Bluthusten

Definition

Bluthusten bedeutet Blut im ausgehusteten Sputum (blutiger Auswurf, Hämoptyse) oder Aushusten reinen Bluts (Hämoptoe). Hämoptysen können harmlos sein, sie können jedoch auch auf eine schwerwiegende Lungenkrankheit hinweisen. Hämoptoe ist immer als ein lebensbedrohliches Symptom anzusehen.


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Hämoptysen

Blutig tingiertes Sputum findet sich gelegentlich bei einer heftigen akuten Bronchitis im Rahmen eines Infekts der oberen Atemwege; so kann es z. B. auch im Rahmen eines grippalen Infekts vorkommen. Es ist harmlos und verschwindet mit Ausheilung der Bronchitis.

Bei älteren Menschen und Rauchern ist blutiges Sputum immer als Hinweis auf ein mögliches Bronchialkarzinom anzusehen.

Hämoptoe

Hämoptoe ist immer als ein schwerwiegendes Symptom anzusehen und ist potentiell lebensbedrohlich. Meist liegt eine arterielle Quelle vor, z. B. eine Arrosion eines Blutgefäßes durch einen Tumor oder eine Entzündung; früher war der Blutsturz aus einer Kaverne bei fortgeschrittener Tuberkulose eine häufige Ursache. Eine rasche ausgiebige Diagnostik ist immer indiziert.

Therapeutisch kommt es darauf an, das Blut so abzuleiten, dass Atemfläche erhalten wird. Eine Aspiration in nicht betroffene Lungenabschnitte muss durch geschickte Lagerung und ggf. durch selektive Intubation vermieden werden. Es kann rasch zu einer Ateminsuffizienz kommen, die durch den Blutverlust und die dadurch eintretende Anämie rasch verstärkt wird.

Gelegentlich sind die anamnestischen Aussagen nicht eindeutig; und es ist schwierig zu unterscheiden, ob Hämoptoe vorgelegen hat oder primär Bluterbrechen mit sekundärer Aspiration.

Ursachen

Blut im Sputum als auch reines Bluthusten sollte an folgende Diagnosen denken lassen:

Diagnostik

Die konventionelle Röntgenaufnahme des Thorax ist alleine jedoch nicht immer ausreichend aussagekräftig; kleine Raumforderungen beispielsweise können übersehen werden, auch lassen sich Lungenembolien nicht immer erkennen. Am effektivsten werden die verschiedenen Differenzialdiagnosen durch Computertomographie und Bronchoskopie (ggf. mit Biopsie und Lavage) unterschieden.

Bei Unklarheit über die Herkunft des Bluts kann auch eine Untersuchung des Nasenrachenraums (HNO-Spiegelung) und eine Magenspiegelung notwendig werden.

Therapie

Grundsätzlich ist die Grundkrankheit zu berücksichtigen:

  • bei einer Überdosierung von Antikoagulanzien wird eine Therapiepause eingelegt und ggf. ein Antidot verabreicht;
  • bei einer chronische Bronchitis kommen ggf. Antibiotika in Betracht (siehe hier);
  • bei einer Lungenembolie wird man sich den Einsatz von Antikoagulanzien überlegen müssen, denn sie können die Lungenblutung verstärken; hier kommt ein Cava-Schirm in Betracht (siehe hier);
  • bei einem Goodpasture-Syndrom kommen Immunsuppressiva in Frage (siehe hier).

Direkte Blutstillung

Folgende Therapieoptionen kommen zur direkten Blutstillung in Betracht:

  • Bronchoskopie mit der Möglichkeit einer Laserverschorfung, wenn die Blutungsquelle erreichbar ist, sofern sie im Zeitraum der Untersuchung gerade nicht groß blutet oder nur sickert. Hierfür ist das starre Bronchoskop oft besser geeignet als das flexible. Bei einer Gefäßarrosion kann durch Lasereinsatz jedoch auch der Gefäßdefekt vergrößert werden.
  • Selektive Embolisation des betroffenen pulmonalen Segments: sie wird bei einer großen Blutung als Erstmaßnahme meist bevorzugt und hat eine hohe Erfolgsrate.
  • Die Lungenteilresektion: sie kommt bei Operabilität (körperlicher Zustand, lokale Verhältnisse) in Betracht, wenn die nicht-operativen Maßnahmen versagen oder aussichtslos erscheinen.

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Verweise

Patienteninfos