Hyperurikämie

Hyperurikämie bedeutet eine zu hohe Konzentration an Harnsäure im Blut. Sie kann genetisch bedingt sein oder als Folge schwerwiegender Erkrankungen (z. B. Tumoren) auftreten. Eine symptomatische Hyperurikämie (mit z. B. Gelenkbeschwerden, Nierenschädigung, Tophi) wird als Gicht bezeichnet. 1)Dtsch Arztebl 2003; 100(44): A-2862


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Definition

Eine Hyperurikämie liegt bei Harnsäurewerten im Serum von 6,5 mg/dl und darüber vor (über 387 µmol/l).

Pathophysiologie

Die Löslichkeitsgrenze von Natriumurat (dem Natriumsalz der Harnsäure) ist bei Körpertemperatur ab dieser Konzentration überschritten, so dass die Bereitschaft für Symptome durch Ausfall von Uratkristallen im Gewebe steigt.

In sauren, wenig stoffwechselaktiven Geweben können Uratkristalle leicht ausfallen; dort entwickeln sich u. U. schon bei geringer Hyperurikämie Tophi. Dazu gehören bestimmte Bezirke in den Nieren, schlecht durchblutete Gewebe mit lokal erhöhten Laktatkonzentrationen und Gewebe mit vielen sauren Valenzen wie Knorpel.

Eine Azidose senkt die Harnsäureausscheidung über die Nieren und steigert die Harnsäurekonzentration im Blut. Aus diesem Grund bewirkt auch Fasten eine Neigung zur Hyperurikämie.

Eine Hyperurikämie ist ein indirekter Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit.

Ursachen

Die Ursachen einer Hyperurikämie sind vielfältig. Eine zu hohe Konzentration von Harnsäure im Blut entsteht in den meisten Fällen durch eine erniedrigte Ausscheidung, sehr viel seltener durch eine vermehrte Bildung von Harnsäure.

Wesentliche Ursachen einer Hyperurikämie sind:

Siehe dazu auch unter Gicht.

Therapie der Hyperurikämie

Eine Hyperurikämie von Werten zwischen 6,5 und 9 mg/dl ohne Symptomatik sollte zunächst diätetisch durch eine streng purinarme Kost erfolgen. Es sollten z. B. Fleisch, Innereien wie Leber, Bries oder Nieren, sowie Fisch, Erbsen, Linsen, Bohnen und Alkohol vollständig vermieden werden.

Medikamentös behandlungswürdig ist eine Hyperurikämie bei Symptomatik oder bei Gicht in der engen Blutsverwandschaft (genaueres dazu siehe unter Gicht.

Die Behandlung basiert im Wesentlichen auf dem Urikostatikum Allopurinol und dem Urikosurikum Benzbromaron.
Ein neuerer Xanthinoxidasehemmer mit einer dem Allopurinol überlegenen Wirkung ist Febuxostat (Adenuric ®).

Durch Alkalisierung des Urins kann einer Bildung von Uratkristallen und Harnsäuresteinen vorgebeugt werden.

Mehr zur Therapie siehe hier.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur   [ + ]

1. Dtsch Arztebl 2003; 100(44): A-2862