Computertomographie

Die Computertomographie, meist als CT abgekürzt  (engl.: computed tomography oder CT-scan), ist eine röntgenologische Schnittbilduntersuchung des Körpers. Sie wird zur Diagnostik verborgener Körperstrukturen verwendet.


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Indikationen

CT-Längsschnitt durch den Brustkorb mit Darstellung einer soliden Raumforderung, die im oberen Mittelfellraum (Mediastinum) große Blutgefäße inkl. der Aorta und Atemwege ummauert.

Die CT wird in der Medizin zur Erkennung von Strukturveränderungen verwendet. Sie zeigt beispielsweise Raumforderungen, Tumore und Metastasen, Knochenveränderungen und Veränderungen an Blutgefäßen oder im Gehirn. Zur Abgrenzung von verschiedener Strukturen werden Kontrastmittel eingesetzt. Die computertomographische Dichte von Gewebe (gemessen in Hounsfield-Einheiten) wird zu Hilfe gezogen, um flüssigkeitsgefüllte Bereiche und Blutungen zu erkennen. Der Verlauf der Kontrastmittelanflutung und -abnahme in sequenziellen CT-AUfnahmen dient zur Beurteilung der Durchblutung eines Gewebes oder Organs.

Mit Hilfe der Computertomographie können gezielte Punktionen und Biopsien durchgeführt werden, um Gewebe für eine histologische Untersuchung zu entnehmen.

Die computertomographische Untersuchung ist nicht sehr zeitaufwändig und eignet sich auch für Notfalluntersuchungen.

Beispiele für die Anwendung der Computertomographie siehe hier.

Die Strahlenbelastung

Die Strahlenbelastung einer CT-Untersuchung ist 100 bis 500 mal höher als die einer konventionellen Röntgenuntersuchung und liegt in einem Bereich, der ein erhöhtes Krebsrisiko bedeutet. 1)JAMA Pediatr. 2013 Aug 1; 167(8): 700–707. doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.311 Für eine Spiral-CT-Untersuchung des Abdomens beträgt sie beispielsweise 5-20 Milli-Sievert (mSv). Die Belastung durch nätürliche Strahlung beträgt zum Vergleich 2 – 3 mSv pro Jahr.In einer Zusammenstellung wurden folgende Durchschnittswerte gefunden: Schulter-CT 10,83 (SD 6,36) mSv; Handgelenk-CT: 0,15 (SD 0,07) mSv; Ellbogen-CT durchgeführt mit dem Arm über dem Kopf, 0,21 (SD 0,11) mSv und mit dem Arm neben dem Rumpf, 13,1 (SD 10,8) mSv. 2) 2017 Dec;83(4):581-588.

Das Krebsrisiko bezogen auf die Lebenszeit bei CT-Untersuchungen von Hüften bei jungen Erwachsenen (20 Jahre) wurde in einer Untersuchung auf 0,105% bei einem Mann und 0,177% bei einer Frau berechnet. (D. h. 1-2 von 1000 Untersuchungen an 20-Jährigen hat irgendwann im Leben Krebs zur Folge.) 3) 2018 Jan;34(1):155-163.e3. doi: 10.1016/j.arthro.2017.08.235.

Für eine Untersuchung der Nieren bei Steinpatienten werden in einer Studie EDosen >20mSv pro Jahr angegeben. Ein low-Dose-CT-Protokoll (mit angenommenen EDosen von <4mSv) ist zwar möglich, wird aber relativ selten angewendet. Begründet wird dies mit einem oft erhöhten Body-Mass-Index sowie einer relativ hohen Anzahl der Scans und Mehrphasenscans. 4) 2019 Apr 27. doi: 10.1089/end.2019.0091.

CT-Untersuchungen bei Kindern werden restriktiv angesetzt, da die Langzeitrisiken für maligne Erkrankungen erhöht sind. In einer Untersuchung wurde das lebenslange Leukämierisiko bei Kopf-CT’s in Abhängigkeit vom Alter untersucht: es war bei Kindern <10 Jahren am höchsten; es sank mit zunehmendem Lebensalter (bei Kindern <5 Jahren 1,9 Leukämiefälle / 10.000 CT-Scans ; bei Kindern zwischen 10 und 14 Jahre 0,5 Leukämiefälle / 10.000 Scans). 5)JAMA Pediatr. 2013 Aug 1; 167(8): 700–707. doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.311 In einer retrospektiven Untersuchung fanden sich speziell Leukämie und Hirntumore mit früher durchgeführten CT-Untersuchungen assoziiert. 6) 2012 Aug 4;380(9840):499-505. doi: 10.1016/S0140-6736(12)60815-0.

Alternativen

Die wichtigsten Alternativen zur CT sind:

  • Die Sonographie ist eine Schnittbilduntersuchung, deren Kosten und apparativer Aufwand deutlich geringer sind. Die Untersuchung sowei deren Beurteilung sind sehr von der Erfahrung des Untersuchers und den Untersuchungsbedingungen abhängig.
  • Die Magnetresonanztomographie ist eine Schnittbilduntersuchung, die ähnlich der CT zu reproduzierbaren Bildern führt. Besondere Vorteile liegen in einer besseren Beurteilung von Weichteilen, Bändern und Gelenken. Nachteil ist die enge Röhre und die lange Untersuchungsdauer.

Beide Untersuchungen wie auch die Positronenemissionstomographie (PET) ergänzen je nach Fragestellung die Computertomographie.

Verweise


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).



Literatur   [ + ]

1. JAMA Pediatr. 2013 Aug 1; 167(8): 700–707. doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.311
2. 2017 Dec;83(4):581-588.
3. 2018 Jan;34(1):155-163.e3. doi: 10.1016/j.arthro.2017.08.235.
4. 2019 Apr 27. doi: 10.1089/end.2019.0091.
5. JAMA Pediatr. 2013 Aug 1; 167(8): 700–707. doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.311
6. 2012 Aug 4;380(9840):499-505. doi: 10.1016/S0140-6736(12)60815-0.