Peritonealkarzinose

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Peritonealkarzinose (Karzinomatose des Peritoneums, engl.: peritoneal carcinomatosis) bedeutet Krebsaussaat im Bauchfell (Peritoneum). Häufigster Ausgang ist ein Tumor aus dem Bereich der gynäkologischen Organe und des Magendarmtrakts. In einigen Fällen kann die Krebserkrankung als lokoregional begrenzt angesehen werden, so dass sich eine entsprechende Therapie anbieten kann. So ist in 10–35 % der Patienten mit rezidivierendem Darmkrebs (CRC) und in bis zu 50 % derjenigen mit rezidivierendem Magenkrebs (GC) der Tumor auf das Peritoneum begrenzt. 1)World J Gastroenterol. 2013 Nov 7;19(41):6979-94. DOI: 10.3748/wjg.v19.i41.6979. Ansonsten bedeutet eine peritoneale Aussaat eine deutliche Verschlechterung der Prognose.

Bedeutung

Folgende Konsequenzen können eintreten:

Ursachen

Praktisch alle Tumortypen kommen als Ursache in Betracht, so ein Kolonkarzinom, Pankreaskarzinom, Magenkarzinom, ein Carcinoid (z. B. des Appendix), gynäkologische Tumore, wie das Ovarialkarzinom. Zudem kommen ggf. ein peritoneales Mesotheliom und ein Pseudomyxom (Pseudomyxoma peritonei) in Betracht, die seltener vorkommen. Die histologischen Typen sind durch eine Gewebeprobe differenzierbar.

Typen

Bei peritonealen Metastasen von gynäkologischen und gastrointestinalen Karzinomen werden 3 Typen unterschieden: 2)World J Gastroenterol. 2013 Nov 7;19(41):6979-94. DOI: 10.3748/wjg.v19.i41.6979

  • Random Proximal Distribution (RPD): Eine frühe Peritonealimplantation ist auf das Vorhandensein von Adhäsionsmolekülen auf der Krebszelloberfläche zurückzuführen.
  • Vollständige Umverteilung (CRD): Aufgrund der geringen biologischen Aggressivität der Tumorzellen findet keine Adhäsion an der peritonealen Oberfläche in der Nähe des Primärtumors statt.
  • Weit verbreitete Krebsverteilung (WCD): Hier finden sich Adhäsionsmoleküle auf der Oberfläche von Krebszellen, die eine große Menge Schleim produzieren und die Zelladhäsion stören.

Diagnostik

  • Bildgebende Verfahren wie Sonographie und CT: Verdickung des Peritoneums, Primärtumorsuche, Metastasensuche.
  • Aszitespunktion zur Gewinnung einer Zytologie und ggf. auch zur Entlastung bei starker Bauchumfangszunahme.
  • ggf. Laparoskopie zur Diagnostik (wenn die Bildgebung versagt, der Verdacht aber bestehen bleibt) und Gewinnung einer Gewebeprobe für mikroskopische Untersuchungen.

Therapie

Es kommt je nach Ursache eine Chemotherapie in Frage. Eine symptomatische Behandlung ist fast immer zusätzlich erforderlich (Aszitespunktion, Diuretika, Behandlung der Übelkeit, ggf. parenterale Ernährung und Flüssigkeitszufuhr. Ggf. weitere palliative Maßnahmen.

Wenn eine lokoregionale Erkrankung angenommen werden kann, kommt eine chrirurgische Reduktion der Tumormasse und eine hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (CRS + HIPEC mit Lobaplatin und Docetaxel) in Betracht. Bei ausgesuchten Patienten kann dies zu einer Lebensverlängerung bei akzeptabler Verträglichkeit führen. 3)World J Surg Oncol. 2016 Sep 15;14(1):246. DOI: 10.1186/s12957-016-1004-4.

Mesotheliome haben bei aggressiver Therapie in frühen Stadien eine relativ lange Überlebenszeit; bei nur 6% fanden sich entfernte Metastasen. 4)World J Gastroenterol. Nov 7, 2013; 19(41): 6979-6994 DOI: 10.3748/wjg.v19.i41.6979] DOI:  … Continue reading

Verweise


Literatur

Literatur
1 World J Gastroenterol. 2013 Nov 7;19(41):6979-94. DOI: 10.3748/wjg.v19.i41.6979.
2 World J Gastroenterol. 2013 Nov 7;19(41):6979-94. DOI: 10.3748/wjg.v19.i41.6979
3 World J Surg Oncol. 2016 Sep 15;14(1):246. DOI: 10.1186/s12957-016-1004-4.
4 World J Gastroenterol. Nov 7, 2013; 19(41): 6979-6994 DOI: 10.3748/wjg.v19.i41.6979] DOI: 10.3748/wjg.v19.i41.6979