Schizophrenie

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Die Schizophrenie (engl. schizophrenia, SZ) ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der eine Fehlverarbeitung externer und interner Informationen zu verschiedenartigen psychiatrischen Symptomen führt. Meist dominieren phasenweise auftretende wahnhafte Symptome. Bei ihr finden sich morphologische, neurobiologische und biochemische Veränderungen, die einen polygenetischen und epigenetischen Hintergrund haben. Eine Behandlung einer ausgeprägten Symptomatik wird daher nicht alleine auf einer Verhaltenstherapie liegen, sondern hauptsächlich auf einer medikamentösen Behandlung. Von einer psychologichen Intervention und einer kognitiven Therapie können nur eher geringe zusätzliche Effekte erwartet werden. 1)Lancet. 2022 Jan 29;399(10323):473-486. DOI: 10.1016/S0140-6736(21)01730-X

INHALT:  Allgemeines  –  Evolution  –  Entstehung  –  Krankheit des Gehirns  –  Assoziationen mit anderen Krankheten  –  Klassifikation  –  Symptome  –  Diagnosestellung  –  Therapie

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Weiter s. u.

Allgemeines

Die Schizophrenie wird bei bis zu 1 % der Bevölkerung manifest und tritt meist im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter auf. Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig, Männer jedoch oft früher und schwerer.

Führend sind akustische Halluzinationen und das wahnhafte Gefühl, unter dem Einfluss einer imaginären Macht zu stehen. Das Spektrum der Symptome und der Verlauf der Erkrankung variieren stark, so dass von Schizophrenie-Spektrum-Krankheiten gesprochen wird (schizophrenia-spectrum disorders).

Der Verlauf variiert stark. Etwa 1/3 der Erkrankten hat eine mehr oder weniger kurze Phase schizophrener Symptome und heilt wieder aus. Andere erleiden immer wieder schubartige akute Phasen, wieder andere verschlechtern sich kontinuierlich und haben einen überwiegend chronischen Verlauf.

Die unterschiedliche Ausprägung der Symptome, sowohl was ihre Kombination als auch ihre Stärke betrifft, und die unterschiedlichen Verläufe führen zu einer differenzierten Klassifikation (s. u.), die sich an ihren Rändern stark überschneidet.

Die Behandlung ist komplex und beinhaltet eine Verhaltenstherapie, Psychotherapie, Familientherapie und je nach Ausprägung der Symptome Psychopharmaka.

Aufbau und Funktionen des Gehirns

Evolution – ein Aspekt

Die bei der Schizophrenie (SZ) vorherrschende Problematik, Gesprochenes richtig zu organisieren, wird in Zusammenhang mit der Sprachentwicklung bei der Evolution des Menschen gesehen. Mit dem Erwerb der Sprachfähigkeit mussten die Sprachinhalte gespeichert, richtig erinnert und zugeordnet werden. Diese Fähigkeiten sind bei den Betroffenen gestört, hypothetisch ähnlich wie in einem Stadium vor der Vollentwicklung der Sprache und des Selbstverständnisses des Menschen. In diesem Zusammenhang wird ein „Domestikationssyndrom“ vermutet, das aus einer relativen Unterfunktion des Gehirns auf morphologischer, physiologischer und Verhaltensebene resultiert. Fast 20% der Kandidatgene für die SZ sind an der Entwicklung und Funktion der Neuralleiste beteiligt; die meisten von ihnen sind in Sprachfunktionen involviert. Die Schizophrenie kann daher als abnormale ontogenetische Entwicklung der menschlichen Sprachfähigkeit aufgefasst werden 2)Brain Behav Evol. 2017;89(3):162-184. Ein ähnlicher Aspekt wird für den Autismus diskutiert, bei dem ebenfalls sprachliche Defizite auftreten. Die Kandidatgene unter den Genen, die an der Sprachentwicklung beteiligt sein sollen, sind bei beiden Erkrankungen überrepräsentiert. 3)Neurosci Biobehav Rev. 2016 Jul 27. pii:S0149-7634(16)30155-5  4)Cogn Process. 2022 Sep 30. DOI: 10.1007/s10339-022-01110-4.

Entstehung

Die Ursache und die molekularen Vorgänge, die zur Entwicklung einer Schizophrenie (SZ) führen, sind nicht geklärt. Offenbar können vielfältige genetische Ursachen zu einer gemeinsamen Symptomatik führen. Die beteiligten Gene und möglicherweise auch Umweltfaktoren sind Gegenstand der Forschung.

Genetische Grundlagen

Wie eine SZ zustande kommt, ist weitgehend unbekannt. Allerdings spricht die beobachtbare familiäre Häufung für eine genetische Grundlage. Genomweite Assoziationsstudien haben über 100 Gene identifiziert (128 unabhängige Assoziationen), die zur Entwicklung der SZ-Erkrankung beitragen können.

  • Dopaminrezeptoren: Unter den mit der Erkrankung assoziierten Genen sind befinden sich Allele von DRD2 – einem Dopaminrezeptor – und verschiedenen Genen, die den dopaminergen Übertragungsweg im Gehirn (dopaminerge Neurotransmission) bestimmen 5)Nature 2014 Jul 24;511(7510):421-7.
  • Gehirndurchblutung: Ein anderes Kandidatgen ist NOTCH4, das die Gefäßversorgung des Gehirns beeinflusst 6)J Neurosurg. 2017 May;126(5):1552-1559. 7)Am J Med Genet B Neuropsychiatr Genet. 2012 Jul;159B(5):477-83.
  • Acetylcholinrezeptoren: Ein weiteres der Kandidatgene kodiert den nikotinischen Acetylcholinrezeptor (nAChR). Er bestimmt im präfrontalen Kortex (Frontallappen, Teil des vorderen Großhirns) das neurokognitive Verhalten, die Bewältigung sensomotorischer Aufgaben und die sozialen Interaktionen mit. Ist das Gen (durch eine Mutation oder epigenetische Veränderung) funktionsgemindert, kommt es zu einer eingeschränkten Aktivität des Frontalhirns (hypofrontality), die mit psychiatrischen Erkrankungen, wie der Schizophrenie und Abhängigkeitserkrankungen (z. B. Drogenabhängigkeit), assoziiert ist. Eine dauerhafte Verabreichung von Nikotin vermag die Symptome zu mildern 8)Nature Medicine 23,347–354 oi:10.1038/nm.4274.
  • Allgemeiner Transskriptionsfaktor 2i: Von zentraler Bedeutung scheint das GTF2i-Gen (general transcription factor 2I, GTF2I) zu sein, dessen Überrepräsentanz zu Autismus und Schizophrenie prädestinieren, dessen Deletion (Verlust) oder „Haploinsuffizienz“ dagegen zu übersteigerten sozialen Interaktionen (Williams-Beuren-Syndrom). 9)Biol Psychiatry. 2014 Mar 1;75(5):371-7. DOI: 10.1016/j.biopsych.2013.05.040. 10)Neurosci Biobehav Rev. 2017 Aug;79:14-26. DOI: 10.1016/j.neubiorev.2017.05.004. Epub 2017 May 10. … Continue reading 11)Mol Syndromol. 2020 Jan;10(6):306-312. doi: 10.1159/000505116. 12) J Autism Dev Disord. 2012 Jul;42(7):1459-69. doi: 10.1007/s10803-011-1389-4.

Untersuchungen legen nahe, dass die Hauptgene, die mit der SZ assoziiert sind, für ein miteinander verwobenes Proteinnetzwerk in den Nervenzellen des Gehirns kodieren. Dieser Befund würde die erhebliche genetische Heterogenität der Erkrankung erklären: eine Mutation eines jeden molekularen Mitglieds des Netzwerks würde zur selben funktionellen Folge führen und zur Erhöhung des SZ-Risikos beitragen 13)Schizophr Bull. 2014 Jan;40(1):39-49.

Epigenetik

Umweltfaktoren können über DNA-Methylierung die Aktivität einzelner Gene verändern und auf diese Weise die Aktivität von Erkrankungen bestimmen. Eine solche epigenetische Beeinflussung wird auch für die Schizophrenie angenommen 14)NPJ Schizophr. 2017 May 29;3:6 15)Adv Exp Med Biol. 2017;978:211-236.

In einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) wurden eine Reihe hypo- oder hypermethylierter Promoter ausgemacht, die die Expression Schizophrenie-assoziierter Gene regulieren. Eine Fehlfunktion der durch sie kodierten Signalwege soll zur Entstehung der Symptome beitragen 16)BMC Med Genomics. 2016 Dec 5;9(sSuppl 3):68. doi:10.1186/s12920-016-0229-y..

Lange nicht-kodierende RNA

Long noncoding RNAs (lncRNAs) sind Ribonukleinsäurepartikel, die wie die MikroRNA (miRNA) Gene, Stoffwechsel- und Signalwege von Zellen beeinflussen. Sie entstammen den nicht-kodierenden Anteilen des menschlichen Genoms und sind auch in Hirnzellen zu fnden. Es wurde festgestellt, dass 7 lncRNAs als Biomarker für die Schiziophrenie (SZ) dienen können, und dass 3 potenziell als Ziele einer Therapie infrage kommen. 17)Epigenomics. 2021 Sep;13(18):1443-1458. doi: 10.2217/epi-2021-0223. Unter ihnen hat Gomafu besondere Aufmerksamkeit erlangt. Es soll mit RNA-bindenden Proteinen interagieren. Eine Störung der Gomafu-Signalwege wird als ein Mechanismus angesehen, der zur Entstehung einer SZ beitragen kann. 18)Cells. 2022 Jun 17;11(12):1949. DOI: 10.3390/cells11121949

Umweltfaktoren

Umweltfaktoren wirken sich vielfältig auf die Aktivität von Genen aus, beispielsweise über epigenetische Veränderungen (z. B. durch Veränderung des Methylierungsgrads von Genen). So sind auch Umwelteinflüsse auf die Symptomatik einer Schizophrenie bekannt.

Dämmerlicht während der Schwangerschaft wird als möglicher Faktor diskutiert, der die Entwicklung einer Schizophrenie beim Kind fördern soll. Dies wird in Zusammenhang mit einer verminderten Produktion von Melatonin gebracht. Denn Melatonin ist ein Faktor, der die Ausbildung der neuralen Axone und deren Verzweigungen stimuliert. Offenbar wirkt sich Melatoninmangel nachteilig auf das sich entwickelnde fetale Gehirn aus 19)J Pineal Res. 2017 May 13. doi: 10.1111/jpi.12421..

Eine städtische Umgebung während der ersten Lebensjahre ist ein Risikofaktor für die Schizophrenie. Das Risiko ist nach einer Untersuchung 1,4-fach erhöht 20)Arch Gen Psychiatry. 2001 Nov;58(11):1039-46.. Eine zunehmende Urbanisierung stellt nach Auffassung der Autoren einer Untersuchung ein ernstzunehmendes Problem für die Ausbreitung der Erkrankung in der Zukunft dar 21)Schizophr Bull. 2017 Feb 22. doi: 10.1093/schbul/sbw147..

Die Ernährung spielt für die Gehirnentwicklung ganz allgemein eine entscheidende Rolle; ein Mangel an Mikro- oder Makronährstoffen wirkt sich vielfältig auf die zukünftigen Funktionen des Gehirns aus. Ihre Blutspiegel unterscheiden sich laut einer chinesischen Studie bei schizophrenen Patienten in über 50% von denen gesunder Kontrollpersonen deutlich 22)J Trace Elem Med Biol. 2017 Mar 24. pii:S0946-672X(16)30425-4.. Verschiedene neurologische und psychiatrische Erkrankungen, inkl. der Schizophrenie und dem Autismus, können mit einem solchen Mangel in Verbindung gebracht werden 23)Adv Nutr. 2017 Mar 15;8(2)337-350.

Gluten erhöht das Risiko einer Schizophrenieerkrankung etwa zweifach. Einige kleinere Studien deuten darauf hin, dass glutenfreie Kost zu einer Besserung der Symptomatik führt. Eine überzeugende Studie fehlt jedoch 24)Nutr Neurosci. 2017 Apr 9:0. doi: 10.1080/1028415X.2017.1313569.. Jedenfalls scheint es in einer Untergruppe der Schizophreniekranken immunologische Gemeinsamkeiten bezüglich Antikörper gegen Gliadin zu geben 25)Schizophren Res. 2010 May;118(1-3):248-55..

Krankheit des Gehirns

Es lassen sich messbare Veränderungen des Gehirns nachweisen. Zu ihnen zählen eine Verringerung der Hirnsubstanz um etwa 2% und eine entsprechende Aufweitung der Seitenventrikel. Den morphologischen Veränderungen parallel gehen eine Reihe biochemischer Veränderungen.  26)Lancet. 2022 Jan 29;399(10323):473-486. DOI: 10.1016/S0140-6736(21)01730-X.

Neurotransmitter

Lange Zeit wurde die Schizophrenie als Krankheit des dopaminergen Systems im Gehirn aufgefasst und antidopaminerg mit Neuroleptika behandelt. Die Positivsymptome, wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen besserten sich dadurch; die Negativsymptome, wie sozialer Rückzug und Depression, reagierten jedoch nicht. Heute werden eine Reihe von Transmitter und verschiedenste funktionelle Schaltkreisen des Gehirns in die Überlegungen zur Pathogenese einbezogen. 27)Int J Mol Sci. 2017 Aug 3;18(8):1689. DOI: 10.3390/ijms18081689. PMID: 28771182; PMCID: … Continue reading

Eine Fehlfunktion des GABA-Systems soll zu einer Enthemmung der glutaminergen pyramidalen Neurone und zu einer Desynchronisierung der kortikalen neuronalen Aktivitäten führen. Die Bildung des Neurotransmitters GABA im Gehirn durch das Enzym GAD67 (Isoform, die für 90% der GABA-Produktion verantwortlich ist) wird deutlich reduziert gefunden. 28)Trends Neurosci 2012; 35: 57–67 29) Translational Psychiatry (2017) 7, e1147; doi:10.1038/tp.2017.124.

Fehlfunktionen des Gehirns

Hypothesen

Zur Erklärung der Symptome werden verschiedene Hypothesen diskutiert, die unterschiedliche Fehlfunktionen des Gehirns ins Zentrum stellen, die sich jedoch nicht ausschließen 30)Schizophr Bull. 2012 Jun;38(4):741-50. doi: 10.1093/schbul/sbq144.:

  • Eine Theorie zur Erklärung der Symptome besagt, dass die Konsequenzen der eigenen Vorhaben und geplanter Handlungen von den zuständigen Zentren des Gehirns falsch vorhergesagt werden. Davon abhängige Hirnzentren arbeiten damit auf der Grundlage falscher Voraussetzungen.
  • Eine andere Theorie zielt auf eine Fehlfunktion von Gedächtnisprozessen und der Fähigkeit, Schlussfolgerungen aus Eindrücken verschiedenster Art sowie aus Informationen des Gedächtnisses zu ziehen, ihre Ursachen zu erkennen und sie in die richtigen Zusammenhänge zu stellen. Alles dies ist mit einer Schwierigkeit verknüpft, sich selbst richtig einzuordnen.
  • Eine weitere Theorie betrifft eine Störung in der Vorstellungskraft. Eine überschießende, sehr lebendige Einbildung soll es schwierig machen, den Ursprung der innerlich entstandenen Bilder, akustischen Vorstellungen und Einbildungen als eigen oder von außen kommend zuzuordnen. 31) Front Psychol. 2016 Sep 14;7:1381. doi: 10.3389/fpsyg.2016.01381. PMID: 27683568; PMCID: PMC5022329.
  • Ein Ansatz befasst sich mit der Abnahme der Fähigkeit, ungewollte und schädliche Erinnerungen los zu werden. Emotional belegte Worte bleiben zu lange in Erinnerung. 32)Int J Psychophysiol. 2015 Dec;98(3 Pt 2):612-23. DOI: 10.1016/j.ijpsycho.2015.01.006. Epub 2015 … Continue reading Es entwickelt sich eine gestörte kognitive Kontrolle über den gesunden emotionalen Abstand zu Geschehnissen, Gesprochenem und Beziehungen, was auch förderlich für Halluzinationen ist. 33)J Pers Med. 2021 Mar 26;11(4):241. DOI: 10.3390/jpm11040241. PMID: 33810436; PMCID: PMC8066077. Am Prozess des aktiven Vergessens ist das Frontalhirn (Region N2) besonders beteiligt. 34)Front Neurosci. 2018 Jan 11;11:757. doi: 10.3389/fnins.2017.00757. PMID: 29375295; PMCID: … Continue reading

Veränderungen im Gehirn

Morphologische Veränderungen

In einer Studie an Zwillingen fand sich eine signifikante Verminderung aller Hirnareale, der grauen wie der weißen Substanz ausgenommen des linken Hippocampus. In einer Studie an Zwillingen fand sich bei dem schizophrenen gegenüber dem nicht-schizophrenen Zwilling in etwa 90% eine Verkleinerung des Hippocampus und eine Erweiterung der Ventrikel 35)J Nerv Ment Dis. 1993 May;181(5):290-7. Es wird vermutet, dass ein gemeinsames familiäres Umfeld (gleichartige Risikofaktoren) dabei eine Rolle spielt 36)J Psychiatry Neurosci. 2017 Mar;42(2):122-130. In manchen Fällen kommt es zu einem zunehmenden Substanzverlust während der Erkrankung; er soll zum Teil genetisch bedingt sein 37)Arch Gen Psychiatry. 2008 Nov;65(11):1259-68.

Abnorme Konnektivität zwischen Hirnregionen

Sowohl bei Patienten mit manifester Schizophrenie als auch bei ihren engen Blutsverwandten ist eine kognitive Dysfunktion (s.u.) feststellbar. Untersuchungen zeigen, dass sie assoziiert ist mit einer vermehrten Konnektivität (neuronalen Vernetzung) im Gehirn, dort im medialen und dorsolateralen praefrontalen Kortex (MPFC und DLPFC). Eine überschießende Vernetzung in diesen Bereichen führt zu einer Abnahme der neuronalen Funktionsfähigkeit. 38) 2014 May;40(3):653-64. doi: 10.1093/schbul/sbt077. Im fMRI wurde ebenfalls eine Fehlregulation der neuronalen Verbindungen zwischen Hirnrinde, Striatum und Kleinhirn festgestellt. Damit wird nun die Schizophrenie als eine Fehlkonnektivitätserkrankung („disconnectivity model“) betrachtet. 39) 2018 Apr;30:74-85. doi: 10.1016/j.ebiom.2018.03.017. 40) 2017 Dec 5;17:704-716. doi: 10.1016/j.nicl.2017.12.006.

Zusammenhang mit Halluzinationen: Bei der Schizophrenie besteht, wie Untersuchungen zeigen, eine erhöhte Konnektivität (neuronale Verbindungen) speziell auch zwischen Hör- und Sprachregionen und Regionen des Striatums, die mit dem Gedächtnis assoziiert sind. Auch wurden in anatomischen und funktionellen Assoziationsstudien festgestellt, dass eine zwischenhemisphärische Konnektivität der hinteren auditorischen Regionen mit fortschreitender Erkrankung abnimmt. Und es ließ sich eine abnorme frontotemporale Konnektivität feststellen. Alle diese Veränderungen stehen offenbar in einem Zusammenhang mit auditorischen verbalen Halluzinationen 41)Prog Neurobiol. 2017 Jan;148:1-20. doi: 10.1016/j.pneurobio.2016.11.002.. Die Studien zeigen, dass die Hörregionen derjenigen schizophrenen Patienten, die auditive Halluzinationen erleben, auf akustische Reize besonders stark ansprechen, und dass zudem bei ihnen eine ungewöhnliche Konnektivität zwischen den Arealen für Sprachperzeption und Sprachgenerierung besteht 42)Front Hum Neurosci. 2012 May 9;6:111. doi: 10.3389/fnhum.2012.00111.

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