Typ-1-Diabetes

Der Typ-1-Diabetes ist die jugendliche Form der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Es handelt sich um eine Stoffwechselkrankheit, die durch einen Insulinmangel von Beginn an gekennzeichnet und daher sofort nach Entstehung insulinpflichtig ist. Etwa 5% der Diabetiker sind vom Typ 1 betroffen.

Im Gegensatz zum Typ-2-Diabetes sind die Betroffenen nicht übergewichtig sondern können schlank sein.

Typ-1-Diabetes: autoimmune Destruktion

Als Ursache gilt eine Autoimmunreaktion gegen die körpereigenen Inselzellen anzunehmen. Hierbei spielen CD8+T-Lymphozyten eine zentrale Rolle.

Folgende Argumente sprechen für eine multifaktorielle Genese, bei der jedoch eine autoimmunologische Endstrecke bei der Entstehung des Typ-1-Diabetes von Bedeutung ist:

  • Genetische Prädisposition beim Typ-1-Diabetes in ca. 30%. Assoziationen bestehen mit der Repräsentation der Histokompatibilitätskomplexe auf dem kurzen Arm des Chromosoms 6 und des Insulingens auf dem Chromosom 11p. Kinder, die HLA DR3/4 oder DR4/4 positiv sind, bekommen bereits vor dem 3. Lebensjahr sehr häufig Inselautoantikörper. Es werden vor allem Antikörper gegen 3 Autoantigene gebildet: Insulin, Glutamatdecarboxylase und Thyrisinphosphatase IA-2. Antikörper im Alter von 2-3 Jahren haben einen hohen Vorhersagewert bezüglich eines später auftretenden Typ-I-Diabetes, so dass ein Screening sinnvoll ist.
    Auch die Tatsache, dass etwa 5% der Typ-I-Diabetiker gleichzeitig eine Sprue haben und auch eine Hashimoto-Thyreoiditis gehäuft vorkommt, spricht für eine genetische Veranlagung zu einer autoimmunologischen Reaktionsbereitschaft.
  • Kuhmilch-Hypothese zur Erklärung des erhöhten Risikos von Kindern mit nur kurzer Stillzeit für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 1: Bovines Serumalbumin hat möglicherweise große Ähnlichkeit mit Inselzellproteinen. Durch frühe Kuhmilch-Ernährung von Säuglingen kann möglicherweise eine autoimmune Destruktion von Inselzellen ausgelöst werden. Umgekehrt senkt Stillen mit Muttermilch das Risiko eines autoimmunen Diabetes (siehe hier).
  • Diabetogene Viren: Coxsackie B-Viren (besonders B4), intrauterine Rötelninfektion (führt in 50% zum Diabetes), Echoviren, CMV, Herpes-Viren. Diese Viren können möglicherweise durch Veränderung der immunogenen Oberflächenstruktur der Inselzellen eine autoimmune Destruktion auslösen.

→ Mehr zum Diabetes mellitus siehe hier.

Verweise