Natürliche Killerzellen

Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) sind Zellen des angeborenen Immunsystems und stammen mit den Lymphozyten aus gemeinsamen Vorläuferzellen des Knochenmarks. Immunhistochemisch sind sie durch den Marker CD56 charakterisiert.

Natürliche Killerzellen sind den T-Lymphozyten morpholgisch ähnlich, jedoch geringfügig größer. Sie können im Gegensatz zu ihnen keine Antigene erkennen; Antigen-spezifische Rezeptoren fehlen auf ihrer Oberfläche. Sie sind dagegen in der Lage, unspezifisch virusinfizierte und krebsartig entartete Zellen zu erkennen und zu zerstören. Eine Rolle bei der Unterscheidung zwischen gesunden und tumorösen Zellen spielt offenbar, dass Klasse-I-MHC-Moleküle, die auf „gesunden“ Zellen des Körpers vorkommen, die Aktivität der natürlichen Killerzellen hemmen. Bestimmte Tumorzellen jedoch besitzen diese Oberflächenmarker nicht mehr oder nicht in ausreichender Dichte; sie können daher von den NK-Zellen erfasst und lysiert werden.

MHC-Klasse-I-Moleküle für die Antigen-Präsentation von Lymphozyten und Makrophagen und damit für die Auslösung einer spezifischen Immunantwort des Körpers durch Bildung von Antikörpern verantwortlich. Einige Viren, die die Bildung der MHC-Klasse-I-Moleküle zu unterdrücken vermögen, würden dieser Immunabwehr entgehen. Für einen solchen Fall steht dem Körper das Prinzip der natürlichen Killerzellen zu Verfügung. Sie docken unspezifisch an die virusbefallenen Zellen und veranlassen deren Selbstzerstörung durch Apoptose.

Makrophagen interagieren mit natürlichen Killerzellen durch Cytokine (IL-12, Interferone) und können ihre Aktivität steigern.

NK-Zell-Neoplasma

Wie die anderen Lymphozytentypen können sich auch NK-Zellen unkontrolliert zu teilen beginnen; es entwickelt sich das sehr seltene NK/T-cell-Lymphom bzw. die natural-killer-cell-Leukämie (ANKL); die Lymphomzellen sind CD2(+), CD3?(+) und CD56(+). Das NK-Zellneoplasma ist in der Regel mit einer EBV-Infektion assoziiert. Es hat eine aehr schlechte Prognose mit nur wenige Monate umfassender Überlebenszeit. Die Chemotherapie beinhaltet meist L-asparaginase. Bei einigen Patienten kann eine autologe oder allogene hämatopoetische Stammzell-Transplantation sinnvoll sein [1].

Verweise

Literatur

  1. ? Expert Rev Hematol. 2010 Oct;3(5):593-602