Speicher-EKG

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Das Speicher-EKG (engl.: long-term ECG) ist eine Herzstromableitung (Elektrokardiogramm), welche über längere Zeit abgeleitet und gespeichert wird, um Herzrhythmusstörungen zu erfassen. Synonyme.: Holter-EKG, 24-Stunden-EKG, 48-Stunden-EKG, Langzeit-EK. 1)Minerva Cardioangiol. 2018 Feb;66(1):40-48. DOI: 10.23736/S0026-4725.17.04474-7

Um über eine weitaus längere Zeit eine Rhythmuskontrolle durchführen zu können, werden Loop-Rekorder implantiert, die über Funk alarmierende Störungen der Herzaktionen an eine Notfallzentrale melden können. 2)Card Electrophysiol Clin. 2021 Sep;13(3):439-447. DOI: 10.1016/j.ccep.2021.04.006


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Allgemeines

Beim Langzeit- oder Speicher-EKG handelt es sich um eine Ableitung der Herzstrohmkurven (Elektrokardiogramm, EKG) über längere Zeit (z. B.  24 oder 48 Stunden oder 1 Woche). Die Stomkurven werden in einem meist tragbaren Registriergerät aufgezeichnet. Es besitzt i. d. R. eine Ereignistaste, um subjektiv empfundene Rhythmusstörungen zu vermerken. Diese können bei der Auswertung bezüglich des zeitlichen Zusammenhangs mit dessen aufgezeichneter Stromkurve verglichen werden. Diese Methode dient der Erkennung seltener, aber relevanter Rhythmusstörungen des Herzens.

Aussagekraft, Indikationen

Das Speicher-EKG ist eine diagnostische Methode zur Erkennung von Herzrhythmusstörungen, so z. B. von Extrasystolen, Phasen von Tachykardie oder Bradykardie, Herzaussetzern, einer absoluten Arrhythmie oder von Phasen von Kammerflimmern oder Kammerflattern.

Eine Langzeit-EKG-Überwachung dient der Diagnostik und Komplikationsvorbeugung bei wiederkehrenden Palpitationsepisoden, unklaren Synkopen, kryptogenem Schlaganfall (der durch eine Embolie aus dem Herzen bei vorübergehendem Vorhofflimmern ausgelöst sein könnte) oder bei einer Kardiomyopathie, um deren Risiko von Herzrhythmusstörungen einschätzen zu können.

Vom Ergebnis eines Speicher-EKG´s hängt die Indikation zu einer entsprechenden antiarrhythmischen Therapie (z. B. Antiarrhythmika, Implantation eines Herzschrittmachers oder eines intrakardialen Defibrillators, Kardioversion, Ablation von Leitungsbahnen, Pulmonalvenenisolation) ab. Auch wird bei Nachweis von Phasen einer absoluten Arrhythmie die Indikation für eine Antikoagulation (zur Schlaganfallprophylaxe mit einem Cumarinderivat) gestellt.

Implantierbarer kardialer Monitor

Der implantierbare kardiale Monitor (insertable cardiac monitor, ICM) ermöglicht über einen längeren Zeitraum (über Wochen und Monate) die Aufzeichnung von Herzaktionen zur Erkennung sehr seltener Rhythmusstörungen. Die Geräte senden i.d.R. kritische Ereignisse an ein Kontrollzentrum, so dass ggf. eine sofortige Rettungsaktion eingeleitet werden kann. Die Indikation solch eines ICM ergibt sich beispielsweise, wenn eine Synkope oder eine zerebrale Ischämie (Schlaganfall o.ä.) nicht erklärlich ist. 3) 2018 Dec 6. doi: 10.1080/17434440.2018.1557046.

Verweise

Patienteninfos

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur

Literatur
1 Minerva Cardioangiol. 2018 Feb;66(1):40-48. DOI: 10.23736/S0026-4725.17.04474-7
2 Card Electrophysiol Clin. 2021 Sep;13(3):439-447. DOI: 10.1016/j.ccep.2021.04.006
3 2018 Dec 6. doi: 10.1080/17434440.2018.1557046.