Postcholezystektomiesyndrom

Definition

Rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, die zu einer Cholecystektomie (CCE) veranlasst hatten, danach jedoch fortbestehen.

Klinik und mögliche Ursachen

Die CCE-Rate stieg nach Einführung der laparoskopischen Op-Methode um 20-50%. Etwa 80-90% der Patienten beurteilen den Erfolg positiv, obgleich bis zu 50% über die Persistenz von 1-2 Symptomen wie Flatulenz (Blähungen) oder abdominelle Missempfindungen klagen; 5-12% klagen über Diarrhö, wobei ein irritables Kolon (Reizdarm) die häufigste Ursache ist. Differenzialdiagnostisch muss an Gallensäure-Spillover aus dem Dünndarm in den Dickdarm (Th.: Cholestyramin) und an eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms (Th.: Ciprofloxacin + Metronidazol) gedacht werden.

Diagnostik

In der Regel sind vor einer Cholezystektomie die wesentlichen Differenzialdiagnosen von Oberbauchbeschwerden untersucht worden. Dazu gehören eine Gastroskopie (Gastritis? Magenulkus?), eine Sonographie des Abdomens inkl. der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse, und unter Umständen auch eine Computertomographie des Oberbauchs (z. B. wenn die Bauchspeicheldrüse als Ursache noch besser ausgeschlossen werden soll). Unter Umständen müssen diese Untersuchungen bei einem Postcholezystektomiesyndrom wiederholt werden. Ein H2-Atemtest mit Laktulose und Glukose kann eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms aufdecken. Ein ex-juvantibus-Test mit Hymecromon kann bei einer Besserung der Symptomatik auf eine Sphincter-Oddi-Dysfunktion hindeuten.

Manchmal jedoch bleibt die Ursachendiagnostik eines Postcholezystektomiesyndroms ohne Erfolg, und es bleibt eine symptomatische Therapie (z. B. diätetisches Herangehen, Butylskopolamin bei Bedarf, ein Prokinetikum etc.)

Verweise