Lungenemphysem – einfach erklärt

Artikel aktualisiert am 21. Februar 2024

Als Lungenemphysem (Lungenüberblähung) wird eine Erkrankung bezeichnet, bei der einzelne Lungenbläschen (Alveolen) miteinander zu größeren Bläschen verschmelzen. Die Seite „Lungenemphysem einfach erklärt“ macht diese chronische Lungenkrankheit mit ihren Ursachen und Folgen verständlich.

Allgemeines


Beim Lungenemphysem werden die zwischen den Bläschen gelegene Bindegewebssepten mit ihren Blutgefäßen, in denen der Gasaustausch stattfindet, allmählich abgebaut. Es bilden sich größere Emphysemblasen. In geringem Ausmaß findet ein Abbau mit zunehmendem Alter natürlicherweise statt. Es gibt jedoch Bedingungen, unter denen sich eine Lungenüberblähung beschleunigt und sehr viel ausgeprägter ausbildet. Dazu gehören Rauchen, eine chronische Bronchitis und eine familiäre Veranlagung.

Das Lungenemphysem im Rahmen einer chronischen Bronchitis entsteht ganz überwiegend durch Rauchen. Es entwickelt sich eine chronisch obstruktive Bronchitis mit Verkrampfungen der Atemwege (COPD). Sie führt zu Problemen der Atmung (Ateminsuffizienz), des Lungenkreislaufs (Lungenhochdruck, pulmonale Hypertonie), der Atemwege (Verschleimung und Entzündung der Atemwege, chronische Entzündung), des rechten Herzens (Überlastung der rechten Herzkammer, Rechtsherzinsuffizienz) und des Bluts (Bluteindickung mit Thromboseneigung).

Lungenemphysem


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Wodurch ein Lungenemphysem gefördert wird

Es gibt verschiedene Ursachen für ein Lungenemphysem. Folgende Bedingungen fördern seine Entstehung:

Folgen eines Emphysems

Beim Emphysem gehen die zarten Häutchen zwischen den Lungenbläschen zugrunde. Damit verschmelzen die Lungenbläschen. Dies hat eingreifende Folgen:

  • Die kleinsten Blutgefäßchen (Kapillaren) in der Lunge, die am Gasaustausch beteiligt sind, befinden sich normalerweise in den Abtrennungen zwischen den Lungenbläschen, den Alveolarsepten. Diese aber gehen beim Emphysem allmählich zugrunde und mit ihnen die ihre kleinsten Blutgefäße. Sie fehlen einerseits für den Gasaustausch, andererseits für den Bluttransport vom rechten zum linken Herzen. Das Blut staut sich vor der Lunge und der Widerstand im Lungenkreislauf steigt an. Es kommt zu einem Lungenarterienhochdruck (pulmonale Hypertonie) und einer Belastung des rechten Herzens (ablesbar beispielsweise am EKG) und schließlich zum Rechtsherzversagen.
  • Durch die geringer werdende Gasaustauschfläche wird der Gasaustausch wird ineffektiv, bis es schließlich zu einer Sauerstoffuntersättigung des (arteriellen) Bluts kommt (respiratorische Insuffizienz).
  • In den Atemwegen (Bronchien) der Lungen fördert der verminderte Atemfluss einen Sekretverhalt (Schleimstau). Der wiederum fördert lokale Infektionen und häufig wiederkehrende Atemwegsentzündungen. Die Kombination von Emphysem und chronischer Bronchitis wurde früher als Emphysembronchitis zusammengefasst. Heute gehört das Emphysem als Untergruppe zur COPD.

Bronchitis
Pulmonale Hypertonie

Wie ein Emphysem behandelt wird

Am wichtigsten ist es, alles zu vermeiden, was den Atemwiderstand erhöhen kann. Die Lungenbläschen dürfen sich nicht weiter überblähen. Dazu gehören: nicht mehr rauchen, Staub meiden und ein evtl. vorliegendes Asthma effektiv behandeln.

Ansonsten stehen die Symptome und Komplikationen wie Bronchitis, Husten und Sauerstoffuntersättigung (allgemein: Gasaustauschstörung) im Vordergrund der Therapie. Bei einem „ausgebrannten“ Emphysem ist unter Umständen ein Gerät zur Sauerstoffanreicherung notwendig.

Insbesondere ist die Entwicklung einer chronischen Bronchitis ein therapeutisches Problem, da bei einer Lungenüberblähung meist nicht genügende Kraft bei der Ausatmung zur Verfügung steht, den Schleim der Bronchialschleimhaut nach oben weiterzubefördern. Daher verbleibt Schleim im Bronchialsystem, der sich bakteriell infizieren kann und zu immer wiederkehrender Antibiose veranlasst. Zur Behandlung siehe hier.

Wenn Emphysemblasen platzen, wie es gelegentlich an den Lungenspitzen auftritt, kann Luft in den Spalt zwischen Lunge und Brustwand eintreten, was als Pneumothorax bezeichnet wird. Die ausgetretene Luft verhindert, dass sich der betroffene Lungenflügel beim Einatmen nicht mehr genügend ausdehnen kann. Es setzt akute Atemnot ein, die auch lebensbedrohlich sein kann. Hier ist unbedingt eine rasche Diagnostik und Behandlung erforderlich. Bei jeder akuten Atemnot ist ein Notfalltransport in eine Klinik unabdingbar.


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Verweise

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