Daratumumab

Daratumumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der gegen CD38-positive Zellen des multiplen Myeloms wirkt.

Wirkmechanismus

Der gegen das Oberflächenantigen CD38 gerichtete Antikörper bewirkt bei CD38-positiven Zellen eine zellvermittelte Zytotoxizität über natürlich Killerzellen (spezielle T-Lymphozyten) und Auslösung des programmierten Zelltods (Apoptose). 1)Haematologica. 2011 Feb;96(2):284-90. doi: 10.3324/haematol.2010.030759. 2)J Immunol. 2011 Feb 1;186(3):1840-8. doi: 10.4049/jimmunol.1003032. Epub 2010 Dec 27.

Auf diese Weise hemmt der Antikörper das Wachstum hämatologischer bösartiger Erkrankungen, speziell des multiplen Myeloms, auf denen CD38 überexprimiert wird.

Die Vorbehandlung mit Lenalidomid, welches T-Lymphozyten und natürliche Killerzellen stimuliert, verbessert das Ansprechen von Daratumumab. Beide Behandlungsprinzipien wirken synergistisch 3)Haematologica. 2011 Feb;96(2):284-90. doi: 10.3324/haematol.2010.030759. Epub 2010 Nov 25

Studien

In Studien an Patienten mit multiplem Myelom wurden günstige Effekte bezüglich Ansprechrate und progressionsfreiem Übeleben gefunden:

In einer Studie wurde nachgewiesen, dass Patienten mit multiplem Myelom, bei denen Vortherapien unzureichend wirksam waren, oder mit erfolgloser Knochenmarktransplantation in 36% noch positiv auf den Antikörper reagierten. Etwa 65% von ihnen waren noch nach 12 Monaten progressionsfrei (ohne Verschlechterung der Krankheit). 4)N Engl J Med. 2015 Sep 24;373(13):1207-1219.

Eine Studie an Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die nicht für eine Stammzelltransplantation infrage kamen, bewirkte die herkömmliche Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison zusammen mit Daratumumab häufiger eine progressionsfreies Überleben über 18 Monate als ohne den Antikörper (durchschnittlich 71,6% vs. 50,2%). Die Ansprechrate war in der Gruppe mit Daratumumab deutlich höher als in der Gruppe ohne (90,9% vs. 73,9%). Die Nebenwirkungen unterschieden sich nicht wesentlich: Neutropenie 39,9% vs. 38,7%, Thrombozytopenie 34,4 vs. 37,6%, Anämie 15,9% vs. 19,8%. Allerdings kam es zu deutlich mehr schweren Infektionen (23,1% vs. 14,7%) 5)N Engl J Med 2018; 378:518-528 DOI: 10.1056/NEJMoa1714678

Verweise


Literatur   [ + ]

1. Haematologica. 2011 Feb;96(2):284-90. doi: 10.3324/haematol.2010.030759.
2. J Immunol. 2011 Feb 1;186(3):1840-8. doi: 10.4049/jimmunol.1003032. Epub 2010 Dec 27.
3. Haematologica. 2011 Feb;96(2):284-90. doi: 10.3324/haematol.2010.030759. Epub 2010 Nov 25
4. N Engl J Med. 2015 Sep 24;373(13):1207-1219.
5. N Engl J Med 2018; 378:518-528 DOI: 10.1056/NEJMoa1714678