Leberhistologie

Artikel aktualisiert am 24. Februar 2024

Die Leberhistologie ist das Ergebnis einer mikroskopischen Untersuchung einer Lebergewebsprobe und dient der Diagnose von Leberkrankheiten.

Vorbereitung einer Leberhistologie


Lebergewebsproben werden meist durch eine Leberpunktion oder im Rahmen einer Operation durch Keilexzision entnommen. Eine Indikation dazu besteht, wenn eine Differenzialdiagnose geklärt werden muss, um eine therapeutische Entscheidung treffen zu können, oder wenn eine prognostische Aussage ermöglicht werden soll.

Die Gewebeprobe wird chemisch fixiert (vornehmlich mit Formaldehyd) und mithilfe eines Mikrotoms in feine Scheiben (Schnitte von überwiegend 3-7 Mikrometer Dicke) geschnitten. Diese werden auf einen Objektträger aufgebracht, durch eine Alkoholreihe entwässert, dann gefärbt, getrocknet, mit einem Deckgläschen eingedeckelt und so für die mikroskopische Untersuchung vorbereitet. Eine der gebräuchlichsten Färbungen ist die mit Hämatoxilin und Eosin (HE-Färbung). Spezialfärbungen können besondere Zellen und Strukturen erkennbar machen. Eine PCR (Polymerasekettenreaktion zum Nachweis spezieller DNA und RNA) auf dem histologischen Schnitt kann besondere Krankheiten, beispielsweise eine spezielle Virushepatitis, nachweisen.

Strukturen im histologischen Schnitt der Leber

Der histologische Schnitt enthält im Groben

  • Portalfelder: annähernd dreieckige Bindegewebsareale mit je einen Ast der Pfortader, der Leberarterie und des Gallengangs enthalten; diese Strukturen werden als Glissonsches Dreieck bezeichnet.
  • das Leberparenchym: In ihm befinden sich die Leberzellen (Hepatozyten), die von Blutgefäßen (Sinusoiden) umgeben sind. In der Mitte zwischen verschiedenen Portalfeldern befinden sich zentrale Venolen, über die das Blut wieder abfließt.

Das histologische Präparat des Lebergewebes wird je nach Fragestellung besonders angefärbt und nach folgenden Bestandteilen beurteilt:

  • Hepatozyten als Zellen des Leberparenchyms, die bei bestimmten Erkrankungen verändert sein können (siehe hier),
  • Sinusendothelzellen als zelluläre Begrenzung der Sinusoide (kleinste Blutgefäße im Lebergewebe),
  • Kupffer-Zellen als Lebermakrophagen (Fresszellen, Zellen die Entzündungen auslösen können),
  • Ito-Zellen (hepatic stellate cells (HSC), Vitamin-A-enthalende Zellen),
  • spezielle lymphatische Zellen (wie natürliche Killerzellen der Leber),
  • zentrale Venole und Sinus zwischen den Hepatozyten, die unter bestimmten Bedingungen (z. B. bei einer Rechtsherzinsuffizienz oder beim Budd-Chiari-Syndrom) stark gefüllt oder gestaut sein können,
  • Bindegewebe, das normalerweise auf die Portalfelder beschränkt ist, sich bei der Leberfibrose und der Leberzirrhose als kollagene Narbenzüge auch zwischen die Hepatozyten ausdehnt.

Anatomie der Leber

Aussagemöglichkeiten

Das histologische Leberpräparat wird nach atypischen und krankhaften Veränderungen abgesucht, beispielsweise nach Zelluntergängen, pathologischen Zellinfiltrationen (Entzündungszellen, blutbildenden Zellen), Zelleinschlüssen, vermehrter Fetteinlagerung, einer Entzündung (Hepatitis oder Cholangitis), narbigen Veränderungen (Leberfibrose, Leberzirrhose), Zeichen eines Gallestaus (Cholestase) und nach Leberkrebs und Lebermetastasen.


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Verweise

Allgemeines zur Leber

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