Die Lunge

Die Lunge ist das zentrale Organ zur Atmung, der Sauerstoffversorgung des Bluts und spielt auch eine wesentliche Rolle im Säure-Basehaushalt des Menschen. Sämtliche eingeatmeten Stoffe wirken auf das Lungegewebe. Auch das Herz hat aufgrund der Reihenschaltung des Blutflusses vom rechten Herzen über die Lungen zum linken Herzen einen grossen Einfluß auf die Funktionsfähigkeit.


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Anatomie

Die Lunge ist ein paariges Organ im Brustraum, das dem Gasaustausch dient und das zudem den Säure-Basen-Haushalt des Körpers wesentlich beeinflusst. Sie besteht aus einem rechten und einem linken Lungenflügel, die beide durch die großen Hauptbronchien mit der Luftröhre (Trachea) verbunden sind. Trachea und Bronchien stellen zusammengenommen die Atemwege dar. Durch sie strömt die Atemluft in die und aus den Lungenbläschen (Alveolen). Bis zu ihnen hin verzweigen sich die Bronchien in immer feinere Äste und Ästchen (Bronchiolen). In den Alveolen findet der eigentliche Gasaustausch statt. Um die Lungenflügel herum zieht sich das zarte Lungenfell (Pleura), das eine Verschiebung der Lungen bei der Atmung gegenüber der Brustwand ermöglicht.

Die Hauptbronchien verzweigen sich zunächst in der rechten Lunge (dem rechten Lungenflügel) in den Oberlappen, Mittellappen und Unterlappen. In der linken Lunge zunächst in den Oberlappen und den Unterlappen. Einen Mittellappen gibt es links nicht. Die Lungenlappen sind grobe anatomische Grenzen, die für die Ausbreitung eine Bronchopneumonie (von den Bronchien ausgehenden Lungenentzündung) und für Operationen an der Lunge von Bedeutung sind.

Durchblutung

Die Durchblutung der Lungen mit sauerstoffarmen Blut wird durch das rechte Herz (den rechten Ventrikel) getrieben. Ähnlich wie sich die Atemwege zur Peripherie hin immer weiter und feiner aufzweigen, zweigt sich auch die große Ader, die vom Herzen zur Lunge zieht (Pulmonalarterie), auf: zunächst in die beiden Lungenflügel, dann immer weiter bis in kleine Kapillaren, die an den Lungenbläschen vorbei ziehen. Die dünnen Häutchen, die die Alveolen voneinander trennt (die Alveolarsepten) enthalten solche Kapillaren. Beim Lungenemphysem werden sie allmählich abgebaut und die Alveolen verschmelzen miteinander zu größeren Luftbläschen oder gar Luftblasen (Emphysemblasen). Ganz entsprechend verschwindet auch eine große Zahl von Kapillaren, und der Gasaustausch wird eingeschränkt (siehe hier).

Atmung

Der Gasaustausch besteht in der Aufnahme von frischem Sauerstoff aus den Alveolen, der beim Einatmen zugeführt wird, und in der Abgabe von Kohlendioxid aus dem Blut in die Alveolen hinein. Damit ist die Ausatemluft sauerstoffärmer und CO2-reicher als die Einatemluft.

Die Atmung geschieht durch Heben und Senken des Brustkorbs (Brustatmung) und durch Kontraktion des Zwerchfells (Bauchatmung). Bei zunehmendem Alter wird der knöcherne Brustkorb jedoch starrer und kann immer weniger zur Atmung beitragen. Kompensatorisch wird die Bauchatmung mehr beansprucht. Bei einer Lungenüberblähung allerdings, dem Lungenemphysem, hat auch das Zwerchfell keine große Möglichkeit mehr, sich weiter zu senken. Damit fällt die Bauchatmung als Ausgleich ebenfalls weitgehend weg. In diesen Fällen kann die Atmung unzureichend werden, es kommt zur Ateminsuffizienz mit Störung des Gasaustauschs und subjektiv zur Atemnot.

Lungenerkrankungen

Die Atemwege werden ständig durch einen Reinigungsprozess gesund gehalten. Dazu wird beispielsweise von der Schleimhaut der Bronchien Schleim produziert, der durch einen speziellen Mechanismus (durch Arbeit des Flimmerepithels) allmählich nach oben zum Luftröhreneingang wandert. Er reinigt von Schmutz und Staubpartikeln und schützt zugleich mechanisch die Schleimhaut. Wenn das Flimmerepithel durch Entzündungen, dauernde Feinstaubbelastung und Rauch (Rauchen!) oder giftige (toxische) Gase geschädigt wird, kann es sich nicht rasch und gut genug wieder aufbauen (regenerieren). Folge ist eine Abnahme der Schutzfunktion, Schleim bleibt stecken, sammelt sich an und wird eitrig. Es entwickelt sich eine chronische Bronchitis. Auch kann sich schließlich Krebs entwickeln (das Bronchialkarzinom).

Lungenkrankheiten sind Erkrankungen, die

Wenn bei einer Lungenkrankheit das Lungengewebe einbezogen ist, kommt es meist zu einer Abnahme der für den Gasaustausch zur Verfügung stehenden Fläche. Folge sind Atemnot und Leistungsabnahme.

Wenn die Lunge krank wird, bedeutet das für das “rechte Herz” (für die rechte Herzhälfte, insbesondere die rechte Herzkammer) in der Regel zusätzliche Arbeit. Denn fast jede Lungenkrankheit geht mit einer Erhöhung des Widerstands für die Durchblutung einher. Daher ist als Folge einer Lungenkrankheit nicht selten eine Schwäche des rechten Herzens (Rechtsherzinsuffizienz) anzutreffen. Wenn sie plötzlich eintritt, wie bei einer Lungenembolie, bei der Blutgefäße der Lunge durch Gerinnsel verstopfen, kann das rechte Herz ganz plötzlich überlastet sein (das heißt: dekompensieren), was lebensgefährlich ist. Wenn die Verstopfung der Lungengefäße lange andauert, entwickelt sich ein Bluthochdruck in dem Blutgefäß, das zur Lunge führt (pulmonale Hypertonie). Das rechte Herz wird auf die Dauer überlastet. Als Folge staut sich Blut in den Körper zurück; es entstehen Wasseransammlungen (Ödeme) an den Beinen und das Blut wird nicht genügend mit Sauerstoff gesättigt. Darunter leiden alle Organe und Gewebe, die auf Sauerstoff angewiesen sind.

So ähnlich wirken sich auch andere Lungenkrankheiten aus. Beispiele sind:

  • die Pneumonie (Lungenentzündung): Sie ist eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung; als Erreger kommen Viren, Mykoplasmen und Bakterien, bei Abwehrschwäche auch Pilze in Betracht. Sie geht fast immer mit Atemnot und schwerem Krankheitsgefühl einher. Ist sie ausgeprägt, so wird das rechte Herz belastet und es kommt zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung des Bluts.
  • das Lungenemphysem: Es ist durch einen Untergang von Lungenbläschen gekennzeichnet. Die Gasaustauschfläche der Lungen schrumpft. Der Widerstand für die Durchblutung der Lungen steigt. Es kommt zu einer ausgeprägten Herzbelastung und zu Atemnot schon bei geringster Belastung.

Damit stellt die Lunge ein zentrales Organ dar, dessen Funktion sich auf praktisch alle anderen Organe und speziell auf das Herz auswirkt: Bei einer Lungenkrankheit leiden alle anderen Organe mehr oder weniger mit.

Verweise