende Verfahren, z. B. wenn Knochenmetastasen oder Metastasen im Gehirn gesucht werden sollen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Typ des Lungentumors und seiner Ausbreitung. Erforderlich ist dafür eine genaue histologische und bildgebende Diagnostik (s. o.).

Ein Nichtkleinzeller (NSCLC) kann in einem frühen Stadium durch Operation geheilt werden. Diese Chance besteht in 25% der Fälle dieser Tumore, und zwar in den frühen Stadien I bis IIIa, in denen noch keine Metastasen vorliegen und die lokale Ausbreitung resektabel (operativ entfernbar) ist. Ist keine Operation mehr möglich, werden Kombinationen einer Chemotherapie, meist mit der Basis von Platin oder Cisplatin und einem Chemotherapeutikum der dritten Generation angeboten. Die Überlebensrate nach 5 Jahren liegt laut den verschiedenen Studien zwischen 25 und 73%.

Kleinzeller sind verwandt mit den neuroendokrinen Tumoren und in aller Regel bei Diagnosestellung nicht mehr operativ heilbar. Sie werden einer Bestrahlungs- und Chemotherapie zugeführt. Meist werden Kombinationen aus Cisplatin und Irinotecan oder Etoposid verwendet. Die Lebensverlängerung beträgt nur wenige Monate. Fortschritte erhofft man sich durch eine individualisierte Therapie mit Biologika.

→ Mehr zur Therapie siehe hier.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).