Cholestyramin

Cholestyramin ist ein Harz-Granulat zur Bindung von lipophilen Substanzen. Meist wird es zur Behandlung von Juckreiz bei Gallestau oder einer speziellen Diarrhö verwendet, nämlich wenn Gallensäuren im Darm zu Durchfällen führen und gebunden werden sollen.


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Das Wichtigste

Kurzgefasst
Cholestyramin ist ein Medikament welches nicht in den Körper aufgenommen wird und nur im Darm wirkt. Es bindet Substanzen, die wenig oder kaum wasserlöslich, dagegen besser fettlöslich sind. Verwendet wird Cholestyramin bei Gallestau zur Entfernung von Gallensäuren aus dem Körper mit dem Ziel den Juckreiz zu mildern, bei Durchfall infolge eines zu kurzen Dünndarms (Kurzdarmsyndrom) mit Galleübertritt in den Dickdarm, sowie zur Entgiftung des Körpers bei Digitoxin-Überdosierung. Cholestyramin wird bis auf gelegentliche Nebenwirkungen vor allem des Magendarmtrakts mit Verstopfung, gelegentlich auch Sodbrennen und Übelkeit, gut vertragen. Da es viele Medikamente binden kann, muss seine Einnahme zeitlich entfernt von der der übrigen Medikamente erfolgen.

 

Wirkungen

Cholestyramin bindet lipophile oder amphiphile Substanzen wie Cholesterin, Gallensäuren oder Digitalis im Darm; es unterbricht den enterohepatischen Kreislauf dieser Substanzen und fördert ihre Ausscheidung über den Darm. Es ist zugleich ein starker Anionenaustauscher, der organische Anionen gegen Chlorid austauscht.

Nebenwirkungen

Die Wirkung von Medikamenten kann entscheidend beeinträchtigt sein, so die von Digitalisgylkosiden, Antikonzenptiva und Blutverdünnern! Auch kann es zu einer verminderten Resorption der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K kommen.

An Nebenwirkungen treten vor allem Magendarmsymptome wie Verstopfung, Sodbrennen und gelegentlich Übelkeit auf.

Indikationen

Bei folgenden Indikationen kommt Cholestyramin therapeutisch in Betracht:

Interaktion mit Medikamenten

Cholestyramin bindet eine Reihe von lipophilen Medikamente. Daher sollte deren Einnahme zeitlich mindestens 1-2 Stunden von deren Einnahme versetzt erfolgen.

Bei einer Magenentleerungsstörung, wie beispielsweise bei einer diabetischen Gastroparese, ist die Wirkung  zeitlich nicht abzuschätzen, so dass aus diesem Grunde bei gleichzeitig notwendiger oraler Gabe anderer Medikamente auf das Harz eher verzichtet werden sollte.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).