Angina abdominalis

Definition

Bei der Angina abdominalis handelt es sich und intermittierende Bauchschmerzen, die meist nach den Mahlzeiten (postprandial) durch eine Minderdurchblutung des Darmkanals (Ischämie) ausgelöst werden. Sie wird auch als Ortnersche Erkrankung bezeichnet.


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Entstehung

Ursache ist eine Verengung (Stenose) der den Darmkanal versorgenden großen Blutgefäße, meistens bedingt durch eine Arteriosklerose einer Mesenterialarterie, meist der Arteria mesenterica superior.

Eine solche Verengung durch einen arteriosklerotischen Plaque führt zu einer schmerzhaften Darmischämie, die besonders dann kritisch wird, wenn die Verdauung und die Darmmotilität durch eine Mahlzeit angeregt werden. Typischerweise kommt es daher besonders nach Malzeiten zu Bauchschmerzen. Da in der Anfangsphase das Bauchfell (Peritoneum) nicht gereizt ist, handelt es sich um einen “viszeralen” Schmerz, bei dem keine Abwehrspannung der Bauchdecke eintritt.

Die Angina abdominalis tritt meist im Rahmen einer allgemeinen arteriellen Verschlusskrankheit auf. Prädisponierend sind

Diagnostik

  • Anamnese: typischerweise werden Beschwerden unter Bedingungen geklagt, in denen die Blutzufuhr zum Darmkanal erhöht sein sollte, nämlich in kurzem Abstand nach Mahlzeiten. In Ruhebedingungen dagegen reicht die Durchblutung zunächst noch aus. In fortgeschrittenem Stadium kann auch ein Dauerschmerz bestehen.
  • Körperliche Untersuchung: typischerweise fehlt eine Abwehrspannung der Bauchdecke; Darmgeräusche sind vorhanden, können aber unter Ischämiebedingungen spärlich werden.
  • Sonographie: die Duplexsonographie kann (wenn die Sicht nicht durch Blähungen verhindert ist) im proximalen Bereich der A. mesenterica superior eine Einengung mit Strömungsbeschleunigung nachweisen.
  • Angiographie: Nachweis der wirksamen Stenose; im geeigneten Fall Möglichkeit einer Therapie durch Ballonerweiterung und Stentimplantation.
  • Computertomographie und MRT: u.U. Nachweis einer Stenose oder einer Verkalkung und Plaquebildung.

Therapie

  • Bei proximalen Stenosen ist eine interventionelle Therapie durch Angiographie mit Angioplastie (Erweiterung des Lumens durch Ballondilatation) und Stentimplantation zu erwägen, alternativ eine operative Behandlung.
  • Korrektur der Fettstoffwechselstörung und Blutdruckeinstellung.
  • Zur Vermeidung von stärkeren postprandialen Ischämiephasen nur kleine Mahlzeiten, mehrfach über den Tag verteilt.
  • Schmerzbekämpfung, Schmerzmittel.

Verweise