MAS-Anfall

Der MAS-Anfall (Abkürzung: Morgagni-Adams-Stokes-Anfall, Adams-Stokes-Syndrom) ist eine durch eine schwerwiegende Herzrhythmusstörung bedingte plötzlich auftretende kurze Bewusstlosigkeit (kardiale Synkope). Sie birgt die Gefahr eines neuerlichen Anfalls mit tötlichem Ausgang in sich und sollte daher umgehend diagnostiziert und behandelt werden.

Entstehung

Ursprünglich war das Syndrom plötzlicher kurzer Bewusstlosigkeiten auf Herzaussetzer (Asystolie) zurückgeführt worden. Den gleichen Effekt aben auch kurze Phasen von Kammerflimmern, die vor selbst sistieren.

Durch eine Herzrhythmusstörung mit einem viel zu schnellem oder aussetzenden Herzschlag kommt es zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Pumpleistung und dadurch zu einer Unterbrechung der Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns. Folge ist jeweils eine blitzartigekurze Bewusstlosigkeit ohne Vorboten (Prodromi).

Als Ursachen müssen differenziert werden:

Diagnostik

Der MAS-Anfall birgt die Gefahr einer Wiederholung in sich. Daher ist eine rasche Abklärung erforderlich!

Anamnese:

  • bradykardisierende Medikation (Betablocker, Digitalis)?
  • Orthostasereaktion (Bewusstlosigkeit beim Aufstehen)?

EKG und Langzeit-EKG (Holter-monitoring):

  • Extrasystolen (supraventrikulär, ventrikulär, uni- oder multifokal)?
  • Pausen (bes. >3 Sekunden)? av-Block (bes. Grad 3)?
  • Schenkelblock (z.B. bibranchialer Block posterioren Typs)?
  • R-auf-T-Phänomen? Präexzitationssyndrom (LGL-Syndrom, WPW-Syndrom)?
  • Salven von Kammerkomplexen?

Laborwerte:

  • niedriges Serum-Kalium?
  • Kalzium? Blutzuckerprofil, ggf.
  • Blutzuckerbelastungstest: Hypoglykämien?

Herzecho:

  • Vorhofthromben?
    • Herzwandaneurysma (mit Thromben)?

Eventrekorder:

  • implantierbare Eventrekorder melden Herzrhythmusstörungen an eine zentrale Auswertungs- und Überwachungsstelle. Sie registrieren die Art der Rhythmusstörung.

Weiterführende Diagnostik

Bei unklarer Länge der Bewusstlosigkeit werden zusätzlich weitere Abklärungen notwendig:

  • Duplexsonographie der Karotiden: kritische VErengungen (Stenosen)? Unruhige Plaquestruktur mit Gefahr einer Rupturierung?
  • Zerebrales Computertomogramm (CCT): Infarktherd? Lakunäre Herde?

Therapie

Ein MAS-Anfall sollte umgehend abgeklärt und behandelt werden. Die Therapie richtet sich nach der Ursache :

  • bei tachykarder Rhythmusstörung:
    • medikamentöse Prophylaxe mit z. B. Antiarrhythmika, Digitalis,
    • bei Kammerflattern Defibrillation,
    • bei hohem Rezidivrisiko Implantation eines implantierbaren Kardioverters/Defibrillators (ICD).

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Verweise

Patienteninfos

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).