Cholestase

Cholestase bedeutet Stillstand der Galle: die Gallenflüssigkeit fließt nicht und staut sich in den Körper zurück. Es kommt zu einem Ikterus und Symptomen durch Gallemangel im Darm. Siehe auch Cholestase – einfach erklärt.

Was man wissen sollte


Kurzgefasst
Cholestase bedeutet stehende, d.h. nicht fließende Galle.

Die Ursachen sind vielfältig. Zu ihnen zählen

Die Symptome eines Gallestaus können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und von Sklerenikterus (Gelbverfärbung des Augenweiß) bis hin zu tiefer Gelbsucht auch der Haut (Ikterus), starkem Juckreiz und Verdauungsstörungen mit Gewichtsabnahme reichen.

Die Diagnostik der Cholestase umfasst Laborwerte, vor allem Leberwerte und bildgebende Verfahren wie Sonographie der Leber, CT und ggf. auch MRT.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einem Verschluss der Gallenwege können heute meist interventionell-endoskopische Methoden (z. B. im Rahmen einer ERCP) oder chirurgische Maßnahmen zur Heilung oder Symptomlinderung führen.

Cholestase – einfach erklärt.
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Definition


Cholestase bedeutet „Störung des Galleflusses“, Stase der Galle. Sie kann entweder durch eine Störung der Gallebildung (Gallebildungsstörung) oder des Galleabflusses (Galleabflussstörung) bedingt sein.

Einteilung

Die Cholestase lässt sich einteilen

  • nach Schweregrad:
    • subklinisch: nur laborchemisch oder durch Sonographie nachweisbar,
    • klinisch: durch hellen oder völlig entfärbten Stuhl, dunklen Urin und Gelbsucht erkennbar,
  • nach Ätiopathogenese:
    • obstruktiv: Abflussstörung der Galle,
    • nichtobstruktiv: hepatozellulär, Störung der Gallebildung in den Hepatozyten (Leberzellen).

Ätiologie und Pathogenese

Extrahepatische Cholestase: Gestauter Gallengang (DHC) wegen einem großen Gallenstein (Pfeile) nahe seiner Mündung in den Zwölffingerdarm

Ursachen obstruktiv

Eine Cholestase durch Abflussbehinderung der Galle kann durch folgende Ursachen entstehen:

Intrahepatische Cholestase: Histologie einer Leber mit schwarz-grünen Ausgüssen der Gallenkapillaren zwischen den Leberzellen (Pfeile).

Ursachen nicht-obstruktiv

Eine Cholestase durch Störung der Gallebildung kann folgende Ursachen haben:

Klinik und Symptome

Die Rückhaltung gallepflichtiger Substanzen im Körper sowie das Fehlen von Galle im Darm führen zu einer Reihe von Symptomen. Sie lassen oft auf die Ursachen und Folgen der Cholestase schließen.

Die Hauptsymptome sind Gelbsucht (Ikterus) und Braunfärbung des Urins. Bei höhergradiger Cholestase kommt Stuhlentfärbung hinzu.

Zu den Symptomen einer Cholestase gehören:

Diagnostik

Labor

Die Laborwerte zeigen die Ausprägung der Cholestase (Bilirubin, Cholestaseenzyme) und ihre metabolischen Folgen (Lipide) an (siehe auch Laborwerte bei Leberkrankheiten).


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Sonographie

Die Domaine der Sonographie bei der Cholestase ist der Nachweis oder Ausschluss eines Abflusshindernisses, wie er beim Verschlussikterus am ausgeprägtesten vorliegt. Sie erlaubt den Nachweis erweiterter (dilatierter) Gallenwege bei extrahepatischer Obstruktion des Ductus hepatocholedochus und oft auch den Nachweis des Abflusshindernisses. In Frage kommen ein Gallenstein, ein Tumor, ein entzündlicher Pankreasprozess (Pankreaskopfpankreatitis, Pankreaspseudozyste). Eine prall gefüllte Gallenblase (Gallenblasenhydrops) spricht für einen Verschluss distal des Abgangs des Ductus cysticus vom Ductus hepaticus. Hier muss die Verschlussursache im Ductus choledochus (z. B. Tumor im distalen Gallengang), im Pankreaskopf (z. B. Pankreaskopfkarzinom oder chronische Pankreatitis) oder an der Papilla Vateri (z. B. Papillenkarzinom) gesucht werden.

→ Mehr zur Sonographie und speziell zur Sonographie

ERC / PTC

Mit Hilfe der ERC und der PTC können die Gallenwege eindeutig dargestellt werden. Die PTC wird dann erwogen, wenn eine endoskopisch retrograde Gangdarstellung nicht möglich ist und die Gallenwege sonographisch ausreichend erweitert erscheinen.

MRCP

Die MRCP ist ein bildgebendes Verfahren, welches eine 3D-Darstellung der Gallenwege erlaubt und heute einer ERC vorangestellt wird und sie meist auch ersetzen kann.

Diagnostisch wichtige Symptomkombinationen

Therapie

Obstruktive Cholestase

Wiederherstellung des Drainageweges durch adäquate Verfahren wie :

  • Operation,
  • endoskopische Verfahren (Papillotomie, Steinextraktion, Einlage eines Stents oder einer Gallenwegsendoprothese, Dilatation erreichbarer Strukturen),
    • antibiotische Therapie eitriger Cholangitiden

Nichtobstruktive, hepatozelluläre Cholestase

  • Behandlung der Grundkrankheit :
  • Entfernung von Toxinen und Allergenen
  • Ursodesoxycholat bei PBC und PSC
  • SAMe bei arzneimittelbedingten Cholestasen (noch experimentell)
  • Silymarin zur Verhinderung weiterer toxischer Schädigung
  • Kortikoide bei immunologisch bedingten Hepatitiden und Cholangitiden
  • Lebertransplantation

Diätetische Maßnahmen

  • Durch Gallemangel im Darm kommt es zu ungenügender Fettverdauung und -resorption. Oft verbessert MCT-Kost (mittelkettige Triglyceride) die abdominelle Symptomatik (u. a. oft verbunden mit Fettstühlen) und die Ernährungssituation (mittelkettige Triglyceride werden auch ohne Gallensäuren resorbiert).
  • Ausgleich von Vitaminmangel: Langdauernde Cholestasen können zu Vitaminmangelerscheinungen führen (Mangel fettlöslicher Vitamine: A, D, E. K). Insbesondere Osteoporoseprophylaxe berücksichtigen z. B. bei PBC und PSC.


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Verweise

Fachinfos

Laborwerte bei Leberkrankheiten
Symptome bei Leberkrankheiten

Patienteninfos

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