Bulimie

Die Bulimia nervosa, oder kurz Bulimie, gehört mit der Anorexia nervosa und dem Binge-Eating-Syndrom zu den Essstörungen. Meist sind Mädchen und jungen Frauen betroffen. Ein Teil der Bulimie-Patientinnen hat eine Anorexie-Vorgeschichte.

Abgrenzung zu anderen Essstörungen

Die Bulimie ist durch Heißhunger-Attacken mit nachfolgendem selbst-induziertem Erbrechen gekennzeichnet. In der Regel kommt es nicht zu einem erheblichen Untergewicht, wie bei der Anorexie und nicht zu einem anhaltenden Übergewicht wie bei der phasenhaft ungezügelten Esssucht der Binge-Eating-Störung.

Möglicherweise ist sowohl die Anorexie ein heterogenes Krankheitsbild mit einem restriktiven Typ und einem Typ mit zeitweiligen Essattacken. Nur der zweite Typ scheint in eine Bulimie übergehen zu können. Ebenso scheint die Bulimie in einen Typ, der eine Anorexie-Vorgeschichte hat, und einen Typ, der sie nicht hat, einteilbar zu sein.

Ursachen der Bulimie

Ursächlich lassen sich psychopathologische Vorgänge, aber auch familiäre Belastungen vermuten. Zur Genetik von Essstörungen siehe auch hier.

Diagnosestellung

Die Diagnose wird vermutet, wenn bei Mädchen oder jungen Frauen über einen längeren Zeitraum immer wieder Gewichtsschwankungen ohne sonstige Krankheitszeichen auftreten. Die Anamnese von wiederholten Essanfällen und induziertem Erbrechen stärkt die Diagnose.

Therapie der Bulimie

Eine psychologische Betreuung mit kognitivem Verhaltenstraining zeitigt Erfolge, die auch länger anhalten können. In Phasen von Essattacken können Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, Selective Serotonin Reuptake Inhibitor; siehe auch unter Antidepressiva) hilfreich sein. Mit einem Relaps muss immer gerechnet werden.

Verweise