Medikamente bei Leberkrankheiten

Von Fachärzten geschrieben und wissenschaftlich überprüft.

Die folgende Zusammenstellung enthält häufig verwendete Medikamente, die zur Behandlung von Leberkrankheiten eingesetzt werden.

Cave bei Dosierungsangaben!

Dosierungsangaben gelten für einen 60-70 kg schweren Menschen. Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden. Die möglichen Nebenwirkungen und Anwendungseinschränkungen der Medikamente werden in dem Überblick nicht oder nicht vollständig dargestellt; auch hierzu muss eine sorgfältige Recherche und Beratung durch den verordnenden Arzt erfolgen.


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N-Acetylcystein

Antidot bei Paracetamolvergiftung (mehr als 125 mg/kg KG): 140 mg/kg KG p.o. plus 150 mg/kg KG in 200 ml 5%iger Glukoselösung innerhalb 15 Minuten, dann 50 mg/kg KG in 500 ml 5%iger Glukoselösung innerhalb von 4 Stunden, anschließend 100 mg/kg KG in 1000 ml 5%iger Glukoselösung über 16 Stunden.

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Adefovir

Adefovir (HEPSERA) ist ein Nukleotid-Analogon zur Behandlung der Hepatitis B. Es steht als Therapiealternative zur Verfügung, wenn eine Resistenz gegen Lamivudin eintritt [1]. Selbst hat es eine Resistenz nach 5 Jahren von 29% und keine Kreuzresistenz zu Lamivudin, so dass es in Kombination eingesetzt werden kann.

Einnahme als Prodrug (Dipivoxilester): Bioverfügbarkeit ca 60%. Resistenzentwicklung bei der Behandlung der Hepatitis B mit ca 2% in 2 Jahren deutlich seltener als gegenüber Lamivudin.

Wirkung von 30 mg/d nicht wesentlich besser als 10 mg/d.

→ Siehe auch: chronische Hepatitis B

S-Adenosylmethionin (SAMe, AdoMet)

SAMe ist die aktive Form des Methyldonators Methionin und essentiell für den Nukleinsäurestoffwechsel und als Vorstufe von Glutathion. Es soll die Zellmembranen beweglicher machen (Membranfluidität) und damit die transmembranösen Transportprozesse verbessern. Auf diese Weise soll es einige hepatozelluläre Cholestaseformen (z.B. Östrogen-bedingte Cholestasen) bessern. Die intrazelluläre Konzentration von SAMe ist bei alkoholischen Leberschäden vermindert; entsprechend scheint seine Zufuhr Leberschäden verringern und das Überleben alkoholabhängiger Patienten mit Zirrhose verlängern zu können [2].

Interessantes zu SAMe: Pneumocystes carinii (ein opportunistischer Keim bei immunsupprimierten Patienten, der zu schweren Lungenentzündungen führt) vermag SAMe nicht zu synthetisieren und bedient sich der Vorräte des Wirts. Dies hat zur Folge, dass der SAMe-Spiegel im Blut sinkt, was diagnostisch ausgenutzt werden kann [3].

Albendazol

Zur Behandlung einer Echinokokkose, besonders wenn keine Operation möglich ist (z.B. bei E. alveolaris). Siehe auch unter Mebendazol und Fenbendazol.

Antibiotika

Indikation akute Cholangitis (sofort, ohne das Ergebnis der Blutkulturen abzuwarten): Ureidopenizilline (z.B. Piperazillin oder Mezlozillin 3×2 g/d i.v.) zusätzlich (in schweren Fällen) Aminoglykoside (z.B. Tobramycin 3-5 mg/kg KG/d i.v. verteilt auf drei Dosen) zusätzlich (bei Sepsis) Metronidazol 3×500 mg/d i.v.

Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Boceprevir

Boceprevir ist (wie Telaprevir, s.u.) ein gegen das Hepatitis-C-Virus gerichtetes Medikament das eine viruseigene Protease hemmt. In Kombination mit PEG-Interferon und Ribavirin erhöht es den SVR (sustaines virological response) signifikant (siehe hier).

Cholestyramin

Harz zur Bindung von lipophilen Substanzen, wie Gallensäuren oder Digitalis im Darm; dient zur Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs dieser Substanzen und fördert ihre Ausscheidung.

→ Mehr zu Cholestyramin siehe hier.

Cyclosporin

Cyclosporin (CyA) (orale Zubereitung: z. B. Sandimmun Optoral (R)) wird – wie auch Tacrolimus – zur Immunsuppression nach Lebertransplantation verwendet.

Resorption im Dünndarm variabel, ca 30%, multiple Interferenzen mit Medikamenten, Spiegelbestimmungen notwendig

Nebenwirkungen: vor allem Nierenschäden (irreversibel) und Hypertonie, Infektanfälligkeit

→ Mehr zu Cyclosporin

Desferrioxamin

Chelatbildner zur Entfernung von Eisen, bindet in der Dosis von 1,5 g etwa 25 mg Eisen. Wegen der kurzen Halbwertszeit Applikation über Perfusor (etwa 20 mg/kg KG/d) notwendig.

Indikation: Hämochromatose bei Anämie (z. B. bei der Thalassämie praktisch unentbehrlich)

Nebenwirkung: anaphylaktische und neurotoxische Reaktionen, entzündliche Reaktionen an der Injektionsstelle

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Entecavir

Entecavir (Baraclude®) ist ein Nucleosidanalogon zur Behandlung der chronischen Hepatitis B und wirkt in Studien vielfach bei Patienten, die gegen Lamivudin resistent geworden sind. Es gilt als eine First-line-Therapieoption mit ähnlicher Wirksamkeit wie Telbivudin [4].

→ Siehe auch: chronische Hepatitis B und Entecavir

Fenbendazol

Mittel zur Behandlung einer Echinokokkose, wenn Operation nicht in Frage kommt.

Dosierung: 40 mg/kg KG/d

→ Siehe auch unter Mebendazol und Albendazol.

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Folat

Folat (Folsäure) ist für den Methionin-Stoffwechsel notwendig. Mangel an Folat tritt oft bei einer Alkoholschädigung ein und ist assoziiert mit DNA-Schäden [5]. Folat kann bei der Behandlung alkoholischer Leberschäden sinnvoll sein.

→ Mehr zu Folat siehe hier.

Interferon-alpha

Interferon-alpha (IFN-a) wird zur Viruseliminierung eingesetzt.

Indikationen: chronische Hepatitis B, akute und chronische Hepatitis C.

Kontraindikationen: u.a. fortgeschrittene Leberzirrhose (Child C), psychiatrische Erkrankungen (speziell Depressionen wegen Suizidgefahr)

Nebenwirkungen: vor allem grippeähnliche Symptome

Weiterentwicklung: PEG-Interferon (Langzeitwirkung über ca. 1 Woche, deutlich besserer Effekt und deutlich geringere Nebenwirkungen als Interferon).

→ Weiteres zur Interferon-Therapie und zu PEG-Interferon

Kortisonderivate, Prednisolon

Geeignet zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten, wie z.B. der autoimmunen Hepatitis

Dosierung: Beginn bei der AIH z. B. mit ca. 1 mg/kg Körpergewicht und Tag, Reduktion wochenweise oder zweiwöchig je nach Erfolg (Kontrolle durch klinisches Befinden und Transaminasen), anfangs Magenschutz (z.B. Protonenpumpenblocker, Ranitidin, Famotidin o.ä.)

Nebenwirkungen: innere Unruhe, selten Kortisonpsychose, Knochenabbau, dünne Haut, Linsentrübung und erhöhter Augeninnendruck (Kontrolle der Augen!), Ulkuskrankheit (Magenschutz), Diabetes mellitus (Zuckerkontrolle)

Zur Kortikoideinsparung kann Azathioprin eingesetzt werden (z.B. bei längerer Therapie, bei älteren Patienten oder bei erheblichen Kortikoidnebenwirkungen).

→ Weitere Informationen zu Glukokortikoiden.

Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.


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Lamivudin

Lamivudin ist ein relativ gut verträgliches Nukleosidanalogon zur Therapie von HIV-Infektionen (EPIVIR®, Dosierung 2 x 150 mg) und neuerdings auch von Hepatitis-B-Virus(HBV)-Infektionen (ZEFFIX®, Dosierungsempfehlung 1 x 100 mg, bei gleichzeitiger HIV-Infektion 2 x 150 mg/d).

In der Regel nur wenige unerwünschte Nebenwirkungen, wie Mattigkeit, Kopfschmerzen etc.. Es kann bei einer Dosierung von 1 x 100 mg/die über 12 Monate bei nicht vorbehandelten Patienten zu einer Serokonversion führen. Die Ansprechrate liegt bei 17% [6]. Andere berichten von einer erreichbaren Krankheitskontrolle von über 50% [7]. In einer histologisch kontrollierten Studie besserten sich 56% nach 3 Jahren Therapie durch Rückgang der nekroinflammatorischen Aktivität und des Fibrosierungsgrades [8].Die Gefahr einer Resistenzentwicklung mit sekundärem Therapieversagen ist jedoch nicht vernachlässigbar [9].

Resistenzen sind zurückzuführen auf Mutationen im Thyrosin-Methionin-Aspartat-Aspartat-Lokus (YMDD-Mutation) der HBV-RNA-abhängigen DNA-Polymerase, die nach 6-9 Monaten zu Tage tritt und nach 2-jähriger Laminvudin-Therapie fast 40% und nach 4-jähriger Therapie fast 70% beträgt [10]. Eine hohe Resistenzrate wird besonders bei Kindern mit chronischer Hepatitis B beobachtet, die auf Interferon nicht reagieren [11], ebenso bei Langzeittherapien beispielsweise von Hepatitis-B-Patienten nach Lebertransplantation [12].

Die Substanz wird in die Zellen aufgenommen und dort zum Triphosphat metabolisiert, welches die eigentliche antivirale Wirkung entfaltet (Hemmung der DNA-Polymerase).

Resorption aus dem Darm etwa zu 80%; Elimination aus dem Blut mit einer Halbwertszeit von 5-7 Stunden, aus dem Cytoplasma („intrazelluläre Halbwertszeit“) von bis zu 19 Stunden. Elimination überwiegend über die Nieren, daher bei Niereninsuffizienz Dosisreduktion.

Es werden positive Effekte berichtet bezüglich einer Hepatitis-B-assoziierten Vaskulitis [13], einer Reduktion des AFP-Spiegels bei chronischer Hepatitis B mit Zirrhose [14].

→ Mehr dazu siehe unter chronische Hepatitis B und Lamivudin

Literatur

  • ZCT 2000; 21: 4;
  • Arzneimitteltherapie 2000; 18: 102-108
  • Ben-Ari Z et al. J Intern Med 2003; 253: 544-552

 

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Mebendazol

Mittel zur Behandlung einer Echinokokkose, wenn keine Operation in Frage kommt.

Dosierung 40-100 mg/kg KG/d in 3 Einzeldosen, Kontrolle des Serumspiegels (günstig >10 ng/ml 4 h nach Einnahme), Dauer der Therapie über Monate, meist lebenslang.

→ Siehe auch Albendazol und Fenbendazol auf dieser Seite.

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Metronidazol

Medikament der Wahl beim Amöbenabszess und der Lambliasis der Gallenwege.

Dosierung: 3-4 x 400 mg oral (ggf. i.v.) für 7-10 Tage oder ggf. länger

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

→ Mehr zu Metronidazol siehe hier.

Ornithinaspartat

Es fördert die Harnstoffsynthese und die Ammoniumentgiftung in der Leber und kann bei ausgeprägter hepatischer Enzephalopathie die zerebrale Leistungsfähigkeit steigern (z. B. Zahlenverbindungstest); eine minimale hepatische Enzephalopathie scheint dagegen nicht durch Ornithinaspartat verbessert werden zu können [15].

Gute Ergebnisse bei iv.-Behandlung des hepatischen Komas. Gute Verträglichkeit.

Empfohlene Dosierung je nach Schwere der hepatischen Enzephalopathie: 20 (-40) g/d

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Peginterferon

Peginterferon ist pegyliertes Interferon. Durch die chemische Verbindung von Interferon mit Polyäthylenglykol erhöht sich die Wirksamkeit des Interferons. Auch die Verträglichkeit ist etwas verbessert.

→ Mehr dazu siehe hier.


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D-Penicillamin

Bisher Mittel der ersten Wahl zur Behandlung des Morbus Wilson; heute wird auch Trientine als Erstlinienmedikament verwendet.

Wirkung: Erhöhung der Kupferausscheidung im Urin

Nebenwirkungen: toxische und allergisch-hypererge Reaktionen, Wundheilungsstörung, Anti-Vitamin-B6-Wirkung, Verschlechterung der (besonders neurologischen) Symptome zu Beginn der Therapie (bei 10-20% der Erkrankten)

Dosierung: zu Beginn 20-30 mg/kg KG/d in drei Einzeldosen vor den Mahlzeiten; nach erfolgter Besserung 10-15 mg/kg KG/d

Dauermedikation: 7,5 mg/kg KG/d, bei bestehender Schwangerschaft 5-7,5 mg/kg KG /d; regelmäßige Kontrollen der Kupferausscheidung im Urin

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Praziquantel

Mittel der Wahl zur Therapie der Schistosomiasis

Dosis 1x täglich 30-45 mg, bei schweren Fällen bis 3×20 mg/d

Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Ribavirin

Ribavirin ist ein Virustatikum, das bei der Therapie der HCV-Infektion zusammen mit Interferon-alpha eingesetzt werden kann. Nukleosidanalogon, Ähnlichkeit mit Guanosin. Rasche Aufnahme in die Zellen, dort Metabolismus zu Mono-, Di- und Triphosphaten, die als falsche Substrate und damit als Antimetabolite wirken. Vermutete Wirkmechanismen: Hemmung der Inosin-Monophosphat-Dehydrogenase (Folge: Mangel an Guanosinnukleotiden und damit Hemmung der DNA- und RNA-Neusynthese), Hemmung der viralen RNA-abhängigen RNA-Polymerase, Herabsetzung der Synthese viraler Proteine.

Ribavirin (in einer Tagesdosis von 1.000 bis 1.200 mg) gilt als gut verträglich. Es sollte auf Zeichen einer milden hämolytischen Anämie geachtet werden. Sichere Empfängnisverhütung unter Ribavirin wegen der Möglichkeit kindlicher Fehlbildungen!

→ Mehr zu Ribavirin siehe hier.

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

→ Verweis: chronische Hepatitis C

Silymarin

Silymarin ist ein Gemisch verschiedener Flavonoide aus der Mariendistel u.a. Silibinin (Hauptwirkkomponente). Es besitzt membranstabilisierende Wirkung an verschiedenen Zelltypen. Silymarin hemmt die Aufnahme von Substanzen, die über bestimmte Rezeptoren/Transporter (Gallensäuretransporter) in die Leberzelle aufgenommen werden. Es bessert somit nicht bereits bestehende Leberschäden, sondern kann möglicherweise einer Schädigung durch solche Toxine vorbeugen. Verwendet wird Silymarin daher z.B. bei akuter Leberdystrophie durch Pilzvergiftung, solange das Toxin noch im Blut vorhanden ist. Es scheint keinen ausgeprägten Effekt bei medikamenten- oder alkoholtoxischen Leberschäden zu besitzen.

Dosierung bei der Knollenblätterpilzvergiftung: 20 mg/kg KG 4x täglich in 500 ml 5%iger Glukoselösung.

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Neuerdings werden die antioxidativen Eigenschaften von Silymarin hinsichtlich therapeutischer Perspektiven untersucht. Von den verschiedenen Formen hat offenbar nur Silymarin MZ-80 die Fähigkeit die Aktivität des Glutathion-Systems zu erhöhen [16]. Hinsichtlich der alkoholbedingten und nicht alkoholbedingten Fettleberhepatitis kann Silymarin evtl. eine therapeutische Rolle spielen [17]. Außerdem wird der Silymarin-Effekt auf die Fibrogenese der Leber untersucht [18]. Im Tierversuch sind positive Effekte zu beobachten [19]. Beim Menschen haben sich bisher in diesen Beziehungen jedoch keine gesicherten Effekte gezeigt.


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Tacrolimus (FK 506)

Immunsuppressivum nach Lebertransplantation

Wirkmechanismus ähnlich wie bei Cyclosporin; Resorption im Dünndarm unvollständig und abhängig von Darmmotilität und Nahrungszusammensetzung; Metabolisierung in der Leber über Cytochrome.Der Tacrolimusspiegel im Plasma kann durch gleichzeitige Gabe von Erythromycin oder Fluconazol steigen. Weiteres siehe unter Tacrolimus.

Nebenwirkungen ähnlich denen des CyA

Tamoxifen

Tamoxifen ist ein Antiöstrogen; es blockiert die Wirkung von Östrogenen in Brustzellen, speziell auch in Zellen des Mammakarzinoms (Brustkrebs), wenn sie Östrogenrezeptoren besitzen. Tamoxifen wurde auch zur Behandlung des hepatozellulären Karzinoms (HCC) verwendet. Es hat jedoch keine gesicherte Wirkung [20] , dafür deutliche Nebenwirkungen, so dass diese Therapie verlassen worden ist.

Telaprevir

Telaprevir ist (wie Boceprevir, s.o.) ein gegen das Hepatitis-C-Virus gerichtetes Medikament, das eine viruseigene Protease hemmt. In Kombination mit PEG-Interferon und Ribavirin erhöht es den SVR (sustaines virological response) signifikant.

→ Mehr dazu siehe hier.

Telbivudin

Telbivudin (Präparat Sebivo®, 600 mg/d) hat einen sehr guten Effekt auf die Virusreplikation bei chronischer Hepatitis B [21], hat eine verhältnismäßig gute Resistenzlage (18% nach 2 Jahren), wird in der Regel sehr gut vertragen und gilt inzwischen als Erstlinientherapeuticum. Es ist dem Adefovir bezüglich HBV-DNA-Suppression bei chronischer Hepatitis B überlegen; in Woche 24 waren in der Telbivudin-Gruppe 39% PCR-negativ vs. 12% in den Adefovir-Gruppen [22]. Siehe auch hier.

Tenofovir

Tenofovir ist Hemmer der reversen Transscriptase mit niedriger Nebenwirkungsrate. Es wird als Viread® in der Therapie der chronischen Hepatitis B und der HIV-Infektion verwendet.

→ Mehr dazu siehe hier.

Trientine

Triethylentetramin; Chelatbidner zur Kupferausscheidung, geeignet zur Behandlung des M. Wilson [23].

Indikation: Penicillaminunverträglichkeit; heute auch schon in erster Linie zur Wilson-Therapie verwendet.

Nebenwirkungen: ähnlich denen des Penicillamins.

Dosierung: zu Beginn 3×600 mg/d, bei Besserung 2×600 mg/d.

Regelmäßige Kontrollen der Kupferausscheidung im Urin.

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Trientine hat im Tierversuch eine antiangiogenetische Wirkung und hemmt die Bildung von hepatozellulären Karzinomen (HCC). Es wird daher als möglicherweise effektive neue Therapiemöglichkeit auch für HCC´s im Menschen angesehen [24].


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Ursodesoxycholat (UDCA)

UDCA ist eine natürliche Gallensäure, die bei chronisch-cholestatischen, nicht obstruktiven Erkrankungen, wie bei der Primären biliären Zirrhose, Primär Sklerosierenden Cholangitis oder Autoimmunhepatitis, verwendet wird. Wirkmechanismen sind Erhöhung der Cholerese, Verdrängung toxischer Gallensalze aus dem enterohepatischen Kreislauf und immunmodulatorische Effekte.

Dosierung: 10-15 mg/kg KG/d (etwa 750 mg/d)

Hauptindikationen: PBC, PSC und Arzneimittelnebenwirkungen an der Leber

UDCA wird auch zur Langzeitprophylaxe und zur Auflösung von Gallensteinen bei Cholesterinsteindiathese verwendet.

→ Mehr zu UDCA

>Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Zinkverbindungen

Zink ist zur Behandlung des Morbus Wilson, vor allem im Stadium der Erhaltungstherapie geeignet [25].

Wirkung: Hemmung der enteralen Kupferaufnahme, Verdrängung von Zink aus Bindungen von Bindungs- und Transportproteinen

Indikationen: Aufrechterhaltung einer ausgeglichenen Kupferbilanz nach anfänglicher Kupferausschwemmung mit D-Penicillamin

Indikation: auch bei präsymptomatischen Patienten (keine klinischen Symptome durch Leberzirrhose oder ZNS-Beteiligung) und bei bestehender Schwangerschaft.

Nebenwirkungen: keine bekannt

Dosierung: 3 mg/kg KG/d verteilt auf drei Einzeldosen

Verträglicher als Zinksulfat sind Zinkacetat und Zinkorotat

Urinkontrollen

Da Fehler in den Dosisangaben nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie sorgfältig überprüft werden.

Hinweis

Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben zu den Medikamenten kann nicht übernommen werden. Dies gilt speziell auch für Dosierungsangaben. Da Fehler in den Angaben zur Dosierung von Medikamenten, denen ein Körpergewicht von etwa 60-70 kg zugrunde liegt, nicht ausgeschlossen werden können, müssen sie besonders sorgfältig überprüft werden.


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Verweise

Literatur

  1. ? N Engl J Med. 2003 Feb 27;348(9):808-16
  2. ? Avila MA et al. Alcohol 2002; 27: 163-167
  3. ? Lancet 2003; 361: 1267-1268
  4. ? Pharmacotherapy. 2006 Dec;26(12):1745-57
  5. ? Halstedt CH et al. Proc Natl Acad Sci 2002; 99: 10072-10077
  6. ? Dienstag, JL et al. NEJM 1999; 341: 1256-1263
  7. ? Z Gastroenterol 2003; 41: 249-254
  8. ? Dienstag JL et al. Gastroenterology 2003; 124: 105-117
  9. ? Liaw, YF et al. Hepatology 1999; 30: 567-572
  10. ? J Gastroenterol Hepatol 2002; 17 Suppl 3: S333-S337
  11. ? Pediatr Infect Dis J 2003; 22: 224-229
  12. ? J Intern Med 2003; 253: 544-552
  13. ? J Clin Gastroenterol 2003; 36: 451
  14. ? J Clin Gastroenterol 2003; 36: 440-442
  15. ? Hepatology 1997; 25: 1351-1360, Metab. Brain Dis. 2002; 17: 453-462
  16. ? Pharmacology 2002; 64: 18-27
  17. ? Drugs 2001; 61: 2035-2063
  18. ? Hepatogastroenterology 2002; 49: 1102-1108
  19. ? Hepatology 1997; 26: 643-649; J Bioenerg Biomembr 2000; 32: 175-182
  20. ? World J Gastroenterol. 2008 Mar 21;14(11):1682-9
  21. ? Expert Opin Biol Ther. 2007 May;7(5):751-61
  22. ? Ann Intern Med. 2007 Oct 1
  23. ? Drugs 1995; 50: 240-249
  24. ? Yoshii J et al. Int J Cancer 2001; 94: 768-773
  25. ? Brewer GJ. Proc Soc Exp Biol 2000; 223: 39-46

Leberkrankheiten