Kikuchi-Fujimotos disease

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Kikuchi-Fujimotos disease (KFD, Kikuchi-Fujimoto-Krankheit) ist eine vorwiegend zervikale fiebrige Lymphadenopathie (Lymphknotenvergrößerung) ungeklärter Genese, die sich histologisch als histiocytische nekrotisierende Lymphadenitis darstellt.

Meist sind junge Erwachsene, überwiegend Frauen, oft asiatischer Abstammung, betroffen. 1)Arch Pathol Lab Med. 2018 Nov;142(11):1341-1346. DOI: 10.5858/arpa.2018-0219-RA Die Erkrankung kann (extrem selten) in der Folge einer COVID-19-Impfung auftreten. 2)Cureus. 2022 Apr 15;14(4):e24155. DOI: 10.7759/cureus.24155. Meist verläuft die Erkrankung selbst limitierend.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf folgenden Kriterien: 3)Clin Rheumatol. 2005 Feb;24(1):60-3 4)Eur J Gastroenterol Hepatol. 2008 Jan;20(1):79-82 5)Arch Pathol Lab Med. 2018 Nov;142(11):1341-1346. DOI: 10.5858/arpa.2018-0219-RA

  • schmerzhafte Lymphknotenschwellung am Hals,
  • Leukopenie,
  • Fieber,
  • Assoziation mit systemischem Lupus erythematodes (in diesem Rahmen können ANA positiv sein), auch mit einer Autoimmunhepatitis möglich,
  • histiozytische nekrotisierende Lymphadenitis in der Histologie,
  • vorwiegend bei jungen Frauen um 30J.
  • In den Läsionen meist CD8-positive T-Zellen, sehr wenige B-Zellen.
  • Histiozyten positiv auf Myeloperoxidase.

Differenzialdiagnosen

Als Differenzialdiagnosen von Kikuchi-Fujimotos disease kommen infektiöse Lymphknotenvergrößerungen, eine autoimmune Lymphadenopathie (z. B. im Rahmen eines Lupus erythematodes) und ein malignes Lympom in Frage.

Verlauf

Die Verläufe werden als selbstlimitierend beschrieben. Allerdings wird häufig die begleitende Autoimmunkrankheit mit Kortikosteroiden behandelt, worunter sich auch die Symptomatik des KFD zurückbildet.

Fallbeispiel

Es wird der Fall einer 30-jährigen Frau dargestellt, die bereits über 10 Wochen Fieber, Nachtschweiße und Gelenkbeschwerden hatte. Bei der Vorstellung Diarrhö, Untergewicht und Kopfschmerzen. Keine Organvergrößerungen. Auffällig vergrößerte Lymphknoten am Hals und submandibulär. Sie war bereits erfolglos über 6 Wochen antibiotisch behandelt worden. Früher war sie wegen ähnlicher Beschwerden und Befunde über 5 Jahre mit Tuberkulostatika behandelt worden. Eine definitive Diagnose konnte bis dato nicht gestellt werden. Die meisten Laborwerte inkl. Rheumatiter und ACE normal. Einzige Auffälligkeiten waren eine Erhöhung der CRP (45 mg/l), eine starke Senkungsbeschleunigung (BSG 88/h) und eine Erhöhung der Immunglobuline: IgA (5.3 g/l), IgM (4.4 g/l) und IgG (19.1 g/l). Die Diagnose der Kikuchi-Fujimoto-Krankheit wurde durch eine Lymphknotenbiopsie gestellt. Eine Therapie wurde nicht eingeleitet, da die Erkrankung als selbstlimitierend bekannt ist; einen Monat später waren die Lymphknoten und die Beschwerden rückläufig. 6)Clin Med (Lond). 2007 Jan-Feb;7(1):82-4. DOI: 10.7861/clinmedicine.7-1-82

Verweise



Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


Literatur

Literatur
1, 5 Arch Pathol Lab Med. 2018 Nov;142(11):1341-1346. DOI: 10.5858/arpa.2018-0219-RA
2 Cureus. 2022 Apr 15;14(4):e24155. DOI: 10.7759/cureus.24155.
3 Clin Rheumatol. 2005 Feb;24(1):60-3
4 Eur J Gastroenterol Hepatol. 2008 Jan;20(1):79-82
6 Clin Med (Lond). 2007 Jan-Feb;7(1):82-4. DOI: 10.7861/clinmedicine.7-1-82