ANA

Artikel aktualisiert am 25. Oktober 2023

ANA ist die Abkürzung (nach Anfangsbuchstaben, Akronym) für antinukleäre Antikörper. Es handelt sich um Autoantikörper, die gegen eigene antigene Komponenten gerichtet sind, die in Zellkernen vorkommen. Es gibt eine Reihe solcher Antikörper, die inzwischen gut charakterisiert sind. Zu ihnen gehören: Anti-Ro-Antikörper, Anti-Sm-Antikörper, Anti-Scl-70-Antikörper, Anti-sp100-Antikörper, Anti-dsDNA-Antikörper, Anti-Histon-Antikörper, Antikörper gegen den Kernporenkomplex und Anti-Zentromeren-Antikörper. Alle diese verschiedenen Subtypen haben diagnostisch eine etwas andere Bedeutung.


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Diagnostische Aussage


Der Nachweis erfolgt durch indirekte Immunofluoreszenz und durch einen ELISA-Test (enzyme-linked immunosorbent assay).

ANA ist ein immunologischer Übersichtsparameter, der bei einigen Autoimmunkrankheiten in hohen Titern nachweisbar ist. Dazu gehören:

ANA können außer bei Autoimmunkrankheiten auch positiv sein bei einigen Krebserkrankungen und speziellen Infektionskrankheiten. Eine Aufschlüsselung der ANA-Subtypen kann bestimmte Erkrankungen sichern oder wahrscheinlich machen:

  • Ein positives ANA-Ergebnis bedeutet die Notwendigkeit für eine weitere Aufschlüsselung.
  • Anti-Ro- und Anti-La-Antikörper (SS-A und SS-B) werden beispielsweise beim Sjögren’s Syndrom gefunden.
  • Anti-Sm-Antikörper (gegen glatte Muskulatur gerichtet) und Anti-dsDNA-Antikörper (gegen DNA-Doppelstränge gerichtet) sind spezifische Marker für den systemischen Lupus erythematodes (SLE).
  • Anti-Scl-70-Antikörper sind Marker für die Sklerodermie.
  • Anti-Jo-1-Antikörper sind Marker für die Polymyositis (abakterielle Entzündung der Lungen) und Dermatomyositis (unterschiedlich starke Entzündungen der Muskeln, der Haut und der Lunge).
  • Anti-Histon-Antikörper weisen auf einen medikamenteninduzierten Lupus.
  • Anti-Glycoprotein-210 (anti-gp210) und Anti-Nucleoporin-62 sind bei der primär biliären Cholangitis (PBC) in 1/3 der Fälle positiv.
  • Anti-Centromeren-Antikörper finden sich bei der PBC und beim CREST-Syndrom.

Bedeutung der Anti-dsDNA-AK

Anti-dsDNA-AK (Anti-Doppelstrang-DNA) tragen bei Patienten mit SLE zu Erkrankungen mehrerer Organe, insbesondere zu einer Lupusnephritis, bei. Ihr Serumspiegel schwankt entsprechend der Krankheitsaktivität. Sie binden an Antigene in den Zielorganen (z. B. der Niere) oder bilden Immunkomplexe, die sich an der glomerulären und tubulären Basalmembran niederschlagen und zur Funktionsverschlechterung führen.  Anti-dsDNA-Antikörper können an der Entstehung des SLE beteiligt sein. Daher werden Anti-dsDNA-Antikörper als therapeutisches Ziel bei der Behandlung von SLE angesehen. Die Blockierung pathogener Anti-dsDNA-Antikörper kann Organschäden in Mausmodellen von SLE verhindern oder sogar rückgängig machen. (1)Arthritis Rheum. 2005 Nov;52(11):3629-38. doi: 10.1002/art.21379 (2)Front Immunol. 2019 Jul 17;10:1667. DOI: 10.3389/fimmu.2019.01667

ANA als therapeutisches Ziel

Es wurden synthetische Peptide (hCDR1, pCONs, DWEYS, FISLE-412 und ALW) entwickelt, die Anti-dsDNA-Autoantikörper direkt blockieren.  Sie sollen den ANA-Titer senken, die Ablagerung Autoantikörper (z. B. in den Nieren) verringern und Prognose eines Lupus verbessern . (3)Clin Rev Allergy Immunol. 2022 Oct;63(2):152-165. DOI: 10.1007/s12016-021-08898-7.


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Verweise

 

 

Literatur[+]