Speicher-EKG

Artikel aktualisiert am 20. Januar 2024

Das Speicher-EKG (engl.: long-term ECG) ist eine Herzstromableitung (Elektrokardiogramm), welche über längere Zeit abgeleitet und gespeichert wird, um Herzrhythmusstörungen zu erfassen. Synonyme.: Holter-EKG, 24-Stunden-EKG, 48-Stunden-EKG, Langzeit-EKG. (1)Minerva Cardioangiol. 2018 Feb;66(1):40-48. DOI: 10.23736/S0026-4725.17.04474-7

Um über eine weitaus längere Zeit eine Rhythmuskontrolle durchführen zu können, werden Loop-Rekorder implantiert, die über Funk alarmierende Störungen der Herzaktionen an eine Notfallzentrale melden können. (2)Card Electrophysiol Clin. 2021 Sep;13(3):439-447. DOI: 10.1016/j.ccep.2021.04.006


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Allgemeines


Beim Langzeit- oder Speicher-EKG handelt es sich um eine Ableitung der Herzstromkurven (Elektrokardiogramm, EKG) über längere Zeit (z. B.  24 oder 48 Stunden oder 1 Woche). Die Stomkurven werden in einem meist tragbaren Registriergerät aufgezeichnet. Es besitzt i. d. R. eine Ereignistaste, um subjektiv empfundene Rhythmusstörungen zu vermerken. Diese können bei der Auswertung bezüglich des zeitlichen Zusammenhangs mit dessen aufgezeichneter Stromkurve verglichen werden. Diese Methode dient der Erkennung seltener, aber relevanter Rhythmusstörungen des Herzens.

Aussagekraft, Indikationen

Das Speicher-EKG ist eine diagnostische Methode zur Erkennung von Herzrhythmusstörungen, so z. B. von Extrasystolen, Phasen von Tachykardie oder Bradykardie, Herzaussetzern, einer absoluten Arrhythmie oder von Phasen von Kammerflimmern oder Kammerflattern. In einer Krankenhausstatistik waren Präsynkope (19 %), Herzklopfen (18 %) und unerklärliche Luftnot bzw. Verschlechterung einer Herzinsuffizienz (17 %) häufige Indikationen mit positiven Befunden. (3)Sci Rep. 2023 Aug 2;13(1):12510. doi: 10.1038/s41598-023-39803-1

Eine Langzeit-EKG-Überwachung dient der Diagnostik und Komplikationsvorbeugung bei wiederkehrenden Palpitationsepisoden, unklaren Synkopen, kryptogenem (ungeklärtem) Schlaganfall (der durch eine Embolie aus dem Herzen bei vorübergehendem Vorhofflimmern ausgelöst sein könnte) oder bei einer Kardiomyopathie, um deren Risiko von Herzrhythmusstörungen einschätzen zu können. (4)J Clin Med. 2022 Aug 16;11(16):4781. doi: 10.3390/jcm11164781. (5)J Stroke Cerebrovasc Dis. 2022 Dec;31(12):106802. DOI: 10.1016/j.jstrokecerebrovasdis.2022.106802.

Vom Ergebnis eines Speicher-EKG´s hängt die Indikation zu einer entsprechenden antiarrhythmischen Therapie (z. B. Antiarrhythmika, Implantation eines Herzschrittmachers oder eines intrakardialen Defibrillators, Kardioversion, Ablation von Leitungsbahnen, Pulmonalvenenisolation) ab. Auch wird bei Nachweis von Phasen einer absoluten Arrhythmie die Indikation für eine Antikoagulation (zur Schlaganfallprophylaxe mit einem Cumarinderivat) gestellt.

Implantierbarer kardialer Monitor

Der implantierbare kardiale Monitor (insertable cardiac monitor, ICM) ermöglicht über einen längeren Zeitraum (über Wochen und Monate) die Aufzeichnung von Herzaktionen zur Erkennung sehr seltener Rhythmusstörungen. Die Geräte senden i. d. R. kritische Ereignisse an ein Kontrollzentrum, sodass ggf. eine sofortige Rettungsaktion eingeleitet werden kann. Die Indikation solch eines ICM ergibt sich beispielsweise, wenn eine Synkope oder eine zerebrale Ischämie (Schlaganfall o. ä.) nicht erklärlich ist. (6)Expert Rev Med Devices. 2018 Dec 6. doi: 10.1080/17434440.2018.1557046.

Verweise

Patienteninfos

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