Gewichtsabnahme

Eine Abnahmen des Körpergewichts kann gewollt sein und muss nicht immer als krankhaft gewertet werden. Sie kann aber auch auf eine Störung der körperlichen, psychischen und/oder sozialen Gesundheit hinweisen. In einzelnen Fällen ist eine Unterscheidung nicht einfach und bedarf einer genauen Untersuchung.

Ursachen einer Gewichtsabnahme

Eine Gewichtsabnahme kann folgende Ursache haben, wobei auch mehr als eine Ursache vorliegen kann:

Gewollte Gewichtsabnahme

Bei einer gewollten Abnahme von echtem Körpergewicht muss unterschieden werden, ob ein echtes Übergewicht (erhöhter BMI) vorliegt, das gesenkt werden soll, oder eine unnatürlich niedrige Zielvorstellung verfolgt wird.

AbnehmenZur Ernährung bei Adipositas siehe hier.

Gewichtsreduktion zur Senkung des erhöhten Risikos von Herzinfarkt und Schlaganfall

Die Adipositas ist offenbar ein unabhängiger Risikofaktor für cerebrovaskuläre Komplikationen.

  • Der Effekt einer gewollten Gewichtsabnahme scheint einer Studie zufolge alleine auf Dauer nicht auszureichen, LDL-Cholesterin und das Risiko vaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall bei übergewichtigen und adipösen Patienten senken zu können [1]; auch die von der Adipositas unabhängigen Parameter müssen normalisiert werden (siehe hier).
  • Die mit der Adipositas assoziierten Faktoren Hyperglykämie, Hypercholesterinämie und Hypertonie machen einen großen Teil des Risikos für Herzkreislaufkrankheiten aus. Aber die Adipositas stellt zudem einen eigenständigen Risikofaktor dar [2]. Die Senkung eines erhöhten Körpergewichts hat daher für die Vorbeugung und Behandlung der koronaren Herzkrankheit und des Schlaganfalls eine erhebliche Bedeutung.

Gewichtsreduktion übergewichtiger Kinder

Übergewicht als Kind bedeutet ein erhöhtes Risiko für einen Typ-2-Diabetes im Erwachsenenalter. Wenn aber das Gewicht vor der Pubertät reduziert werden kann, senkt sich das Risiko laut einer neuen Studie bedeutend! Wird vor einem Alter von 13 Jahren Normalgewicht erreicht, ist das Risiko eines Diabetes zwischen 30 und 60 Jahren gegenüber nicht Übergewichtigen nicht erhöht. Wird Normalgewicht erst im frühen Erwachsenenalter erreicht, ist es 1,47-fach erhöht. Wird es nicht erreicht, ist es 4,14-fach erhöht. Das Diabetesrisiko durch Übergewicht steigt offenbar erst ab der Pubertät an. 1)N Engl J Med 2018; 378:1302-1312 DOI: 10.1056/NEJMoa1713231

Ungewollte Gewichtsabnahme

  • Begleitende Gewichtsabnahme bei einer psychischen oder sozialen Störung
    • im Rahmen einer Depression,
    • bei Abhängigkeitserkrankungen, z. B. Alkoholabusus, Drogen (mit Unterdrückung des Hungergefühls, z.B. durch Amphetamine); dabei soziale Störung und oft Selbstvernachlässigung.

Unerkärte Gewichtsabnahme

Wenn die ungewollte Gewichtsabnahme nicht durch eine bekannte Erkrankung erklärt werden kann, sollte immer eine intensive Abklärung erfolgen:

Verweise

Literatur

  1. ? N Engl J Med 2013; 369:145-154
  2. ? Lancet. 2014 Mar 15;383(9921):970-83.


Literatur   [ + ]

1. N Engl J Med 2018; 378:1302-1312 DOI: 10.1056/NEJMoa1713231