Bradyarrhythmie

Bradyarrhythmie bedeutet zu langsamer Herzschlag bei absoluter Arrhythmie. Bradykardie (zu langsamer Herzschlag) ohne Arrhythmie beruht auf einer Stimulierung des Herzens durch den Sinusknoten in einer Frequenz unter 60 pro Minute. Wenn statt eines Sinusrhythmus Vorhofflimmern besteht, so sind die Herzaktionen völlig unregelmäßig (oder nur pseudorhythmisch); es besteht eine absolute Arrhythmie. Wenn die kreislaufwirksamen Herzschläge unter 60 pro Minute sinken, besteht eine Bradyarrhythmie. Sinkt die Zahl Herzschläge unter 50 pro Minute, so können Symptome entstehen, vor allem Schwindel, Müdigkeit, Atemnot bei Belastung und Flimmern vor den Augen. Unter 30/min besteht die akute Gefahr einer kardialen Synkope.

Ursache einer Bradyarrhythmie ist oft ein kranker Sinusknoten (Sick-Sinus-Syndrom), dessen Eigenfrequenz zu langsam wird. Werden die Sinusaktionen zu langsam, setzen Ersatzrhythmen ein, und Extrasystolen häufen sich. Schließlich kann Vorhofflimmern entstehen, das mit einer absoluten Arrhythmie des Herzschlags verbunden ist.

Oft sind bradykardisierende Medikamente wie Betablocker oder Kalziumantagonisten am langsamen Herzschlag bei vorbestehender absoluter Arrhythmie beteiligt. Auch eine Virusmyokarditis kann zu einer absoluten Arrhythmie mit langsamem Herzschlag führen.

Die Diagnostik umfasst ein Standard-EKG, ein Langzeit-EKG (zur Erkennung der Art der Rhythmusstörung und von präsynkopalen Herzfrequenzen) und eine Echokardiographie (zur Erkennung sonstiger Herzkrankheiten).

Eine Bradyarrhythmie ist, wie das Sick-Sinus-Syndrom eine häufige Ursache für MAS-Anfälle und für die Indikation einer Schrittmacherimplantation.


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Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).