[vc_row][vc_column][vc_column_text]Die GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, andere Bezeichnungen: ASAT oder AST, Aspartat-Aminotransferase) ist ein diagnostischer Labormarker für Erkrankungen der Leber, des Herzens und der Skelettmuskulatur. Es gehört zusammen mit der GPT (ALAT) zu den Transaminasen und ist ein Enzym, welches sowohl in Mitochondrien als auch im Zytosol der Zellen vorkommt.

Die Halbwertszeit der ASAT im Blut beträgt 18 h (die der GPT/ALAT 36 h). (1)Clin Biochem Rev. 2013 Nov;34(3):117-30

Bei Leberkrankheiten ist die GOT (ASAT) in ihrer Aktivität im Serum meist niedriger als die GPT (ALAT). Ausnahmen sind oft die rechtskardiale Stauungsleber und manchmal auch die alkoholtoxische Hepatitis. Bei Herzmuskel- und Muskelerkrankungen dominiert dagegen i. A. eine Erhöhung der GOT. (2)Clin Biochem. 2020 May;79:75-77. DOI: 10.1016/j.clinbiochem.2020.02.006. Epub 2020 Feb 12. PMID: … Continue reading


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Referenzwerte


Der Normbereiche (in U/l):

  • Frauen zwischen 10 – 35 (Labor Berlin)
    – andere Referenz: 10 – 36 (3)Nursing. 2007 Nov;37(11):22-3. doi: 10.1097/01.NURSE.0000298183.61285.4d
    – andere Referenz: ab  31 IU/l abnormal (4)Diabetol Metab Syndr. 2023 Mar 21;15(1):52. doi: 10.1186/s13098-023-01029-6
  • Männern zwischen 10 – 50 (Labor Berlin)
    – andere Referenz: 10 – 20. (5)Nursing. 2007 Nov;37(11):22-3. doi: 10.1097/01.NURSE.0000298183.61285.4d

Jüngere Kinder haben etwas höhere Obergrenzen (z.B. 9 – 80, (6)Nursing. 2007 Nov;37(11):22-3. doi: 10.1097/01.NURSE.0000298183.61285.4d ) Siehe auch Labor Berlin.

Verschiedene Labore geben unterschiedliche Normgrenzen an: bitte beachten!

Erhöhte Werte

  • Beim Herzinfarkt steigt die GOT später als Troponin und die Creatinkinase (CK) an. Sie ist daher weniger gut zur Frühdiagnostik, aber sehr gut als Verlaufsparameter geeignet.
  • Bei Muskelkrankheiten (Myositis, Medikamentenschäden z. B. durch Statine, Quetschungen etc.) dient die GOT einer Verlaufskontrolle.
  • Bei Lebererkrankungen findet sich praktisch immer eine Erhöhung der GOT (ASAT).
  • Makro-ASAT: Makroenzyme (bekannter ist die Makroamylase) sind meistens Assoziationen des Enzams mit Makromolekülen, vor allem mit Immunglobulinen. Sie können bei sonst Gesunden vorkommen und zu Fehldiagnosen und unnötig aufwändiger Diagnostik führen. (7)Clin Mol Hepatol. 2020 Jul;26(3):378-381. DOI: 10.3350/cmh.2020.0069. Epub 2020 Jun 23. PMID: … Continue reading (8)Am J Med. 2007 Sep;120(9):e5-6. DOI: 10.1016/j.amjmed.2006.10.022. PMID: 17765035.

Eine differenzierte Bewertung bezüglich verschiedener Leberkrankheiten gelingt oft durch Zusammenschau mit dem Wert für die GPT (ALAT), die daher meist mitbestimmt wird. Zur differenziellen Bewertung der Transaminasen siehe hier.

Auswahl einiger Krankheiten mit GOT-Erhöhung

Geringe Erhöhung (bis 3fach)

iatrogen :

  • bei hochdosierter Heparin– und Salicylattherapie
  • nach i.m. Injektion von Ampicillin, Carbenicillin
  • nach externer Herzmassage
  • nach Defibrillation

Mäßige Erhöhung (3 – 30-fach)

Starke Erhöhung (30 – 60fach)

Sehr starke Erhöhung (60 – 100fach)

Extrem starke Erhöhung (über 100fach)

Erniedrigte Werte

Ein erniedrigter Wert für die GOT (ASAT) hat keine diagnostische Bedeutung.

GOT im De Ritis-Quotienten

Das De-Ritis-Verhältnis (Verhältnis von Aspartataminotransferase (AST) zu Alaninaminotransferase (ALT) ) wird als prognostischer Marker für verschiedene Krankheiten verwendet. Je höher der Quotient ausfällt, desto mehr extrahepatischer Anteil an einer aktuellen Krankheit oder Alkoholeinfluss auf die Leber ist anzunehmen. (9)Clin Biochem Rev. 2013;34(3):117–130 (10)Clin Chim Acta. 2006;369(2):148–152. doi: 10.1016/j.cca.2006.05.001

Bei chronischen Leberkrankheiten spricht ein Verhältnis über 2,0 für eine alkoholbedingten Schädigung, eines von unter 1,0 für eine chronische Hepatitis oder ein chronisches cholestatisches Syndrom. (11)Gastroenterology. 1988 Sep;95(3):734-9. doi: 10.1016/s0016-5085(88)80022-2

Bei Traumapatienten im Krankenhaus bedeutet ein Quotient größer oder gleich 1,60 ein deutlich erhöhtes Mortalitätsrisiko. (12)Risk Manag Healthc Policy. 2023 May 12;16:879-887. doi: 10.2147/RMHP.S409345

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Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


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Literatur[+]