Kupffer’sche Sternzellen

Kupffer’sche Sternzellen (kurz: Kupfferzellen, Kupffer-Zellen) sind ortsständige Fresszellen (sessile Makrophagen) der Leber. Sie machen 80% aller Makrophagen des Körpers aus. Ihre Aufgabe ist die Entfernung der über den Darm und das Pfortaderblut in den Körper gelangten Bakterien, Fremdstoffe und Giftstoffe (Toxine).


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Lokalisation

Kupfferzellen befinden sich inmitten der Blutbahn, dem Netz kleinster Blutgefäße zwischen den Lebrzellen (im Sinusoidalraum des Leberparenchyms) und sind an den Gefäßwandzellen (Endothelzellen) verankert. Sie haben direkten Kontakt mit dem sie umströmenden Blut.

Funktion

Die Aufgabe der Kupfferzellen ist es, Bakterien, Fremdstoffe und Toxine, die über die Pfortader (Blutgefäß, das der Leber Blut aus Darm, Milz und Bauchspeicheldrüse zuführt) ankommen, zu eliminieren. Wenn sie in dieser Weise aktiv werden, beginnen sie Zytokine (Vermittlerstoffe) zu produzieren, z. B. TNF-alpha, IL-6 und IL-12.

  • Interleukin-6 (IL-6) regt die umgebenden Lebrzellen (Hepatozyten) dazu an, Entzündungsvemittler (Akute-Phase-Proteine, z. B. CRP) und Complement-Komponenten zu bilden [1]. CRP wiederum stimuliert im Zirkel die Kupfferzellen und erhöhen ihre Fressaktivität (Phagozytose) [2].
  • Interleukin-12 (IL-12), welches von den Kupffer’schen Sternzellen bei Kontakt mit bakteriellen Giftstoffen (Lipopolysycchariden, Endotoxine) gebildet wird, veranlasst natürliche Killerzellen (NK-Zellen, spezielle Lymphozyten) zur Bildung von speziellen Abwehrstoffen. So wird auch Interferon-gamma vermehrt gebildet, welches eine starke antitumoröse Wirkung entfaltet und die Absiedlung von Tumormetastasen verhindert (antimetastatischer Effekt) [3].

Kupfferzellen stehen in engem funktionellen Austausch mit anderen Zelltypen der Leber.


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Verweise

Literatur

  1. ? Journal of Immunology. 2000;164(10):5453–5458
  2. ? Hepatology. 2009 Jun; 49(6):2044-54
  3. ? Immunol Rev. 2000 Apr; 174():35-46.