Artemisinin

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Artemisinin ist eine der biologisch wirksamsten Substanzen in Beifuß und anderen Artemisia-Arten und wird zu den pflanzlichen Medikamenten (Phytopharmaka) gezählt. Chemisch gehört Artemisinin zu den Endoperoxiden.

  • Artemisinin entfaltet eine starke antiparasitische Potenz und ist Ausgangsstoff für die Entwicklung synthetischer Substanzen mit noch stärkerer Wirkung gegen menschliche und tierische Parasiten [1] [2].
  • Artemisinin wirkt gegen Malaria und ist selbst gegen Plasmodien wirksam, die gegen viele gebräuchliche Antimalariamittel resistent sind [3] [4]. Dihydroartemisinin-piperaquine gilt inzwischen als effektive first-line-Behandlung der durch P. falciparum ausgelösten Malaria [5]. Es breiten sich inzwischen allerdings Artemisinin-resistente Plasmodium aus.
  • Artemisinin verbessert die Nierenfunktion in Mäusen mit experimenteller Lupus-Nephritis. Als Mechanismus scheint eine Verminderung der Entzündungsmediatoren wie TNF-alpha oder Interleukin-6 (IL6) und die Down-Regulierung von Transkriptionsfaktoren (NF-?B) sowie von TGF-?1-mRNA eine große Rolle zu spielen [6].
  • Das Artemisinin-Derivat Dihydroartemisinin (DHA) hat, wie beim Prostatakarzinom gezeigt wurde, einen gegen Krebs gerichteten zytotoxischen Effekt, indem es den „death receptor 5“ hochreguliert und so die Apoptose fördert [7].

Verweise

Literatur

  1. ? . Adv Parasitol. 2001;50:199-295
  2. ? Curr Drug Targets. 2009 Mar;10(3):202-11
  3. ? Life Sci. 2000;66(4):279-300
  4. ? Pharm World Sci. 1994 Aug 5;16(4):169-80
  5. ? Cochrane Database Syst Rev. 2009 Jul 8;(3):CD007483
  6. ? Acta Biochim Biophys Sin (Shanghai). 2010 Dec;42(12):916-23
  7. ? Cancer Biol Ther. 2010 May;9(10):819-24