Computertomographie

Die Computertomographie, meist als CT abgekürzt  (engl.: computed tomography), ist eine röntgenologische Schnittbilduntersuchung des Körpers. Kontrastmittel verstärken einzelne gut durchblutete Strukturen und ermöglichen deutlich zuverlässigere Aussagen, so auch zur Durchblutung und Klassifizierung von Tumoren. 1)J Clin Diagn Res. 2017 May;11(5):TC28-TC33. doi: 10.7860/JCDR/2017/24835.9917. Epub 2017 May 1. … Continue reading Computertechnisch können die Schnittbilder zu einem 3-dimensionalen Bild zusammengesetzt werden, das sich virtuell drehen lässt. Dies ermöglicht eine anschauliche räumliche Darstellung des Untersuchungsobjekts. Die CT wird zur Diagnostik verborgener Körperstrukturen verwendet und dient der Suche nach abnormalen Veränderungen um Körper. Erkannt werden können Lage und Ausdehnung von Tumoren, Entzündungen, Nachbarschaftsbeziehungen und Organanomalien. Eine rasche Abfolge von Schnittbildern ermöglich auch Aussagen zur Funktion einzelner Organe. 2)Eur J Cancer. 2002 Nov;38(16):2079-84. doi: 10.1016/s0959-8049(02)00386-6. PMID: 12387833.


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Indikationen

CT-Gerät: im Ring befinden sich zirkulär angeordnete Röntgenröhren und auf der Gegenseite Strahlendetektoren. Durch ein Computerprogramm können die verschiedenen Strukturen in einer Schnittebene zu einem Bild zusammengesetzt werden. Die Schnittbilder können räumlich angeordnet werden und ergeben eine 3-dimensionale Darstellung der im Körper befindlichen Strukturen.

Die CT wird in der Medizin zur Erkennung von Strukturveränderungen verwendet.

  • Raumforderungen, Tumore und Metastasen, Knochenveränderungen und Veränderungen an Blutgefäßen oder im Gehirn lassen sich gut erkennen.
  • Zur Abgrenzung von verschiedenen Strukturen werden Kontrastmittel eingesetzt.
  • Die computertomographische Dichte von Geweben (gemessen in Hounsfield-Einheiten) wird zu Hilfe gezogen, um flüssigkeitsgefüllte Bereiche und Blutungen zu erkennen.
  • Der Verlauf der Kontrastmittelanflutung und -abnahme in sequenziellen CT-Aufnahmen dient zur Beurteilung der Durchblutung eines Gewebes oder Organs.
  • Mit Hilfe der Computertomographie können gezielte Punktionen und Biopsien durchgeführt werden, um Gewebe für eine histologische Untersuchung zu entnehmen.

Die computertomographische Untersuchung ist nicht sehr zeitaufwändig und eignet sich auch für Notfalluntersuchungen.

Beispiele für die Anwendung der Computertomographie siehe hier.

Die Strahlenbelastung

Die Strahlenbelastung einer CT-Untersuchung ist relativ hoch. Für eine Spiral-CT-Untersuchung des Abdomens beträgt sie beispielsweise 5-10 Milli-Sievert (mSv). Die Belastung durch natürliche Strahlung beträgt zum Vergleich 2 – 3 mSv pro Jahr. Dennoch lassen sich derzeit keine sicheren Strahlenschäden durch CT-Untersuchungen nachweisen.

Für eine Untersuchung der Nieren bei Patienten mit Nierensteinen werden in einer Studie EDosen >20mSv pro Jahr angegeben. Ein low-Dose-CT-Protokoll (mit angenommenen EDosen von <4mSv) ist zwar möglich, wird aber relativ selten angewendet. Begründet wird dies mit einem erhöhten Body-Mass-Index sowie einer relativ hohen Anzahl der Scans und Mehrphasenscans. 3) 2019 Apr 27. doi: 10.1089/end.2019.0091.

Alternativen

Die wichtigsten Alternativen zur Computertomographie sind:

  • Die Sonographie: Sie ist eine Schnittbilduntersuchung, deren Kosten und apparativer Aufwand deutlich geringer als die einer CT-Untersuchung sind. Die Untersuchung und deren Beurteilung sind sehr von der Erfahrung des Untersuchers und den Untersuchungsbedingungen abhängig.
  • Die Magnetresonanztomographie: Sie ist eine Schnittbilduntersuchung, die ähnlich der CT zu reproduzierbaren Bildern führt. Besondere Vorteile liegen in einer besseren Beurteilung von Weichteilen, Bändern und Gelenken sowie in einer fehlenden Strahlenbelastung. Nachteil ist die enge Röhre, die Platzangst hervorrufen kann, die lange Untersuchungsdauer und der Ausschluss von Patienten mit magnetisch wirkenden Implantaten (z. B. einige Schrittmacher, Stents und Prothesen).

Beide Untersuchungen können je nach Fragestellung die Computertomographie ergänzen. Die Positronenemissionstomographie (PET) wird in der Tumordiagnostik häufig mit der Computertomographie als PET-CT gekoppelt und ergibt für Raumforderungen, die im CT gut einer Struktur zuzuordnen sind, die zusätzliche Aussage einer tumortypischen Stoffwechselaktivität.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur

Literatur
1 J Clin Diagn Res. 2017 May;11(5):TC28-TC33. doi: 10.7860/JCDR/2017/24835.9917. Epub 2017 May 1. PMID: 28658875; PMCID: PMC5483777.
2 Eur J Cancer. 2002 Nov;38(16):2079-84. doi: 10.1016/s0959-8049(02)00386-6. PMID: 12387833.
3 2019 Apr 27. doi: 10.1089/end.2019.0091.