Leberschmerzen

Leberschmerzen unter dem rechten Rippenbogen stammen meist von einer akuten Spannung der Leberkapsel bei Leberschwellung (Leberkapselspannungsschmerz). Es kommen jedoch außer der Leber auch andere Ursachen in Betracht, so dass die vom Patienten so bezeichneten “Leberschmerzen” oft eine umfangreiche Diagnostik nach sich ziehen, die sich nicht nur auf die Leber beschränkt.


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Differenzialdiagnosen von “Leberschmerzen”

  • Leberkapselspannungsschmerz: dies sind die eigentlichen von der Leber ausgehenden Schmerzen. Erst wenn die Leber sich im Rahmen einer Krankheit relativ rasch vergrößert, kommt es zu solchen Schmerzen. Es ist dann beispielsweise an eine akute Hepatitis, eine akute Cholangitis oder eine akute Abflussstörung des Bluts zum Herzen hin (z. B. bei akuter Rechtsherzdekompensation) zu denken.
  • Akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis): sie entsteht meist im Rahmen eines Gallensteinleidens, ist anfangs steril und kann sich später bakteriell verstärken (siehe dort).
  • Akute Entzündung des Bauchspeicheldrüsenkopfs: In der Regel sind die Beschwerden, die bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) auftreten, eher im linken und mittleren Obermittelbauch gelegen, sie können jedoch bei einer Pankreaskopfpankreatitis nach rechts ausstrahlen.
  • Meteorismus des Dickdarms: hierbei können in einer Dickdarmschlaufe gefangene Darmgase unter dem rechten Rippenbogen zu einer starken schmerzhaften Wanddehnung führen. Die Beschwerden sind meist nahrungsabhängig und verändern sich über den Tag; oft sind sie mittags und abends stärker als morgens; sie sind mit dem Gefühl eines zu engen Gürtels verbunden; manchmal entspannt sich der Bauch nach Abgang von Winden oder nach dem Stuhlgang.
  • Gallengangsdyskinesie: Eine Neigung zur Verkrampfung der ableitenden Gallenwege mit der Sonderform einer Sphincter-Oddi-Dyskinesie, der Neigung zur Verkrampfung des Schließmuskels an der Mündungsstelle des Gallengangs in den Zwölffingerdarm kann mehr oder minder heftige Beschwerden bereiten. Die Diagnose ist schwer zu stellen; eine Sphincter-Manometrie ist ein invasives Verfahren zur Druckmessung an dieser Stelle, das komplikationsträchtig ist (Risiko einer akuten Pankreatitis) und daher selten angewendet wird.

Verweise

Patienteninfos

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).