Puls

Der Puls entspricht der an einer peripheren Arterie tastbaren oder an einer Vene sichtbaren Volumenschwankung, die vom Herzschlag herrührt. Der arterielle Puls wird hier besprochen. Ein venöser Puls (z. B. Halsvenenpuls) lässt ebenfalls auf das Herz rückschließen.

Da bei Herzrhythmusstörungen nicht jeder Herzschlag zu einem kreislaufrelevanten Blutausstoß führt, kann der periphere arterielle Puls niedriger ausfallen als die im EKG erfassbare Herzfrequenz. Bei einem Bigeminus beispielsweise fällt das Pumpvolumen des zweiten Schlages wegen der kurzen Füllungszeit nach dem vorangehenden Schlag sehr klein aus und kann unter Umständen an der Arterie des Handgelenks (Radialispuls) nicht mehr verspürt werden. Der nächst folgende Schlag dagegen führt nach einer relativ langen Füllungszeit zu einem besonders großen Blutauswurf und damit zu einem besonders kräftigen Puls. Der Druck dieser Pulswelle ist besonders hoch und muss bei der Interpretation der Blutdruckmessung berücksichtigt werden.

Bei einer absoluten Arrhythmie können die Kammerkontraktionen phasenweise besonders schnell hintereinander folgen, so dass der periphere Puls dennoch relativ langsam erscheint.

Referenzwerte

Untrainierte herzgesunde Menschen haben eine weite Spanne, in der die Pulsfrequenz als normal angesehen wird. Sie wird meist zwischen 60 und 90 pro Minute angegeben.

Trainierte Sportler haben in der Regel einen deutlich niedrigeren Ruhepuls als nicht trainierte Menschen.

Zu niedriger Puls

Zu niediger Puls deutet auf eine Bradykardie, sofern nicht Pulswellen bei zu raschen Herzschlägen “verschluckt” werden, wie es bei einer Tachyarrhythmie der Fall sein kann.

Werte zwischen 40 und 60 pro Minute können bei Sportlern und bei vegetativ tonisierten Menschen normal sein, bei anderen aber schon deutlich zu langsam. Die Neigung zu Schwindel, Blutleere im Kopf und Kollapsgefühl steigt. Werte unter 30 pro Minute bedeuten i.d.R. ein erhöhtes Risiko einer kurzen plötzlichen Bewusstlosigkeit (kardiale Synkope).

Ursachen eines zu niedrigen Pulses können sein:

  • ein hoher Vagotonus (Überwiegen des Parasympathicus über den Sympathicus), z. B. bei Jugendlichen, bei Erbrechen und Durchfall, im Schlaf,
  • eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose),
  • eine Therapie mit Digitalis-Präparaten, Verapamil oder [[Beta-Blocker|Beta-Blockern], auch bei der Kombination verschiedener Narkotika,
  • ein Syndrom des kranken Sinusknotens (Sick-Sinus-Syndrom),
  • ein Hinterwandinfarkt des Herzens,
  • ein erhöhter Hirndruck (z. B. bei einer Enzephalitis, einer intrazerebralen Blutung, einem Hochdruckhydrozephalus).

Zu hoher Puls

Pulswerte über 90 werden meist bereits als Tachykardie bezeichnet. Sie werden bei körperlicher Anstrengung speziell bei Untrainierten rasch erreicht. Ab einer Pulsfrequenz von über 180/Minute wird die Zeit zwischen zwei Kammerkontraktionen (Systolen) zu kurz für eine ausreichende Kammerfüllung; das Schlagvolumen nimmt so ab, dass das Herzminutenvolumen (gepumpte Blutmenge pro Minute) abnimmt: das Herz kann insuffizient werden mit niedrigem Blutdruck, Schwindel und Kollapsgefühl.

Ursachen eines zu hohen Pulses können sein:

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