Etanercept

Etanercept (Enbrel®) ist ein Medikament zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Es ist ein Fusionsprotein aus sTNFa-Rezeptor (s = soluble = löslicher Reteptor) und IgG und wirkt als Anti-TNF-alpha-Agens [1].


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Das Wichtigste

Kurzgefasst
Etanercept (ETN) ist ein Medikament, welches die Entzündungsreaktionen des Körpers unterdrückt und zur Therapie der rheumatoiden Arthritis und des Morbus Bechterew dient. Es kommt beispielsweise in Frage, wenn Infliximab nicht vertragen wird. Offenbar kann es auch in der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. Etanercept wird gut vertragen; allerdings soll das Risiko für infektiöse Erkrankungen und Tumoren leicht steigen.

 

Wirkung und Indikationen

Rheumatoide Arthritis

Etanercept (ETN) hemmt die Wirkung von TNF-alpha am Rezeptor. Es wird therapeutisch beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis und der Psoriasis [2] eingesetzt. Wahrscheinlich werden auch andere Erkrankungen mit chronischer Entzündungsreaktion durch Etanercept günstig beeinflusst. In der Behandlung der ankylosierenden Spondylitis (Morbus Bechterew) war es deutlich wirkungsvoller als Sulfasalazin [3].

Etanercept vermag den Therapieerfolg von Infliximab bei der rheumatoiden Arthritis aufrecht zu erhalten, wenn Infliximab wegen Nebenwirkungen abgesetzt werden muss[4].

Während Schwangerschaft und in der Stillphase scheint die Substanz risikoarm zu sein, so dass mit diesem Medikament die Reaktivierung einer rheumatoiden Arthritis beherrscht werden kann, wie eine Arbeit nahelegt [5].

Etanercept wird bei der Therapie der rheumatoiden Arthritis häufig mit Metotrexat zusammen verwendet. In einer Arbeit wird festgestellt, dass nach Erreichen einer Remission und Unterbrechung der ETN-Medikation die Remission für etwa die Hälfte der behandelten Patienten über ein Jahr bestehen bleiben kann. 1) 2016 Sep;26(5):651-61. doi: 10.3109/14397595.2015.1123349.

Schmerzen bei Knochenkrebs

Etanercept hat sich als wirksam bei der Behandlung von Schmerzen erwiesen, die durch Knochenkrebs zustande kommen. Im Tiermodell lässt sich zeigen, dass es die Schmerzschwelle anhebt und die Konzentration der Entzündungsfaktoren NOS, MrgC und NR2B senkt. Es wird vermutet dass es den MrgC-NR2B-Signalweg beeinflusst. 2) 2017 Apr 1;72(4):219-222. doi: 10.1691/ph.2017.6901

Stevens-Johnson Syndrom / Toxische Epidermolyse

Einzelbeobachtungen zeigen, dass das Medikament eine Reihe hochentzündlicher Erkrankungen, die schwer therapierbar sind, günstig zu beeinflussen vermag, so beispielsweise wurde mit ihm bei einem Kind mit Steven-Johnason-Syndrom ein Stillstand herbeigeführt. 3) 2018 Feb 1:1203475418758989. doi: 10.1177/1203475418758989.

Psoriasis

Eine Arbeit zeigt, dass mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis von Etanercept günstig beeinflusst wird, jedoch weniger gut wie Adalinumab. 4) 2018 Jan;21(1):1-8. doi: 10.1016/j.jval.2017.05.025. Geringe Dosen sind effektiv, eine Remission aufrecht zu erhalten. 5) 2017 Dec 29. doi: 10.1097/RHU.0000000000000617.

Zerebrale Ischämie

Im Tierversuch ließ sich zeigen, dass Etanercept das Gehirn vor einer Schädigung durch vorübergehende Mangeldurchblutung / Ischämie zu schützen vermag. Dies wird einem signifikant antientzündlichen Effekt der Substanz zugeschrieben. Die Substanz wirkt damit neuroprotektiv. 6) 2015;2015:189292. doi: 10.1155/2015/189292.

Behçet-Syndrom und fokal segmentale Glomerulosklerose

Eine akute Verschlechterung der Nierenfunktion mit Entwicklung eines nephrotischen Syndroms im Rahmen eines Behçet-Syndroms konnte durch Etanectept in vollständige Remission gebracht werden. 7) 2018 Jan 2. doi: 10.5414/CN109262

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen von Etanercept betreffen die Reaktivierung infektiöser Erkrankungen [6] wie von Herpes zoster [7] und einer Tuberkulose (trotz tuberkulostatischer Prophylaxe). 8) 2017 Dec 27. doi: 10.1097/RHU.0000000000000668 Es werden seltene Fälle einer Tumorerkrankung [8][9] und von malignen Lymphomen [10] berichtet.

Verweise

Literatur

  1. ? J Eur Acad Dermatol Venereol. 2009 Feb 5
  2. ? Driessen RJ et al. Br J Dermatol. 2009 Jan 28
  3. ? Braun J et al. Arthritis Rheum. 2011 Jan 10. [Epub ahead of print]
  4. ? Ann Rheum Dis. 2007 Feb;66(2):249-52
  5. ? Scioscia C et al. Clin Exp Rheumatol. 2011 Jan 19. [Epub ahead of print]
  6. ? J Drugs Dermatol. 2009 Feb;8(2):175-8
  7. ? Strangfeld A et al. JAMA. 2009 Feb 18;301(7):737-44
  8. ? Ugeskr Laeger. 2009 Feb 9;171(7):506-11
  9. ? Arch Dermatol. 2009 Jan;145(1):94-5
  10. ? Am J Clin Dermatol. 2009;10(2):125-6


Literatur   [ + ]

1. 2016 Sep;26(5):651-61. doi: 10.3109/14397595.2015.1123349.
2. 2017 Apr 1;72(4):219-222. doi: 10.1691/ph.2017.6901
3. 2018 Feb 1:1203475418758989. doi: 10.1177/1203475418758989.
4. 2018 Jan;21(1):1-8. doi: 10.1016/j.jval.2017.05.025.
5. 2017 Dec 29. doi: 10.1097/RHU.0000000000000617.
6. 2015;2015:189292. doi: 10.1155/2015/189292.
7. 2018 Jan 2. doi: 10.5414/CN109262
8. 2017 Dec 27. doi: 10.1097/RHU.0000000000000668