Cholin

Cholin ist ein essenzieller (notwendiger) Nahrungsbestandteil. Im Körper wird es nur unzureichend gebildet. Daher kann es in die Nähe von Vitaminen eingeordnet werden.


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Bedarf

Der Bedarf an Cholin, ist mit dem von Methionin und Folsäure verbunden. Er wird mit 450 – 550 mg/Tag angegeben (siehe [1]).

Cholin-Quellen

  • Nahrungsmittel: Eigelb ist die reichste Quelle von Cholin. Weitere gute Quellen sind Milch, Erdnüsse und Fleisch. Schokolade enthält Phosphatidylcholin, um Kakao suspendieren. Wenig Cholin ist in Mehl, Kartoffeln und Reis enthalten.
  • Eigensynthese: Die Umwandlung von Phosphatidyläthanolamin zu Phosphatidylcholin (Methylgruppendonator ist S-Adenosylmethionin, SAME) läuft ausschließlich in der Leber ab. Das dafür zuständige Enzym wird durch Östrogen induziert, so dass der Effekt eines alimentären Cholimangels besonders postmenopausale Frauen mit niedrigem Östrogenspiegel trifft; es kommt zu einer Leberverfettung (Fettleber unter Hungerbedingungen) [2][3].
  • Präparate: Cholin in Form von Phosphatidylcholin (Lecithin) ist seit Jahrzehnten auf dem Markt erhältlich (erstes Präparat schon 1935). Eine Reihe anderer Präparate sind im Handel und werden gegen Abgespanntheit und Gedächtnisstörungen sowie gegen erhöhten Cholesterinspiegel beworben.

Funktionen

Cholin übt verschiedene Funktionen im Körper aus;

  • es ist enthalten in Neurotransmittern (Acetylcholin) und beeinflusst darüber das Gedächtnis,
  • es ist im Phosphatidylcholin (Lecithin) enthalten und ist mit ihm
    • Bestandteil aller Zellmembranen,
    • Bestandteil von VLDL, welches Triglyceride im Blut transportiert,
    • Bestandteil der gemischten Mizellen der Galle, die Gallensäuren aufnehmen und Cholesterin lösen,
  • es ist in Sphingomyelin wesentlich für Entwicklung, Bau und Funktion des Gehirns,
  • es ist Bestandteil des Plättchen-aktivierenden Faktors (PAF)und beeinflusst die Plättchenaggregation bei der Blutgerinnung,
  • es ist eine CH3-Quelle für verschiedene Methylierungsprozesse, so z. B. bei der Methylierung von Homocystein, was die durch sie erhöhte Thromboseneigung reduziert.

Cholin und Gehirn: Cholin beeinflusst über verschiedene Mechanismen die Hirnfunktion, ablesbar an der Gedächtnisleistung; es ist Ausgangssubstanz für Acetylcholin, welches der für das Gedächtnis wesentliche Neurotransmitter ist, und es senkt den Homocysteinspiegel, welcher die Gedächtnisleistung negativ beeinflusst [4].

Mangel

Ein Cholinmangel hauptsächlich im Rahmen von Mangelernährung und chronischem Alkoholismus vor. In Dritte-Welt-Ländern trägt er zu einer vielfältigen Symptomatik der Unterernährung bei. Er führt zu Störungen, die sich vor allem am Herzen, an der Leber und dem Gehirn, speziell auch bei der Entwicklung des Zentralnervensystems bemerkbar machen. Aber auch in Industrienationen lässt sich nachweisen, dass eine höhere Cholinaufnahme selbst bei nicht dementen Personen mit einer besseren Gedächtnisfähigkeit verbunden ist [5]. Dies deutet darauf hin, dass – gemessen an einer optimalen Gedächtnisleistung – ein Cholinmangel individueller zu definieren ist. Zum Cholinmangel siehe hier.

Verweise

Literatur

  1. ? Curr Opin Gastroenterol. 2012 Mar;28(2):159-65
  2. ? Am J Clin Nutr. 2007 May; 85(5):1275-85
  3. ? Cent Nerv Syst Agents Med Chem. 2012 Jun;12(2):100-13
  4. ? Am J Clin Nutr. 2011 Dec;94(6):1584-91
  5. ? Am J Clin Nutr. 2011 December; 94(6): 1584–1591