Aszites-Laboruntersuchungen

Die Aszites-Laboruntersuchungen ermöglichen eine genauere Aussage zur Ursache der Bauchwassersucht. Bereits die Betrachtung des Aszites lässt gewisse Aussagen zu, Laboruntersuchungen engen die Ursachen weiter ein.


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Diagnostik

Makroskopie

Folgende Eigenschaften sind bereits mit dem Auge wahrnehmbar und lassen sich diagnotisch verwerten:

  • serös (klar, hell gelblich): jede mögliche Genese,
  • hämorrhagisch (mehr oder weniger blutig): Hinweis auf eine Blutungsquelle, z. B. traumatisch oder durch eine Tumor bedingt, selten auch durch eine hämorrhagische Pankreatitis, (Pankreasapoplexie),
  • chylös (milchig, oft dabei leicht gelblich): bei Lymphabflussstörung (oft durch einen Tumor bedingt), auch bei Pfortaderhochdruck (portaler Hypertension) möglich.

Aszites-Laboruntersuchungen

Folgende Laboruntersuchungen ergeben eine weitere Differenzierung der Ursachen eines Aszites:

  • Proteinkonzentration
    >3 g/dl = Exsudat, Hinweis auf eine entzündliche Genese,
    <3 g/dl = Transsudat, Hinweis auf eine nicht-entzündliche Genese,
  • pH <7,3 = Hinweis auf eine infektiöse Genese,
  • LDH im Aszites deutlich höher als im Serum = Hinweis auf maligne (bösartige) Genese,
  • Fibronektin >7,5 mg/dl = Hinweis auf Malignität,
  • Laktat >4,5 mmol/l = Hinweis auf infektiöse Genese.

Befund bei einer Leberzirrhose

Bei einer Leberzirrhose als Ursache des Aszites ist die Flüssigkeit meist serös und ein Transsudat (Eiweißgehalt unter 3,5 g/dl). Ist die Aszitesflüssigkeit trüb oder / und ist der Eiweißgehalt >3,5 g/dl und die Aszites-LDH >4,5 mmol/l, so kann eine spontan-bakterielle Peritonitis vorliegen, die bei einer Leberzirrhose gehäuft vorkommt.


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Sonstiges

Bakterienkultur, Tumorzellen, Tumormarker (CEA, CA19-9, CA125, AFP), alpha-Amylase (höher als im Serum bei pankreatogenem Aszites), Glukose (niedriger als im Serum bei tuberkulöser Peritonitis)

Verweise


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).