Der Gastrointestinaltrakt

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Der Gastrointestinaltrakt ist die Gesamtheit aller Organe, die bei der Verdauung eine Rolle spielen. Es sind dies

  • der Mund mit seinen Speicheldrüsen,
  • die Speiseröhre (Ösophagus),
  • der Magen,
  • der Dünndarm mit den Teilen (von oben nach unten) Duodenum (Zwölffingerdarm), Jejunum und Ileum,
  • der Dickdarm (Kolon) mit seinem aufsteigendem (Colon ascendens) querverlaufendem (Colon transversum), absteigendem (Colon descendens) Schenkel, dem S-Darm (Colon sigmoideum) und dem Mastdarm (Rektum),
  • der Darmausgang (Analkanal) mit seinem Verschlussmechanismus (Sphincter ani).

Hinzu gehören die großen Darmanhangsdrüsen,

  • die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und
  • die Leber (Hepar).

Beide werden wegen ihrer vielfältigen Aufgaben im Körper häufig als nicht Darm-assoziierte Organe wahrgenommen; sie entwickeln sich jedoch als Darmanhangsgebilde und üben Funktionen aus, die mit denen der Verdauung eng zusammenwirken.

Funktionen und Bedeutung

Die Aufgaben und Funktionen des Gastrointestinaltrakts sind Verdauung und Resorption von Nahrung und Flüssigkeit. Alle diese Aufgaben dienen der Aufrechterhaltung und Regulation von Flüssigkeits- und Energiehaushalt sowie – zusammen mit den Nieren – der Entgiftung des Körpers. Um die Funktionen zu erfüllen, besteht ein enges Zusammenspiel zwischen den Funktionen des Darmwand und den Mikrobiota (Zusammensetzung der Darmbakterien) unter Beteiligung von Hormonen und Mediatoren und einer mit dem Gehirn abgestimmten neuralen Regulation (enterales Nervensystem; „Gehirn des Darms“, „gut-brain-axis“). Eine Störung dieses komplexen Zusammenspiels führt zu Krankheiten, bei denen der gesamte Körper inklusive seinem Immunsystem einbezogen ist. Die Hauptsymptome betreffen Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Verdauungsstörungen, Dyspepsie, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Sodbrennen. Auswirkungen sind oft Schweißausbruch, Herzklopfen und Unruhe. Der Magendarmkanal ist wegen der „Bauch-Hirn-Kommunikation“ ein Manifestationsort für psychophysische Symptome, z. B. bei Stress, Angst, Freude, Depression. Die Bedeutung der Darmgesundheit inklusive einer gesunden Zusammensetzung der Darmmikrobiota für das Immunsystem sowie das psychophysische Allgemeinbefinden inkl. für psychische/psychiatrische Krankheiten wird intensiv erforscht. 1)Handb Exp Pharmacol. 2017;239:1-16. doi: 10.1007/164_2016_118. PMID: 28176047.

Diagnostik

Die Diagnostik von Magendarmkrankheiten beruht auf endoskopischen, mikroskopischen und radiologischen Methoden, Funktionsprüfungen (wie Manometrie, pH-Metrie) und einer inzwischen sehr differenzierten Untersuchung auf das Mikrobiom.

Inzwischen gerät der Gastrointestinaltrakt auch ins Blickfeld bei

  • neuropsychiatrischen Erkrankungen, wie Morbus Alzheimer und Parkinson 2)Front Immunol. 2020 Dec 10;11:604179. DOI: 10.3389/fimmu.2020.604179. PMID: 33362788; PMCID: … Continue reading,
  • chronisch entzündlichen Krankheiten 3)F1000Res. 2020 Jan 31;9:F1000 Faculty Rev-69. DOI: 10.12688/f1000research.20510.1. PMID: … Continue reading,
  • der Arteriosklerose 4)EBioMedicine. 2020 Feb;52:102649. DOI: 10.1016/j.ebiom.2020.102649 Epub 2020 Feb 12. PMID: … Continue reading und
  • Stoffwechselkrankheiten 5)Protein Cell. 2021 May;12(5):360-373. DOI: 10.1007/s13238-020-00814-7. Epub 2020 Dec 21. PMID: … Continue reading.

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Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

 


Literatur

Literatur
1 Handb Exp Pharmacol. 2017;239:1-16. doi: 10.1007/164_2016_118. PMID: 28176047.
2 Front Immunol. 2020 Dec 10;11:604179. DOI: 10.3389/fimmu.2020.604179. PMID: 33362788; PMCID: PMC7758428.
3 F1000Res. 2020 Jan 31;9:F1000 Faculty Rev-69. DOI: 10.12688/f1000research.20510.1. PMID: 32051759; PMCID: PMC6996528.
4 EBioMedicine. 2020 Feb;52:102649. DOI: 10.1016/j.ebiom.2020.102649 Epub 2020 Feb 12. PMID: 32062353; PMCID: PMC7016372.
5 Protein Cell. 2021 May;12(5):360-373. DOI: 10.1007/s13238-020-00814-7. Epub 2020 Dec 21. PMID: 33346905; PMCID: PMC8106557.