Perkutane transhepatische Drainage

Von Fachärzten verständlich geschrieben und wissenschaftlich überprüft

Die perkutane transhepatische Drainage (PTD) ist eine interventionelle, nicht operative Methode, gestaute Gallenwege der Leber zu entlasten. Diese Methode wird gewählt, wenn eine innere Drainage durch einen Gallengangsstent, der über ein Duodenoskop eingebracht wird (im Rahmen einer ERCP) und die Galle in den Dünndarm ableitet, nicht machbar ist. Dies ist meist der Fall, wenn die Stenose im Bereich des Hilus der Leber lokalisiert ist. Wenn eine Operation nicht geplant ist (z. B. wegen eines fortgeschrittenen Tumors und einer nur begrenzten Lebenszeit) ist eine Ableitung per Stent in den Darm oft eine bessere Variante, da die Galle anschließend für die Verdauung zur Verfügung steht. Ist eine Ableitung als Vorbereitung zu einer Operation geplant, so hat die PTD Vorteile, da sie seltener zu einer Cholangitis führt und meist komplikationslos durchgeführt werden kann. (1)PLoS One. 2021 Nov 18;16(11):e0260223. DOI: 10.1371/journal.pone.0260223


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Vorgehen

Gestaute intrahepatische Gallenwege bei Klatskin-Tumor.
Gestaute intrahepatische Gallenwege bei Klatskin-Tumor. Von unten links wurde eine lange Kanüle in einen gestauten zentralen Gallengang platziert (er ist durch Kontrastmittel im Röntgenbild sichtbar gemacht), durch die gerade ein flexibler Seldinger-Draht vorgeschoben wird.

Bei einem Verschlussikterus im Rahmen einer obstruktiven Cholestase staut sich die Galle, die normalerweise über die Gallenwege der Leber und die großen Gallenausführgänge in den Dünndarm abfließt, in der Leber (siehe unter Gallestau). Die Galle staut bis ins Blut zurück, wo sich toxische Inhaltsstoffe ansammeln. Um die Galle aus dem Körper abzuleiten, gibt es verschiedene Methoden. Wenn die Ableitung durch eine ERCP-Methode nach innen zum Dünndarm hin nicht gelingt, so wird meist eine Ableitung nach außen angestrebt, die perkutane transhepatische Drainage, PTD.

Gestaute Gallenwege: Drainage nach außen.
Über den Seldinger-Draht konnte ein Drainageschlauch eingelegt werden, der die gestaute Galle der Leber nach außen ableiten kann. Im vorliegenden Fall wurde durch den Seldinger-Draht der zentrale Tumor überwunden, und auch der Drainageschlauch konnte in den ableitenden, nicht gestauten Schenkel des Gallengangs vorgeschoben werden, so dass die Ableitung nun zum Dünndarm hin erfolgt. Dies ist insofern von Vorteil, als die Galle jetzt für die Verdauung zur Verfügung stehen kann.

Dazu wird zunächst die anatomische Situation durch Sonographie geklärt. Die Haut über der Leber am rechten unteren Rippenthorax und die Leberkapsel werden anästhesiert. Eine lange Nadel wird in Richtung Leberpforte vorgeschoben. Kontrastmittelinjektionen lassen erkennen, wenn ein gestauter Ast des Gallenwegsystems getroffen wurde, der sich für die Aufnahme eines Drainageschlauchs eignet. Mit Hilfe der Seldinger-Technik wird der Drainageschlauch über einen Führungsdraht eingeschoben. Über ihn gelangt die gestaute Galle nach außen und wird in einem Beutel aufgefangen.

In einem günstigen Fall kann der Führungsdraht über das Hindernis, das den Gallestau hervorgerufen hat, hinübergeführt und der Dünndarm erreicht werden. Dann ist es meist möglich, einen Stent innerlich so zu platzieren, dass auf den Drainageschlauch verzichtet werden kann.


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Verweise

Literatur

Literatur
1 PLoS One. 2021 Nov 18;16(11):e0260223. DOI: 10.1371/journal.pone.0260223