Rauchen aufhören

Rauchen aufhören ist meist unerwartet schwierig, aber lohnt immer!!

Die schädlichen Wirkungen von Rauchen


Rauchen ist für die Gesundheit außerordentlich schädlich:

  • es fördert eine frühzeitige Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) mit ihren Komplikationen einer koronaren Herzkrankheit mit Herzinfarkt, eines Schlaganfalls und eines Raucherbeins;
  • es führt zu chronischen Lungenkrankheiten wie einer chronischen Bronchitis und einer Lungenüberblähung (Emphysem),
  • es fördert eine frühzeitige Knochenbrüchigkeit (Osteoporose),
  • es erhöht das Risiko für Magengeschwüre
  • es fördert die Krebsentstehung verschiedener Organe, wie Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse oder Harnblase (siehe hier); Lungenkrebs ist zu etwa 90% auf Rauchen zurückzuführen.
  • es vermindert die Lebenserwartung um 10-15 Jahre! 1)N Engl J Med 2015; 373:1289-1291

Auch wenn diese Risiken vielen Rauchern durchaus bekannt sind, so fällt es ihnen wegen des Suchtpotentials dennoch sehr schwer, mit dem Rauchen dauerhaft aufzuhören. Viele überschätzen sich und behaupten, jederzeit aufhören zu können, was meist einem frommen Selbstbetrug ist.

Zum Rauchen und seinen Folgen siehe hier.


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Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt!


Aufhören zu rauchen lohnt sich jederzeit! Es wirkt sich sofort positiv auf die Gesundheit aus; jüngere Menschen reduzieren ihr Risiko, innerhalb der nächsten 10 – 15 Jahre zu sterben, um etwa die Hälfte! Selbst ältere Menschen profitieren davon. Untersuchungen zeigen, dass die Lebenserwartung von Patienten, die einen Koronarstent wegen Herzengegefühl (Angina pectoris) bekommen hatten und mit dem Rauchen vollständig aufhörten, eine deutlich höhere Lebenserwartung als diejenigen hatten, die weiter rauchten (siehe hier).

Es kommt darauf an, einen Modus zu finden, der zu einer dauerhaften Abstinenz führt.

Was einer Raucherentwöhnung oft im Wege steht

Aufhören zu rauchen ist nicht leicht, denn rauchen macht süchtig. Es führt in der Regel zu Entzugssymptomen wie Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Unausgeglichenheit und Stressanfälligkeit oder einer Verstopfung. Der körperliche Entzug dauert einige Wochen und wird meist mit Hilfe der Familie und engen Freunden, die unterstützen sollten, gut bewältigt.

Schwieriger ist es jedoch, die Angewohnheit, in bestimmten Situationen zur Zigarette zu greifen, zu überwinden. Diese Phase der Entwöhnung dauert sehr viel länger. Es kommt hierbei auf eine „Umprogrammierung“ eingefahrener Verhaltensweisen an. Der Griff zur Zigarette bei Stress oder bei der Skatrunde oder die Verdauungszigarette vor dem geplanten Stuhlgang gehören zu den problematischen Gewohnheiten, die einer dauerhaften Entwöhnung im Wege stehen. In seltenen Fällen stellen sich Depressionen ein; sie bedürfen unter Umständen einer fachärztlichen Kontrolle und medikamentösen Behandlung.

Ein weiteres Problem, das einer Raucherentwöhnung oft im Wege steht, ist die gelegentliche Gewichtszunahme. Manche Menschen rauchen nämlich, um weniger zu essen. Und tatsächlich ist alleine der Gedanke an eine neuerliche Gewichtszunahme für den Willen, mit dem Rauchen aufzuhören, sehr hinderlich. In diesen Fällen muss nicht nur das Rauchen abgewöhnt werden, sondern es muss auch eine gute Diätberatung und eine Anleitung zu vermehrter körperlicher Bewegung erfolgen.

Tipps zur Entwöhnung: was Sie selbst für den Erfolg tun können

Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, muss in der Regel seinen Lebensstil in mancher Beziehung grundlegend ändern. Dazu sollten Sie eine Bestandsaufnahme der eigenen Verhaltensweisen und Lebensumstände durchführen, und Sie sollten sich dann überlegen, was Sie ändern sollten, um bei Ihrem Vorhaben erfolgreich zu sein. Hier einige Tipps:

  • Beginnen Sie mit Ankündigung in Familie und Freundeskreis. Setzen Sie sich dadurch einem Erfolgsdruck aus.
  • Werfen Sie die Zigarettenschachteln, die Sie noch besitzen, weg.
  • Geben Sie die Aufsicht über sich bezüglich des Rauchens in die Hand einer Ihnen nahe stehenden Person; laut Übereinkunft soll sie die Zigarettenschachteln, die sie in Zukunft bei Ihnen findet, entfernen und Sie an die Abmachung erinnern.
  • Vereinbaren Sie mit Ihren engen Freunden und Bekannten, dass sie Ihnen keine Zigaretten mehr anbieten, und dass sie möglichst in Ihrer Gegenwart nicht rauchen.
  • Suchen Sie Gleichgesinnte unter Ihren rauchenden Freunden und Bekannten und vereinbaren Sie eine gemeinsame Aktion.
  • Lenken Sie sich in den ersten Tagen und Wochen, in denen die Entzugssymptomatik am größten ist, über andere Aktivitäten ab: unternehmen Sie etwas (Film, Theater, Restaurant mit Begleitung etc.). Setzen Sie sich nicht wie gewohnt bei Bier oder Wein vor den Fernseher, dann ist die Zigarette möglicherweise nicht mehr weit.
  • Vermeiden Sie wenn möglich Situationen, in denen Sie gewohnheitsmäßig rauchen.
  • Lernen Sie Stress abzubauen, so dass er keinen Anlass für Rauchen darstellt. Nehmen Sie gegebenenfalls psychologische Hilfe in Anspruch.
  • Vermeiden Sie Alkohol, da er die Schwelle zu rauchen senkt.
  • Schädigen Sie nicht über Ersatzbefriedigungen Ihren Körper. Geben Sie nicht anderen Begierden nach: Vermeiden Sie Kuchen, Süßes, möglichst alles, was freien Zucker enthält: es macht dick und fördert die Arteriosklerose.
  • Bewegen Sie sich mehr: z. B. Treppen selbst hochgehen, nicht Aufzug fahren. Joggen Sie oder gehen Sie regelmäßig in ein Fitness-Center. Es lenkt vom Rauchen ab und wirkt einer ungesunden Gewichtszunahme, die Sie ja sicher vermeiden wollen, entgegen.

Lassen Sie sich im Bedarfsfall professionell helfen

Geht ein Anlauf zur Entwöhnung von der gewohnten Zigarette schief, so lassen Sie sich nicht entmutigen, starten Sie ihn erneut und lassen Sie sich professionell helfen.

  • Eine psychologische Betreuung ist gelegentlich sinnvoll, um ungesunde Ersatzbefriedigungen zu vermeiden und den Durchhaltewillen zu stärken. Sie kann auch helfen, mit Stress besser fertig zu werden.
  • Eine Diätberatung kann erforderlich werden, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden.
  • Eine ärztliche Begleitung ist angeraten, wenn eine medikamentöse Hilfestellung erforderlich scheint. Nikotin-Pflaster, Nikotin-haltiges Kaugummi oder andere Nikotinersatzmittel können übergangsweise hilfreich sein, jedoch nicht zusammen mit Rauchen! Die Nikotindosis und die Dauer der Zufuhr sollten Sie mit Ihrem Arzt zuvor absprechen.
  • Der Arzt kann auch raten, wenn der Darm träge wird und eine Verstopfung behandelt werden muss (zu Abführmitteln siehe hier).
  • Vareniclin (Champix ®) ist ein Medikament, das die Entzugssymptomatik der ersten Wochen mildern kann. Es wird aufsteigend dosiert; die Wirkung sollte ärztlich kontrolliert werden. Die möglichen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen und psychische Derangiertheiten bis hin zu Depressionen müssen zuvor durchgesprochen werden. Es kann sinnvoll sein, mit Vareniclin bereits vor Start der Raucherentwöhnung zu beginnen.

Nikotinreduzierte Zigaretten: eine neue Möglichkeit

Raucher, die sich nicht vorgenommen hatten, mit dem Rauchen aufzuhören, wurden in einer Studie mit nikotinreduzierten Zigaretten von 0.4 mg/g in freier Menge versorgt. Die Probanden in diesem Studienarm rauchten nach 6 Wochen deutlich weniger als diejenigen, die ihre alte Zigarettenmarke mit einem Nikotingehalt bis über 15 mg/g beibehielten 2)N Engl J Med. 2015 Oct;373(14):1340-9. Dieser Befund weist zum einen auf die suchterzeugende Eigenschaft des Nikotins hin. Und zum weist er eine Möglichkeit auf, Nikotinsüchtige ohne Zwang zum Wenigerrauchen zu bringen. In einem Fachkommentar wird der gesundheitspolitische Aspekt hervorgehoben. Ob die Tabakindustrie von sich aus Zigaretten mit reduziertem Nikotingehalt in Umlauf bringt, steht allerdings in Frage 3)N Engl J Med 2015; 373:1289-1291.


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Verweise

Literatur   [ + ]

1, 3. N Engl J Med 2015; 373:1289-1291
2. N Engl J Med. 2015 Oct;373(14):1340-9