Bluthochdruck – einfach erklärt

„Bluthochdruck – einfach erklärt“ soll krankhaft erhöhten Blutdruck verständlich machen. Unter erhöhtem Blutdruck leiden viele Menschen. Er ist besonders mit Herzkreislaufkrankheiten, Zuckerkrankheit, Nierenkrankheiten und höherem Alter assoziiert. Ihn zu verstehen ist für die Betroffenen von besonderer Bedeutung, da sie durch ihre Lebensführung helfen können, zur Vorbeugung und zur Behandlung beizutragen. Insbesondere können sie helfen, die Risiken von Komplikationen, wie Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz), Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden durch eigene Mitarbeit zu senken.

→ Fachinfos siehe unter Hypertonie.


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Wie Bluthochdruck definiert ist

Ein über die Norm hinaus erhöhter Blutdruck (Bluthochdruck) wird medizinisch als Hypertonie bezeichnet. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten folgende Definitionen :

  • Normaler Blutdruck (Normotonie) < 140/90 mm Hg (Maßeinheit des Blutdruckmessgeräts),
  • Grenzwerthochdruck 140/90 – 160/95 mm Hg,
  • Bluthochdruck >160/95 mm Hg. Die obere Grenze ist altersabhängig; so wird 160 mm Hg bei über 50-jährigen Menschen noch als normal angesehen (nach: Deutsche Hochdruckliga).

Ab einem Blutdruck von 140/90 mm Hg gilt der Blutdruck als behandlungswürdig. 1) … Continue reading

Was Blutdruck ist

Blutdruck ist der Druck im Blutgefäßsystem, der für den Blutfluss sorgt (ähnlich dem Wasserdruck in der Leitung: ohne ihn fließt kein Wasser aus dem Hahn). Aufrechterhalten wird der Blutdruck durch die Pumpfunktion des Herzens und den Widerstand im Blutgefäßsystem.

Ist das Herz zu schwach, wie es bei der Herzinsuffizienz der Fall ist, dann reicht der Blutdruck nicht mehr für die dem Körper abgeforderten Leistungen (z. B. Treppensteigen) aus. Wenn das Herz kräftig genug ist, wird der Blutdruck so stark erhöht, bis die Organe und Gewebe des Körpers den Anforderungen gemäß mit Blut versorgt werden.

Wichtige Organe, die kritisch auf zu niedrigen Blutdruck reagieren und unbedingt ausreichend durchblutet werden müssen, sind das Gehirn, das Herz und die Nieren. Sie sind daher auch in die Blutdruckregulation zentral eingebunden.

Die Nieren bestimmen den Blutdruck sehr fein über ein Hormonsystem (RAAS), um ihre eigene Durchblutung konstant zu halten. Dies geschieht im Krankheitsfall auch auf Kosten des Herzens: Wenn die Nierendurchblutung sinkt, wird das Herz angeregt, mehr zu arbeiten, auch wenn es krank ist. So kann die Behandlung der Herzinsuffizienz unter solchen Bedingungen ein Problem darstellen.

Was die Ursache des Bluthochdrucks ist

Die Ursache eines Bluthochdrucks bleibt in der Mehrzahl der Fälle unklar. Das Risiko, hohen Blutdruck zu bekommen, für die man keine Ursache findet (essentielle Hypertonie), steigt mit zunehmendem Alter.

Selten findet man eine Ursache in einer Nierenkrankheit. Auch kann in seltenen Fällen eine Ursache im Hormonsystem (Nebenniere, Schilddrüse) gefunden werden. Hoher Kochsalzkonsum und Stress können die Entwicklung eines Bluthochdrucks fördern.

Wie der Blutdruck gemessen wird

Zunächst wird eine Blutdruckmanschette, die um den Oberarm gelegt wird, soweit aufgepumpt, bis die Arterien völlig abgedrückt sind und kein Blut mehr fließt. Dann wird Luft aus der Manschette langsam abgelassen. Der Druck, ab dem das Blut wieder zu fließen beginnt, lässt sich durch das entstehende Strömungsgeräusch erfassen; es ist der systolische Blutdruck. Wenn der Druck weiter abgelassen wird, beginnt das Blut wieder kontinuierlich zu fließen und das Strömungsgeräusch verschwindet. Dieser Grenzwert markiert den diastolischen Blutdruck.

Gemessen wird der Blutdruck mit einem Messgerät, das eine Ader, die vom Herzen in den Körper führt (Arterie) abdrückt, bis kein Blut mehr fließt und anschließend kontrolliert den Blutfluss wieder freigibt.

Der systolische und der diastolische Blutdruck

Der systolische Blutdruckwert: Wenn nach komplettem Abdrücken der Arterie Luft aus der Manschette langsam abgelassen wird und das Blut wieder zu fließen beginnt, lässt sich ein Strömungsgeräusch erfassen. Blut fließt hier nur während des maximalen Pumpdrucks; es ist der systolische Blutdruck. Wenn dieser Wert bei Blutdruckspitzen stark erhöht ist, können u. U. brüchige Gefäße platzen, und es kommt zu Einblutungen. Besonders empfindlich sind in dieser Beziehung die kleinsten arteriellen Blutgefäße des Gehirns. Durch Einblutung kann es hier zum roten Schlaganfall kommen. Oder zu einem Aufplatzen von arteriosklerotischen Wandverdickungen (Plaques), die das Gefäß oder nachfolgende kleinste Gefäße verlegen und zu einer Mangeldurchblutung des Gehirns führen, dem weißen Schlaganfall. Am Augenhintergrund lassen sich ggf. kleine Einblutungen direkt erkennen.

Der diastolische Blutdruckwert: Es wird zudem ein zweiter Wert erfasst, nämlich derjenige, ab dem das Blut nach weiterem Ablassen des Manschettendrucks wieder kontinuierlich fließt und nicht nur die kurze Zeit während der maximalen Pumpanstrengung des Herzens. Dies ist der diastolische Blutdruck. Wenn dieser Wert zu hoch ist, muss mit Langzeitschäden im Körper gerechnet werden. Hierzu gehört vor allem eine Druckschädigung der Blutgefäße, was zur Beschleunigung einer Arteriosklerose und Arteriolosklerose (Sklerose der kleinsten arteriellen Verzweigungen) führt. Veränderungen dieser Art führen zu einer Schädigung verschiedener Organe, wie der Niere, der Augen und auch des Herzens.

Langzeitblutdruckmessung: Die Blutdruckwerte ändern sich je nach Anforderung rasch. Daher ist es manchmal wichtig, Durchschnittswerte und Spitzenwerte zu kennen. Denn eine angemessene Therapie sollte Situationen berücksichtigen, die im Alltag tatsächlich vorkommen und nicht nur die, die unter der Erwartungshaltung während einer Blutdruckmessung auftreten. Die Blutdruckmessgeräte sind in dieser Beziehung automatisiert und können die gemessenen Werte über Stunden bis Tage aufzeichnen.

Wie sich Bluthochdruck bemerkbar macht

Grenzwerthochdruck: Bluthochdruck wird im Grenzbereich meist nicht gespürt. Sind die Blutdruckwerte stark erhöht, so dass sie zu einer Herzanstrengung führen, können Empfindungen wie Herzunruhe und ein Beklemmungsgefühl in der Brust verspürt werden. Bei Verengung der Herzkranzgefäße, kann eine Mehranforderung von Blut zu einem relativen Mangel an Sauerstoff im Herzmuskel führen, der als Herzschmerz (Angina pectoris) empfunden wird. Bei einer fortgeschrittenen Herzgefäßverengung können schon kleine Überlastungen, wie sie bei einer Grenzwerthypertonie auftreten, zu Herzbeschwerden führen.

Erfordernishochdruck: Manche Menschen fühlen sich bei erhöhtem Blutdruck wohl. Dagegen fühlen sie sich schlapp und konzentrationsgeschwächt, wenn er medikamentös in den Normbereich gesenkt wird. Dies zeigt, dass bei diesen Menschen ein erhöhter Blutdruck erforderlich ist, um die Gewebe und Organe des Körpers genügend mit Blut zu versorgen. Das ist dann der Fall, wenn die kleinsten Blutgefäßchen der Organe und Gewebe des Körpers zu eng oder zu wenig elastisch geworden sind, was schon ein Zeichen eines lange bestehenden hohen Blutdrucks oder einer Schädigung der kleinen Blutgefäße im Rahmen einer Zuckerkrankheit sein kann (Mikroangiopathie). Aber dies kann auch Zeichen einer Nierenschädigung sein. Denn wenn ihre Durchblutung schlechter wird, versuchen die Nieren (über ein Hormonsystem: RAAS) den Blutdruck anzuheben. Diese verschiedenen Ursachen und Bedingungen müssen medizinisch abgeklärt werden, um eine angemessene Behandlung zu finden.

Blutdruckspitzen können sich durch unangenehm kräftigen Herzschlag, Kopfschmerzen und Schwindel bemerkbar machen. Bei einer Herzkranzgefäßverkalkung kann Herzengegefühl (Angina pectoris) auftreten oder sogar ein Herzinfarkt entstehen. Beim Schlaganfall findet man häufig einen deutlich erhöhten Blutdruck, wobei eine Hochdruckspitze zur Auslösung beitragen kann. Ist aber ein Schlaganfall bereits eingetreten, sollte der Blutdruck nicht schlagartig gesenkt werden, denn nun kann er zur Durchblutung der Randbezirke des Schlaganfalls erforderlich sein (Erfordernishochdruck).

Individuelle Alarmsymptome: Jeder Patient sollte seine individuellen Alarmsymptome kennen, die ihm sagen, dass er gerade in eine Blutdruckspitze hinein gerät, die ein Nachmessen des Blutdrucks und eine medikamentöse Sofortreaktion erfordern. Alarmsymptome können beispielsweise ein besonders starker Herzschlag, Druck in der Herzgegend, ein Druck im Kopf, Kopfschmerzen, Nasenbluten, Unsicherheit beim Gehen, verwaschenes Sprechen oder Flimmern vor den Augen sein.

Welche Folgen Bluthochdruck hat

Komplikationen und Spätfolgen eines lange bestehenden Bluthochdrucks betreffen die Entwicklung

Welche Diagnostik sinnvoll ist

Der Arzt wird unter Umständen folgende Untersuchungen für nötig erachten: Blutdruck-Tagesprofil, Tageskurve unter häuslichen Belastungsbedingungen, Langzeit-Blutdruckmessung, dosierte Belastungssteigerung auf dem Fahrradergometer (Fahrradergometrie, Belastungs-EKG: Belastungshypertonie?). Er wird bei einer Erstfeststellung einer Hypertonie die Nieren untersuchen und bei jungen Menschen ggf. auch einige Hormone (Adrenalin, Kortikosteroide, Schilddrüsenhormone (TSH)).

Es sollte der Körper auf bereits eingetretene Folgeschäden (wie ein Schaden des Augenhintergrunds, der Nierenfunktion oder der großen arteriellen Blutgefäße) untersucht werden.

Wie behandelt werden kann

Die Behandlung eines Bluthochdrucks berücksichtigt die Ursache, die Komplikationen und die Begleiterkrankungen und muss individuell nach Erfolg eingestellt werden.

Allgemeine Maßnahmen: Zu den allgemeinen Maßnahmen, bei denen der Betroffene entscheidend mitarbeiten kann, gehören:

Medikamente: Als Medikamentengruppen kommen vor allem in Betracht:

  • Beta-Blocker zur Stressabschirmung,
  • ACE-Hemmer und AT1-Blocker zur Erweiterung der peripheren Blutgefäße und
  • wassertreibende Mittel (Diuretika) bei Wassereinlagerungen in den Körper (Ödeme, Aszites).
  • Eine medikamentöse Stressabschirmung durch Psychopharmaka kann bei einer Neigung zu übersteigerter psychischer Stressreaktion sinnvoll sein.

→ Genaueres dazu siehe hier.


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Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

Literatur

Literatur
1 https://www.hochdruckliga.de/nachricht/neue-europaeische-blutdruck-leitlinie-140-90-mm-hg-bleibt-rote-linie