Behandlung der Leberzirrhose

Artikel aktualisiert am 7. Mai 2024

Therapie der Symptome und Komplikationen


Die Behandlung der Leberzirrhose soll die Symptome und Komplikationen und damit das aktuelle Befinden bessern, akute Gefahren und Risiken beheben und insgesamt die Lebenserwartung erhöhen.

  • Ödeme und Aszites:
    Bei Wassereinlagerungen in den Körper (Ödeme) oder in die Leibeshöhle (Aszites) sollte die Flüssigkeitszufuhr pro Tag nicht zu hoch angesetzt werden. Aber etwa 1 – 1,2 Liter sind erforderlich, um die Nierenfunktion zu unterstützen.
  • Nierenschädigung:
    • Bei einer Nierenfunktionsstörung sollte auf eine nicht zu geringe Flüssigkeitszufuhr geachtet werden – was bei gleichzeitig bestehendem Bauchwasser (Aszites) eine Gratwanderung bedeuten kann, die der Arzt ständig kontrollieren muss.
    • Bei einem leberbedingten Nierenversagen, dem nicht zu seltenen hepatorenalen Syndrom, steht die Vorbeugung ganz im Vordergrund. Denn wenn die Niere ihre Funktion erst einmal zu drosseln beginnt, so droht ein völliges Nierenversagen, das kaum mehr in Gang zu bringen ist. Eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen ist es, bei einer diuretischen (ausschwemmenden) Behandlung z. B. von Aszites nicht zu rasch zu viel Flüssigkeit aus dem Körper zu entfernen. Die meisten Fälle von Nierenversagen im Rahmen einer Leberzirrhose kommen wahrscheinlich durch eine zu ungeduldige Ausschwemmung von Wasser zustande. Bei der diuretischen Ausschwemmung von Aszites heißt die Devise in der Regel: nicht mehr als 700 g Gewichtsabnahme pro Tag; bei der Ausschwemmung von Ödemen darf die Gewichtsabnahme größer sein.
  • Eingeschränkte Leberfunktion:
    Bei einer Verringerung der Leberleistung mit verminderter Eiweißbildung sollte für eine ausreichende Eiweißversorgung mit der Nahrung gesorgt werden (siehe Ernährung bei Leberzirrhose), die jedoch bei einer Hirnleistungsstörung (hepatische Enzephalopathie) begrenzt werden muss. Dies ist eine Gratwanderung. Denn die Hirnfunktion kann durch zu hohe Eiweißzufuhr bei schwerer Leberfunktionsstörung beeinträchtigt werden: Es entwickelt sich dann eine leberbedingte Verwirrtheit, die nach Verminderung der Eiweißzufuhr wieder verschwinden kann.
  • Blutung aus der Speiseröhre:
    Bei einer Blutung aus Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizenblutung) steht die akute Blutstillung im Vordergrund. Dafür gibt es verschiedene Methoden:

    • eine Verödung der Krampfadern z. B. durch endoskopische Intervention mittels Gummibandligatur oder
    • die Anlage eines TIPSS. Hierbei wird eine künstliche Entlastung des erhöhten Drucks in der Pfortader durch einen künstlichen Kurzschluss von Pfortader durch die Leber zur Lebervene hin angelegt (siehe hier).

Verminderung der Vernarbung

Eine greifbare Therapieperspektive ist die Verminderung des Grads der Vernarbung, denn man kennt inzwischen die wichtigsten Mechanismen. In Einzelfällen und in Tierversuchen sind bereits Erfolge erzielt worden. „Die Mechanismen der Auflösung einer Leberfibrose können in den folgenden Hauptpunkten zusammengefasst werden: Entfernung schädlicher Faktoren, die chronische Leberschäden verursachen, Eliminierung oder Inaktivierung von Myofibroblasten (durch verschiedene Mechanismen, einschließlich Apoptose, Seneszenz und Neuprogrammierung), Inaktivierung der Entzündungsreaktion und Induktion entzündungshemmender/wiederherstellender Wege und Abbau der extrazellulären Matrix.“ (1)Cells. 2021 Oct 15;10(10):2759. doi: 10.3390/ Aktuell gibt es jedoch noch keine Medikamente, die in größeren statistischen Untersuchungen überprüft worden sind.

Therapie der Ursachen

Behandlung der Leberzirrhose berücksichtigt eine Bekämpfung der jeweiligen Ursache. Dies soll einer Verschlimmerung vorbeugen und das Risiko von Komplikationen senken. Bei einigen Ursachen einer Leberzirrhose ist dies sehr erfolgreich. Beispiele sind:

    • die Behandlung einer Hämochromatose: bei dieser Eisenspeicherkrankheit stehen Aderlässe im Vordergrund.
    • die Behandlung eines Morbus Wilson: bei dieser Kupferspeicherkrankheit steht die Entfernung von angesammeltem Kupfer mit D-Penicillamin an erster Stelle.
    • die Behandlung einer chronischen Hepatitis B: Grundlage der Behandlung sind Medikamente, die die Virusvermehrung stoppen. Der Hepatitis B kann durch Impfung vorgebeugt werden.
    • die Behandlung einer chronischen Hepatitis C: Grundlage der Behandlung sind Medikamente, die die Virusvermehrung stoppen (siehe hier).
    • die Behandlung einer Autoimmunhepatitis: Hierfür stehen Hemmer des Immunsystems zur Verfügung (siehe hier).
    • die Vorbeugung einer NASH und ASH: Alkohol, toxische Lebersubstanzen und Medikamente müssen erkannt und abgesetzt oder ersetzt werden. Auch einer Fettleberhepatitis durch Übergewicht kann durch gewichtsreduzierende Maßnehmen vorgebeugt werden.

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